Among Familiar Faces – -blank- (EP)

© Among Familiar Faces

Geschrieben von Katja Maeting
Band: Among Familiar Faces
Album: – blank – (EP)
Genre: Melodic Hardcore
Plattenfirma: unsigned
Veröffentlichung: 04. April 2020

Ich mag es ja, wenn Album- oder in diesem Fall EP-Titel zum einen aussagekräftig sind aber gleichzeitig auch Platz für eigene Interpretationen lassen. Auch wenn die Jungs von Among Familiar Faces zwar erst ein paar Jahre als Band zusammen aktiv sind, bedeutet der Name ihrer neuen EP definitiv nicht, dass sie ein unbeschriebenes Blatt sind, denn neben einigen gespielten Shows haben sie auch schon diverse Single-Veröffentlichungen auf der Haben-Seite.

Beim Hören der fünf Tracks wird schnell klar, für was der Titel wohl viel mehr steht – nämlich dafür, dass sich Among Familiar Faces hier alles von der Seele geschrieben haben, was sie beschäftigt. Entfrachteter Core-Sound trifft auf raue, emotionale Shouts, Melodien weben sich in stabiles Rhythmusgeflecht und dies alles ergibt zusammen einen herrlich ungeschliffenen, aber hochwertig klingenden Sound.

Die Vorab-Single “Skin” war dabei schon richtungsweisend für den Sound der Wolfsburger. Ein stetiger Balanceakt zwischen Melodie und Energie, voran drückenden Passagen und Momenten des Innehaltens, aufgeladen mit purer Emotion, so klingen Among Familiar Faces auf “-blank-“. Der Opener “Escape” legt den Schwerpunkt etwas mehr auf die catchy Momente der Melodieführung und empfiehlt die Band auch für alle, die sonst nicht viel mit Hardcore-Varianten anfangen können. Auch die immer wieder prominent eingeflochtene Bass-Linie gefällt hier. “Abandoned” zieht deutlich das Tempo an, arbeitet mit Dynamikwechsel im fast durchgehend schnelleren Bereich und bringt noch etwas mehr Härte mit ein.

Der Titeltrack kombiniert fließende Melodien mit emotional überfließenden Shouts, die authentische Gefühle transportieren bevor der Track in einem wuchtigen Breakdown ausklingt. Großartig und zugleich auch ziemlich überraschend ist “It draws circles on the back on my Hands” geworden. Der melodische Fluss wird immer mal wieder von aufgewühlten Passagen unterbrochen, auf denen die rauen Shouts balancieren, bis zu dem Moment, in dem Among The Familiar Faces die grösste Überraschung zünden: harmonischer, aber keinesfalls zu weichgezeichneter Klargesang, der bei aller Kraft eine zerbrechliche Komponente in den Sound einbringt. Ein Effekt, mit dem die Wolfsburger für meinen Geschmack gerne öfter arbeiten dürfen. 

Mit “-blank-” empfehlen sich Among Familiar Faces für Fans von Underground Perlen wie Watch Me Rise oder Sleeping God, auch wenn sie etwas mehr Richtung Melodic Hardcore tendieren, ohne sich selber mit Schubladendenken beim Songwriting zu belasten. Wer es echt, ehrlich und mit Ecken und Kanten im Sound mag, der ist hier richtig. Ein vielversprechender nächster Schritt der Band aus Niedersachsen. Noch keine vollendet veredelte Perle, aber definitiv ein schmückendes Werk in der Bandgeschichte. 

Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire-Punkten

Trackliste:
1. Escape
2. Skin
3. Abandoned
4. Blank
5. It draws circles on the back of my hands

Line-up:
Damian Ullrich (Vocals)
Marvin Ullrich (Guitar)
Sascha Drost (Drums)
Bastian Nüsse (Guitar)
Tobias Altesleben (Bass)

Weitere Infos:
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