Softspoken – Sei du selbst und sei stolz darauf

© Softspoken

English version below
Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Heute sprechen wir mit Chris Wethington von Softspoken. Das Album “Pathways (Deluxe Edition)” erscheint am 09. März 2018.

HF: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album. Da die meisten unserer Leser euch vermutlich noch nicht kennen, wärst du so nett, euch kurz als Band vorzustellen, die einzelnen Mitglieder und ihren musikalischen Hintergrund?

Chris: Gerne. Softspoken ist eine Post-Hardcore Band aus dem Bundesstaat Kentucky, USA, die aus mir (Gitarre), Sam Scheuer (Vocals), Billy Zimpelman (Gitarre) und Myka Meeks (Drums) besteht. Was unseren musikalischen Hintergrund angeht: Sam und ich haben vor über 12 Jahren angefangen, Musik zu machen und unsere damaligen Bands sind oft zusammen aufgetreten. Wir haben beide in verschiedensten Bands gespielt, mit den verschiedensten Stilen, von Pop-Punk bis Metalcore. Billy ist schon ähnlich lange aktiv, aber sein musikalischer Background ist etwas härter geprägt. Ebenso bei Myka, sozusagen das Küken in der Band.

HF: “Pathways (Deluxe Edition)” ist eine Art Extended Version eurer EP “Pathways” aus dem Jahr 2017 und enthält sechs zusätzliche Songs. Zwei dieser neuen Songs unterscheiden sich deutlich vom Rest des Albums. Zuallererst “Grow”, ein Song den du für deinen Sohn Alec geschrieben hast. Dabei handelt es sich um einen sehr persönlichen Song. Was war dafür ausschlaggebend, dass ihr ihn mit aufs Album genommen habt?

Chris: “Grow” kam sozusagen in letzter Minute mit auf die Deluxe. Ich habe den Song während der Schwangerschaft meiner Frau geschrieben und habe ihn dann komplett abgeschlossen, nachdem Alec im September geboren wurde. Ich wollte den Song veröffentlichen, aber nicht als Solo Song oder sowas in der Art. Mit dem Deluxe Format hatten wir die Flexibilität, Stücke mit dazu zu nehmen, die nicht unbedingt den originären fünf Tracks der EP entsprechen. Daher dachte ich, dass wir mit “Grow” eine interessante und andere Seite von uns als Musikern zeigen können und damit auch quasi wörtlich den Namen “Softspoken” (dt. in etwa: leise gesprochen) illustrieren können. 

HF: Der andere Song, an den ich da denke, ist “Unheard”. Er unterscheidet sich im Stil sehr vom Rest des Albums und ist vergleichsweise schnell, aggressiv und eher ein Hardcore Track. Es klingt so, als gäbe es keine Zurückhaltung mehr. Was ist die Geschichte zu diesem Song?

Chris: Der Song, aus dem schließlich “Unheard” wurde, ist, glaube ich, der zweite Song, den wir als Band geschrieben haben. Zu einer Zeit wo wir noch herumexperimentiert haben, welchen Sound wir erreichen wollen. Für ewige Zeiten blieb dieses Lied ein unfertiges Demo, das einfach “Song 4” genannt wurde. Der Track hat es nicht auf die EP geschafft, eben weil er so anders war, aber als wir uns zur “Deluxe” entschlossen haben, haben wir ihn wieder hervorgeholt, da er – ähnlich wie bei “Grow” – eines der anderen Extreme aufzeigt, zu denen wir als Musiker fähig sind und auch, zu was Sam stimmlich in der Lage ist. Wir albern bei der Probe viel herum und jammen härtere Songs, also hat es Spaß gemacht, einen davon auf die Deluxe zu packen und hoffentlich ein paar Leute damit zu überraschen.

Die Lyrics des Songs sind etwas sehr persönliches für Sam, denn es geht um einige Sachen, die er in den letzten Jahren durchmachen musste.

HF: Du hast “Pathways (Deluxe Edition)” als eine Art erstes Kapitel in der Geschichte von Softspoken beschrieben, denn alle Songs haben eine ähnliche Grundstimmung und die meisten wurden geschrieben, während ihr an der EP gearbeitet habt. Wird euer nächstes Album so etwas wie ein zweites Kapitel, mit dem ihr den Weg fortsetzt, den ihr eingeschlagen habt oder wird es eher eine komplett neue Geschichte?

