Bad Assumption – Angst

© Bad Assumption

Geschrieben von Katja Maeting
Band: Bad Assumption
Album: Angst
Genre: Melodic Hardcore
Plattenfirma: unsigned / unterstützt von Dedication Records
Veröffentlichung: 28. Februar 2020

Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. So zumindest bei den Jungs von Bad Assumption, die seit dem Release ihrer EP “It’s Only Getting Worse” von einem Quartett zu einem Trio (inklusive neuem Bassisten) geworden sind. Auf das kreative Schaffen hat sich das definitiv positiv ausgewirkt, wenn man mal das Debütalbum “Angst” als Maßstab dafür nimmt.

Was einst als Punk-Rock-Band begann, hat sich inzwischen zu einer Formation gemausert, die ohne zu zögern über den musikalischen Tellerrand blickt und vielfältige Ideen in ihrer Musik zulässt. Dies hatten sie mit ihrer EP schon angedeutet, mit “Angst” treten sie den endgültigen Beweis an.

Das Intro “A New Start” ist hier programmatisch betitelt und schlägt einen emotionalen wuchtigen Spannungsbogen, der in “Fourty Two” überleitet, welches zwischen Post-Hardcore und Melodic Hardcore balanciert und mit der Kombination aus roughen Vocals, drängender Rhythmusfraktion und mal dezenten, mal stabilen Riff-Ketten eine intensive Dynamik entwickelt. Apropos intensiv, die Ballade “Far From Home” fällt definitiv in diese Kategorie. Ich muss gestehen, ich hätte Bad Assumption nicht zugetraut, dass sie so verletztlich klingen können. Eine fast schon bezaubernde Melodie, gepaart mit emotionalen Clean Vocals – großartige Leistung und catchy ohne Ende.

Alles andere als verletztlich klingen die Jungs dafür bei “Empty Page”, welches Hardcore-Strophen mit melodischem Chorus kombiniert und so interessante Gegensätze innerhalb der Grundemotion des Tracks schafft. “Ressurect” ist sogar ein Nackenbrecher erster Güte und dürfte Bad Assumption auch für Hardcore-Puristen interessant machen. Es folgen weitere Überraschungen, wie das Alternative und Punk Rock geprägte “The Hardest Part”, welches wieder eine eingängige Melodielinie und einen mitsing-tauglichen Refrain auffährt oder das atmosphärische “Don Quijote”, das Spoken Words und Crew Shouts mit einer sich immer enger verflechtenden musikalischen Ausgestaltung unterlegt.

Wie die titelgebende Emotion, so sind auch die Songs auf “Angst” auf eine gewisse Art rau, roh und ungeschliffen und einfach echt. Die Jungs fahren hier einen authentischen Sound, wie er ihnen einfach in den Sinn kommt. Das kann dann mal eine heftige Emo-Ballade sein wie “Far From Home”, eine fast schon klassische Hardcore-Nummer wie “Ressurect” oder das Alternative-geprägte “The Hardest Part”. Schön zu hören, dass junge Bands immer noch den Mut haben, nicht einfach nur eine Schublade zu bedienen, sondern genau die Musik zu machen, die ihnen gefällt. Mir gefällt’s auch.

Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire-Punkten

Trackliste:
01. A New Start
02. Fourty Two
03. Far From Home
04. Make It My Own
05. Empty Page
06. Masquerade
07. Ressurect
08. The Hardest Part
09. Fallen Notion
10. Don Quijote
11. Fahrenheit

Line-up:
Dan – Guitar
Joel – Drums
Merten – Bass

Weitere Infos:
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