Hair Of The Dog – Zeitreise in die 70er

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Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir dem Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen.

Wir vom Hellfire bemühen uns, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); dem Musiker obliegt es, nach seinem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Heute sprechen wir mit Hair Of The Dog Gitarrist Adam Holt, der sich wirklich eine Menge Zeit genommen hat und unsere Fragen sehr ausführlich beantwortet hat..

 

HF: Euer Name bezieht sich offensichtlich auf das Album von Nazareth… Oder liege ich falsch?
Falls ich falsch liege: was hat Euch bewogen, diesen Namen zu wählen; falls ich recht habe: was hat Euch bewogen, diesen Namen zu wählen? J

AH: Ja, wir kannten das Nazareth Album und den Song. Ich habe das Stück das erste Mal im Skater Film Lords Of Dogtown gehört.
Da ich sowohl ein großer Skater als auch ein Klassik Rock Fan bin, hat mich der Song sehr berührt.
Ich meine, dieser Song hat einen der besten Killer-Riffs.

Allerdings bezieht sich unser Name auf eine Schottische Tradition, einen Hangover nach durchzechter Nacht mit Weitertrinken zu kurieren. Meistens mit einem Schluck Whisky.
Als Garant für eine gute Zeit mit einem unstillbaren Durst nach Bier dachten wir, Hair Of The Dog passt zu uns und unserer Musik.

HF: In Eurem Infosheet steht, dass Eure musikalischen Einflüsse von Led Zeppelin, Jimi Hendrix, The Doors, Deep Purple and Black Sabbath herrühren.
Gerade die Led Zeppelin Einflüsse sind klar und unüberhörbar. Wie seid Ihr mit der Zep Musik in Kontakt geraten?

AH: Ich habe mit 8 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Ein High School Schüler, der mein Gitarrenlehrer war, stand voll auf Blues und Rock.
Der Erste Song, den ich lernte war Hey Joe von Hendrix.

Aber als ich dann anfing, Led Zeppelin zu spielen, bin ich der Power, der Aggression und der Sinnlichkeit ihrer Riff verfallen.
Jimmy Page’s Stil hat mich gepackt, er war rau, liederlich und dreckig, aber er hatte mehr Herz und Seele als irgendetwas, was ich bis dahin gehört habe.
Sein Solo in Since I’ve Been Loving You ist mein Lieblingssolo ever.
Seine Arrangements sind DER Maßstab für mich; das strebe ich an.

Auch unser Drummer Jon ist stark von John Bonham beeinflusst. Ich glaube nicht, dass es da draußen viele Drummer gibt, die diesen Stil mit dieser Boshaftigkeit spielen, wie Jon. Diese Power in der Band zu haben ist ein großartiges Gefühl.

Darüber hinaus haben wir stets Zeppelin gehört. Ihre Musik ist der Soundtrack unseres Lebens.
Wenn ich Rain Song höre, denke ich immer an den Fluss, in dem wir betrunken geschwommen sind; und wenn ich Immigrant Song höre, erinnert mich das immer an Ferien mit Jon.
Die Zeppelin Musik ist eher eine Romanze für mich, denn ein Einfluss.

 

HF: Neben den oben genannten Bands, die Eure Musik beeinflusst haben sehe ich persönlich Parallelen zu den Yardbirds und Cream. Kannst Du mir da zustimmen?
Darüber hinaus erinnern mich Songs wie  „My Only Home” oder „The Sirens Song Pt 2” sehr stark an die Scorpions zu der Zeit, als Uli Jon Roth hier und da gesungen hat

AH: Ehrlich gesagt kenne ich die Yardbirds als Zeppelin Fan und Cream waren ebenfalls eine tolle Band, habe aber kaum deren Musik gehört. Unser Bassist Iain ist da eher ein Anhänger.

Wir sind alle riesige Fans von sehr unterschiedlicher Musik, versuchen aber, uns nicht zu sehr beeinflussen zu lassen.
Zum Beispiel sind wir alle mit Rage Against The Machine aufgewachsen.
Wir spielen alle Songs des selbstbetitelten Albums von vorne bis hinten, aber ohne Gesang.
Wie auch bei Zeppelin oder Sabbath sind die RATM Songs fokussiert auf die Riffs mit einem clevereren Aufbau und Wiederholung dieser Riffs.

Iain hört mehr experimentelle und psychedelische Sachen der späten 60er und 70er.
Bands wie Frank Zappa, Captain Beefheart und Jethro Tull.
Aber zur gleichen Zeit ist er auf die Red Hot Chilli Peppers abgefahren.

Jon und ich sind im Heavy Metal verwurzelt: wir beide sind große Pantera Fans und von Bands wie Down, Corrosion of Comformity oder, Superjoint Ritual.

Aber wir stehen auch auf Modern Metal: A Lamb Of God, Gojira und Meshuggah sind unsere Faves.
Auch wenn ein Außenstehender nicht unbedingt den Einfluss erkennen wird, deren Riffs und Song Strukturen haben unsere Art, Stücke zu schreiben schon sehr stark beeinflusst.