Chris: Das nächste Album wird etwas komplett neues. Stilistisch wird es zwar immer noch nach Softspoken klingen, aber wir werden unseren Sound definitiv erweitern und werden tatsächlich die Grenzen von dem erkunden, was wir als Musiker und Künstler schaffen können. Wie schon gesagt, jammen wir sehr gerne, dabei wechseln wir von hart und aggressiv zu leicht und ruhig hin und her, während wir proben. Und genau dies wird das Album widerspiegeln, mit der Betonung auf den Gefühlen, die ein Song in dir hervorruft. Unsere nächste Single “How We Rise” ist wirklich so etwas wie der letzte Satz im ersten Kapitel…es ist eine Art Übergang und verbindet Aspekte von “Pathways” mit ein paar Andeutungen, was zukünftig kommen wird. Wir können es kaum erwarten, mehr über das Album zu verraten…aber im Moment kann ich nicht mehr sagen außer: das Album wird noch 2018 erscheinen.

HF: Ich mag die Philosophie hinter eurer Musik. Ihr schreibt, was ihr fühlt, ohne euch Gedanken zu machen, ob es zur aktuellen Mode passt und ihr wollt eine positive Botschaft rüberbringen. Mit diesem Gedanken habt ihr auch eine spezielle Gruppe gegründet, “The Speakers”, die mehr ist als einfach nur eine Fangruppe. Welche Idee steht hinter dieser Gemeinschaft?

Chris: Das wird jetzt eine etwas längere Antwort. Um die Frage nach dem Gedanken hinter “The Speakers” zu beantworten, muss ich etwas ausholen und die grundsätzliche Idee hinter “Softspoken” erläutern. Für mich bin ich Softspoken. Es ist das, was mich ausmacht. Ich bin ein Mensch der leisen Töne. Ich bin Musik. Ich bin eine Mischung aus aggressiven und sanften Aspekten, beruhigenden und aufregenden Elementen und vielen Dingen, die man durchaus verbesseren kann. Es einfach nur eine Band zu nennen, kratzt gerade mal an der Oberfläche. Ich bin nach außen hin einfach nur Chris…aber wenn du etwas tiefer in mich hineinschaust, dann bin ich etwas viel komplexeres als einfach nur mein Name. Softspoken ist für mich – und uns alle – eine Möglichkeit, unser Inneres nach außen hin zu zeigen. Für jeden von uns gilt: wir zusammen sind Softspoken, aber Softspoken ist auch ein Teil von jedem von uns. Das funktioniert in beide Richtungen.

Das ist die Idee, die hinter Softspoken steht… dass sich da eine Energie, oder fast schon Spiritualität ergibt, aus dem heraus was auch immer deine Leidenschaften sind. Für jemand anderes ist es vielleicht Basketball, Malerei oder Gartenarbeit – aber was auch immer es ist, es gibt dir ein Gefühl für dich selbst und egal, ob du das, was du tust für tausend Leute tust oder dich einfach nur für dich selbst um deinen Garten kümmerst, es gibt dir ein Gefühl der Vollständigkeit. Das ist für mich die Botschaft von Softspoken: Sei DU und sei stolz darauf. Finde einen positiven Weg, um auszudrücken, wer du bist und was du liebst und lass dich von niemandem unterdrücken oder deine Stimme zum verstummen bringen.

“The Speakers” sind aus diesem Gedanken heraus entstanden. Wir vier in der Band sind so etwas wie Vortragende, wir sprechen über unsere persönlichen Erlebnisse, entweder mit Worten – wie Sam – oder durch unsere Instrumente. Immer wenn wir unterwegs sind, kommen wir gerne in Kontakt mit den Menschen. Jeder kommt zu einer Show, um Musik zu erleben – das ist eine Gemeinsamkeit, die uns zusammenbringt. Also wollten wir eine Gemeinschaft von Freunden gründen, zusammengeführt von unserer gemeinsamen Liebe zur Musik, in der sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen bei unseren Bemühungen und wirklich echte Verbindungen zueinander aufbauen. Diese Gruppe wächst immer weiter und wir hoffen, dass dies auch so bleibt.

HF: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen euch mit eurem neuen Album viel Erfolg.

Interview: Katja Rohloff

Weitere Infos:
Softspoken bei Facebook
Website von Softspoken

 

English version of the interview 

Hellfire Quick 5 interviews try to gather a lot of interesting information within the narrow frame of five questions and five answers. Sometimes a query may be divided into two or three partial questions. It’s up to the musicians to answer short, longer or excessively.

Today we talk to Chris Wethington from Softspoken who will release their album „Pathways (Deluxe Edition)“ on March 9, 2018.

HF: First of all, congratulations on your new album. I suppose that most of our readers don’t know you yet, so would you be so kind to give us a short introduction to the band, its members and their musical background?

