Fornhem – Stämman från berget

© Fornhem

Geschrieben von: Yannic Aust
Band: Fornhem
Album: Stämman från berget
Genre: Black Metal
Plattenfirma: Trollmusic
Veröffentlichung: 05. November 2021

Passend zu den frostigen Temperaturen habe ich mir das kommende Album „Stämman från berget“ des schwedischen Trios „Fornhem“ organisiert. Die aus dem historisch bedeutungsvollen Östergötland stammende Black-Metal-Kapelle gründete sich 2013 als Duo und brachte vier Jahre später ihr Debüt namens „Ett fjärran kall“ heraus. Daran beteiligt waren lediglich „Vafthrudner“ und „Solbane“. Auf dem folgenden und aktuellen Longplayer reihte sich „Thuleman“ samt zweiter Gitarre zu den Nordmännern ein und sorgt für frischen, eisigen Wind. Haben wir hier wohlmöglich den neuen Soundtrack des Winters vor unseren Füßen? Wir werden es sehen! 

Zwar enthält „Stämman från berget“ nur fünf Tracks, allerdings mit einer durchschnittlichen Spielzeit von 8 Minuten. Übersetzt bedeutet der Albumtitel „Die Stimme vom Berge“. Versetzt man sich nun gedanklich in ein Setting eines monumentalen, eingeschneiten Bergs inmitten eines winterlichen Fichtenwalds, so glaubt man die garstigen Schreie des Frontmanns „Vafthrudner“ von diesem Berge zu hören. Einschneidend peitschen die Vocals durch die Luft und treffen mich mit geballter Intensität. Randweise werde ich sogar an „Enslaved’s“ grandioses Meisterwerk „Frost“ erinnert und schwimme auf einer Woge von Nostalgie. Genau so muss es sich anhören, kraftvoll, böse und animalisch!

Lyrisch sind die Texte auf „Fornhem’s“ neuen Longplayer von dem schwedischen Schriftsteller Gunnar Ekelöf inspiriert und fangen den nordischen Geist mit Bravour ein. Die Tatsache, dass „Solbane“ hauptberuflich Bibliothekar ist und „Vafthrudner” Religionsgeschichte in Uppsala studiert, untermauert die Authentizität und Komplexibilität der Songtexte und befinden sich auf einem hohen Niveau.

 Doch das fast 12-minütige instrumentale Schlusslicht „Untergang“ hätte für meinen Geschmack auch nur halb so lang sein können. So wirkt der Track künstlich in die Länge gezogen und verleitet eher dazu das Hören des Albums frühzeitig abbrechen zu wollen.

Was mich leider bei „Stämman från berget“ auf Dauer ungemein stört, ist das übermäßige Geschepper auf dem Kessel. Im Sinne des ersten Eindrucks hätte es dem Album gutgetan, wenn die Crash sich dezenter in den Hintergrund gestellt hätte. So erinnere ich mich beim ersten Durchhören überwiegend nur an das Geschaller der Becken. Darüber hinaus kommt die mittelmäßige Produktion / Mastering. Muss man wirklich noch in der heutigen Zeit so klingen wie der Black Metal, als er noch in den Kinderschuhen steckte? Vom bereits angesprochenen übermäßigen Gebrauch der Kessel ganz abgesehen, ist der Sound der Drums allgemein viel zu flach. Mir fehlt ein satter tiefer Klang.

Sofern „Fornhem“ ihre Qualität im Rahmen der Instrumentalisierung anheben und ausgefeiltere Melodien abliefern, können sie einen festen Platz in den heiligen Hallen des heutigen Black Metals einnehmen. Ein immenses Potenzial ist unweigerlich vorhanden. Man bedenke zudem, dass „Fornhem“ in Relation eine recht junge Band ist und wir gewiss noch einiges von den Schweden hören werden. Ich bleibe dran und bin gespannt wie, und vor allem ob, sich „Fornhem“ weiterentwickeln.

Für diese Leistung gibt es von mir 6,5 von 10 Hellfire-Punkten!   

Tracklist:

01 Den längsta dagen                        
02 Uþarba spa
03 Förlist                 
04 Stämman från berget
05 Untergang

Line Up:

Vafthrudner – Drums, Vocals
Solbane – Guitars, Bass
Thuleman – Guitars

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/Fornhem

 

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