 Einer von Jons und meinen Einflüssen stammt vom britischen Blues Player Chris Rea; die meisten Menschen kennen seinen Weihnachtssong Driving Home For Christmas.
Unser Vater hat früher oft Cris Rea Alben im Auto gespielt. Sein Sound ist voll von „Deep Southern Blues“.
Es ist schon ein wirkliches Geschenk, wenn man so Komponieren kann, dass es in unseren Augen den perfekten Song ergibt.

Du siehst, es gibt eine Menge Einflüsse, die in unsere Musik eintauchen.

Ich glaube, es ist einfacher zu sagen, dass wir Musikliebhaber sind und wir schätzen großartige Riffs und gute Songs, ungeachtet, wo der Einfluss herkommt. Als Künstler versuchen wir eine möglichst breite Range einfließen zu lassen.

HF: Aktuell gibt es eine Menge Bands, die sich zurückbesinnen auf die 60er und 70er.
Meiner Meinung nach hat aber keine andere Band die Authentizität, die Ihr an den Tag legt. Was ist der Grund dafür?
Nur der Bezug zu der Musik kann das doch wohl nicht bewirken, um solche Songs zu schreiben…

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AH: Vielen Dank; ich weiß das zu würdigen. Ich denke, unsere Authentizität beruht darauf, dass wir nicht einem speziellen Sound oder Image hinterherlaufen.

Wie ich vorher schon sagte, sind wir sehr breit beeinflusst und haben darüber hinaus auch sehr lange an unseren Soundgefeilt. Schließlich arbeiten wir als Band bereits 15 Jahre zusammen.
Als wir anfingen und in unserer Gegend Shows spielten, brachten andere Bands Metallica Cover und Nu Metal Kram.
Dann kamen wir mit 15 Minuten Blues Improvisationen voller Gitarren- und Drum-Soli. Die Leute haben uns nur angegafft; sie waren einfach noch nicht bereit für uns.

Ich vergleich Hair OF The Dog mit Surfen: der gute Surfer wartet auf die perfekte Welle. Und wir sind gute Surfer und haben eine lange Zeit auf diese perfekte Welle gewartet, dass man auf unseren Stil und unserer Musik gewartet hat.

Dazu kommt noch, dass wir uns und unserem Stil immer treu geblieben sind. Es sind nicht mehr die 70er, obwohl wir die Musik lieben. Aber diese Zeit ist vorbei: die Welt ist ein beängstigender Platz geworden.
Wir sind drei Jungs, die in den 80ern in Schottland geboren sind und das Glück einer großartigen musikalischen Erziehung genossen zu haben.
Wir sind verbunden über die Musik, dem Skaten, Trinken und einfach eine gute Zeit zu haben.

Und obwohl wir jetzt Familien und Verantwortung haben, das ist es, was und wer wir sind und wir versuchen das alle in unsere Musik einfließen zu lassen.

Wenn Du krampfhaft versuchst, wie eine bestimmte Band zu klingen wirst Du scheitern.

HF: Ich bin mir fast sicher, dass Ihr Euch beim Schreiben und Produzieren ne Menge Joints reingezogen habt, um schlussendlich diese 70er Sound hinzubekommen. Liege ich da (teilweise) richtig?
Für mich persönlich bilden Eure Songs eine Brücke zu meiner Jugend (OHNE Drogen).
“Don’t Know My Name”, “Gypsy Eyes” und “My Only Home” reflektieren für ich mein pubertäres Gefühl.

AH: Joints? Ich weiß nicht, was Du meinst 😉
Ich mag, was Du da als „Brücke in die Jugend“ bezeichnest. Das ist, was ich meinte als ich davon gesprochen habe, was in die Musik einfließt: Ehrlichkeit!

Dass unsere Musik Dich in Deine Jugend zurückbringt ist ein großes Kompliment für uns. Vielen Dank.

Für unseren Schreib-Prozess ist es wichtig, miteinander zu jammen. Viel zu wenig Bands jammen noch miteinander.
Starte mit einem guten Riff; geh in den Proberaum und spiel das Ding wieder und wieder bis zwangsläufig das nächste Riff folgt.

Wir versuchen nicht, irgendeine 70er Energie aufzugreifen; die Energie ergibt sich von selbst, wenn wir miteinander jammen. Dann kommen neue Ideen für Songs.
Aber unsere wirkliche Energie kommt, wenn wir auf der Bühne stehen.
Wenn Du Hair Of The Dog erleben willst, so wie wir wirklich sind, komm zu unseren Shows und schau Dir an, wie wir unsere Songs live bringen.
Und nach der Show lass uns ein Bier zusammen trinken.

Wir lieben, was wir tun und wir sind überwältigt, dass so viele Leute überall auf der Welt auf unsere Musik stehen

Wir hoffen, dass wir 2017 auch nach Deutschland kommen und für unsere Fans dort ein paar Shows spielen können.
Unsere Plattenfirma sitzt in Deutschland und ein großer Teil der CD Verkäufe geht auf Euer Konto.
Wir setzen alles daran, dass Ihr uns in naher Zukunft live sehen könnt.
Anfang 2017 folgt unser nächstes Album und dann werden wir einige Europäische Shows spielen.

CD Kritik:

https://www.hellfire-magazin.de/hair-of-the-dog-the-sirens-song/

Mehr Infos: 

http://hairofthedog.bandcamp.com/

https://www.facebook.com/hairofthedoguk/

 

Quick5 Interview: Jörg Schnebele

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