Chris: Sure! Softspoken is a post-hardcore band from the state of Kentucky in the USA made up of myself (guitar), Sam Scheuer (vocals), Billy Zimpelman (guitar), and Myka Meeks (drums). As for our backgrounds: Sam and I both started playing music 12+ years ago and our old bands played shows together quite a bit. We’ve both been in and out of a range of bands from pop-punk to metalcore. Billy has been in the scene almost as long and comes from a heavier background. Myka is the young one of the group, and also comes from a heavier background.

HF: „Pathways (Deluxe Edition)“ is a kind of extended version of the EP „Pathways“ from  2017 and contains six additional songs. Two of these new songs are noticeably different from the rest of the album. First of all „Grow“, a song you wrote for your son Alec. It’s a very personal song I think. What was the reason to add it to the new album?

Chris: „Grow“ was kind of a last-minute addition to the Deluxe. I had been writing it while my wife was pregnant, and finished it up after Alec was born (in September). I wanted to release it but didn’t want to do it as a solo song or anything like that. The Deluxe format gave us some flexibility with adding songs that aren’t exactly like the original 5 from the EP, and because of that I thought adding „Grow“ showed an interesting and different side to what we can do as musicians, and also literally displays the „Softspoken“ name.

HF: The other song I have in mind is „Unheard“. It differs a lot in style from the rest of the album and in comparison to the other songs is very fast, aggressive and more like a hardcore track. Sounds like there are no restraints anymore. What is the story of this song?

Chris: The song that became „Unheard“ was I think the second track we ever wrote as a band and it was when we were still experimenting with the sound we wanted. For the longest time it was an unfinished demo just called „Song 4“. It didn’t make the cut on the EP because of how different it was, but when we decided to do a Deluxe we brought it back out to – kind of like I mentioned with „Grow“ – because it’s a song that showcases the other extreme of what we can do as musicians, and also what Sam can do vocally. We goof around at practice jamming heavier songs a lot, so it was fun to put one on the Deluxe to hopefully surprise some people.

Lyrically it’s kind of personal to Sam and some of the stuff he’s been through over the past couple of  years.

HF: You described „Pathways (Deluxe Edition)“ as a kind of first chapter in the story of Softspoken because they all have a similar vibe and most of them were written during the time you recorded the EP. Will your next album be something like a second chapter and continue the path you started on or will it be more like a complete new story?

Chris: The next album will be completely new. Stylistically it will still sound like Softspoken, but we’re definitely going to expand upon our sound and really explore the limits of what we can do as musicians and artists. I mentioned above that we really love to jam; we go from heavy and aggressive to light and tranquil a lot in practice, and the album will really showcase that with an emphasis on the feeling a song gives you. Our next single „How We Rise“ is really the last statement for that first Pathways chapter… it’s a transition piece tying together aspects of Pathways and dropping a little of what’s to come. We can’t wait to unveil more about the album… but I can’t really say too much yet other than it is coming in 2018.

HF: I like the philosophy behind your music. You write what you feel without thinking about whether it fits to the current standards and you want to transport a positive message. Accordingly you created a special group called „The Speakers“ that is more than just a fan group. What’s the idea behind this community?

Chris: This is going to be a longer answer, and in order to really answer what the idea behind „The Speakers“ is I need to revisit the idea behind „Softspoken“ in general.

For me, Softspoken is me. It’s what I am. I am soft-spoken. I am music. I am a mix of things both aggressive and gentle, things calming and exciting, and things that have room for improvement. Calling it a „band“ is just looking at the surface. Me, on my surface, I’m just Chris… but if you dig into me, I’m much more complicated than my name. Softspoken is a way for me – and for all of us – to take what’s on the inside and put it out there. For each of us, we are Softspoken, but it is us, too. It goes both ways.

That’s what the idea behind what Softspoken is… that there’s an energy or almost spirituality to whatever your passions are. For someone else it might be basketball, or painting, or gardening – but whatever it is it gives you a sense of self, and even if you’re doing it for 1,000 people or just tending your garden on your own, it makes you feel whole. That’s what, for me, the message of Softspoken is: Be YOU and take pride in it. Find whatever positive outlet you can to speak out about who you are and what you love, and don’t let anyone try to put you down or suppress your voice.

„The Speakers“ grew out of that idea. The four of us in this band are speakers, speaking about our personal lives whether vocally – like Sam – or through instrumentation. Whenever we’re on the road, we love connecting with people. Everyone is at a show to experience music – it’s a common bond that brings us all together. So we wanted to create a community of friends, brought together by our common love of music where members support one another in our endeavors and truly build authentic and real connections. It’s been growing steadily, and we hope it continues to do so.

HF: Thank you very much for your time. We wish you lots of success with your new album.

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