Ötte – Gare du Noise

© Ötte

Geschrieben von Hans Dadaniak
Band: Ötte
Album: Gare du Noise
Genre: Rock Pop
Plattenfirma: Motor Entertainment GmbH
Veröffentlichung: 25.01.2019

Deutsch für Fortgeschrittene. Anspruchsvoll, melancholisch und eine Portion Rock. So kann man das neue Album von Christian Otte alias Ötte bezeichnen. Mit „Gare do Noise“, übersetzt so viel wie „Lärmstation“, liefert Ötte alles was guter Deutschrock braucht, außer Lärm.

Direkt mit „Tief eingraviert“ und seinem Piano-Intro, wird man eingestimmt auf eine Reise, in der anspruchsvolle Texte auch musikalisch überbracht werden können. Etwas rockiger und gitarrenbetonter als der erste Song, stellt uns der geborene Rheinländer bei „Jahre ziehn ins Land” die Frage aller Fragen, wo sind nur die guten Jahre geblieben. Mit „Besser als hier“ liefert uns das Album einen Song, der vom Refrain her absolut zum Mitsingen animiert.

Das uns Ötte mit seinen Liedern auch zum Nachdenken anregen möchte, kann der bewusste Hörer gleich beim nächsten Titel erfahren. „Kein Zurück“ fängt beschwingt an, lässt einen aber beim Text nachvollziehen, wie schwer Beziehungen sein können.

„Stadtklang“, für mich ein melancholischer Song, der die Liebe von Ötte zu Hamburg beschreibt, lässt einen ein wenig träumen und das Flair dieser Stadt erahnen. Mit „Sei bei mir“ liefert das Album einen Song, bei dem man sofort sagen möchte, „Ja hier bin ich“ und hier bleibe ich auch.

Mit „Flaschenpost“, bekommen wir eine wunderschöne Ballade die sehr pianobetont ist und einen deshalb umso mehr auf den Text achten lässt. Ein Song, der gerade in der heutigen Zeit von so vielen gehört werden sollte. Für mich der Lieblingssong auf diese Album.

Doch direkt danach liefert uns das Album eine Coverversion eines anderen, leider bereits verstorbenen großen Künstlers, nämlich Rio Reiser. Mit „Stiller Raum“ bekommen wir eine Adaption des Songs, der zwar etwas kürzer ist als das Original, sich aber in keiner Weise dahinter verstecken muss, was daran liegt, dass die Band ihren Job gut macht und auch die rockigen Aspekte heraushebt.

Mit „Träum weiter“ wird der Hörer sofort in eine andere Welt katapultiert. Man könnte meinen ein anderes Album zu hören, so geht dieser Song vom Tempo her ab. Und dann schon wieder ein Song, der einem das Gefühl von Melancholie und Romantik vermittelt. „Zwei in einem Boot“, für mich ein Song der die Verbundenheit vermittelt. Danach dürfen wir dann mit Ötte ins „Paradies“. Ein Lied, das eigentlich mehr von der Trauer von Angehörigen handelt, als das es die schöne, wenn es die überhaupt gibt, Seite zeigt.

Alles in allem ein Album das beim Hören nachdenklich stimmt. Ötte beschreibt das Leben, wobei ich nicht weiß wie viel eigene Erfahrungen mit eingeflossen sind. Auf alle Fälle ein Album, dass man nicht einfach mal so hören sollte, sondern sich auch mal die Zeit nehmen sollte die Texte bei sich selbst zu hinterfragen.

Von mir gibt es für dieses Album 9 von 10 Hellfirepunkten.

Tracklist:

  1. Tief eingraviert
  2. Jahre ziehn ins Land
  3. Besser als hier
  4. Kein Zurück
  5. Stadtklang
  6. Sei bei mir
  7. Flaschenpost
  8. Stiller Raum
  9. Träum weiter
  10. Zwei in einem Boot

Mehr Infos:
https://www.oettesolo.net
https://www.facebook.com/oettedererste/

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