Insomnium – Heart like a grave

© Insomnium

 

Geschrieben von Marco Gräff
Band: Insomnium
Album: Heart like a grave
Genre: Melancholic Death Metal
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 04.10.2019

 

Allein der Albumtitel hatte bei mir schon Gänsehaut verursacht und macht es eigentlich immer noch. Keine andere Band als INSOMNIUM versteht es dermaßen Melancholie, Schmerz und Trauer, Härte und Melodien derart in Musik zu verpacken. Spätestens seit ihrem sechsten Album “Shadows of the dying sun” sind INSOMNIUM ganz klar eine feste Größe im finnischen Melodic Death Metal; und weit darüber hinaus.

War das direkte Vorgängeralbum “Winter’s Gate” vor drei Jahren ein Ein-Song-Monstrum von 40 Minuten Länge, besinnen sich die Finnen auf ihrem neuesten Werk HEART LIKE A GRAVE wieder auf ihre klassische Albumstruktur, die vor acht Jahren mit “One for sorrow” begann. Zehn Songs (plus zwei als Special Edition Bonus) mit einer guten Stunde bester Musik wie es momentan nur INSOMNIUM können.

Im Vorfeld gab es schon VALEDICTION und den Titelsong als Videos zu hören und zu sehen. Seit heute gibt es den dritten Vorgeschmack, den längsten Track PALE MORNING STAR zu bestaunen. Und es sind auch gerade die drei Songs, die das Album wohl am besten widerspiegeln. Ist VALEDICTION ein typischer Insomnium Song vom Schlage eines “While we sleep” (wo er aber nie wirklich ran kommt) oder “Through the shadows”, ist PALE MORNING STAR ein episches Meisterwerk mit leicht progressiven Zügen, der aber auch sehr rabiat zu Werke geht und ein wenig Blackend Death Atmosphäre versprüht. (Hat jemand das Debüt von den ‘Belzebubs’ gehört? 😉 ).

Über HEART LIKE A GRAVE könnte ich stundenlang schwärmen. Für diese Art der Musik liebe ich diese Band. INSOMNIUM vertonen Gefühle wie kaum eine andere Band die momentan aktiv ist. Schon der Beginn lässt einen in Demut versinken, wenn die akustische Gitarre in den Song führt. Und dann geht es los, mit einem genialen Riff, das mich in eine andere Welt abdriften lässt. Dazu der charismatische, tiefe Gesang von Niilo Sevänen und die epischen Clean Vocals; ein Song für die Ewigkeit. Und bitte – ab Minute 4:33 den Lautstärkeregler auf 10! und mit der finnischen Seenlandschaft in Gedanken sich einfach fallen lassen und einfach nur genießen. Der beste Song auf dem Album und wohl auch der beste in diesem Jahr.

Aber wollen wir nicht die anderen Songs zu sehr schmälern. Was INSOMNIUM hier auf HEART LIKE A GRAVE abliefern ist mehr als beachtenswert. Neben Nackenbrechern wie NEVERLAST und THE OFFERING sind es abermals die etwas ruhigeren und sehr melancholischen Stücke die restlos begeistern. AND BELLS THEY TOLL, MUTE IS MY SORROW und TWILIGHT TRAILS sorgen mit ihren wunderschön melodischen Riffs immer wieder für Gänsehaut Momente.

Leichte Kritikpunkte sehe ich am Übergang von WAIL OF NORTH (welches Introcharakter hat) zu VALEDICTION, der zu unharmonisch und auch untypisch gestaltet wurde. Das hat auf “One for sorrow” und “Shadows of the dying sun” an gleicher Stelle viel besser und runder funktioniert. Ansonsten kann ich nichts negatives über das Album vermelden. Ein Wort noch zu KARELIA, dem Schlusspunkt der regulären Platte. Ein Instrumentalstück der Sonderklasse, bei die INSOMNIUM schon fast verschwänderisch mit genialen Riffs um sich werfen. Ein perktes Outro.

HEART LIKE A GRAVE ist ein weiterer Meilenstein INSOMNIUM‘s und darf bald als Klassiker der Band gelten. Mit nun drei Gitarristen ist der Sound noch eigenständiger, runder und vor allem noch melodischer und auch melancholischer. So etwas können nur Finnen. So etwas können nur INSOMNIUM!

von mir gibt es 9,5 von 10 Hellfire-Punkten

 

Tracks:

01 – Wail of the North (03:07)
02 – Valediction (05:06)
03 – Neverlast (04:47)
04 – Pale Morning Star (08:58)
05 – And Bells They Toll (06:02)
06 – The Offering (05:00)
07 – Mute Is My Sorrow (06:02)
08 – Twilight Trails (07:06)
09 – Heart Like a Grave (07:05)
10 – Karelia (07:50)
11 – The True Morning Star (03:06) (Special Edition Bonus)
12 – Karelia 2049 (06:43) (Special Edition Bonus)

 

Line-Up:

Markus Hirvonen – Drums
Ville Friman – Guitars and vocals
Niilo Sevänen – Vocals and bass
Markus Vanhala – Guitars
Jani Liimatainen – Guitars and vocals

 

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