Watchman – Doom of Babylon

© Watchman

von Mathias Keiber
Band: Watchman
Album: Doom of Babylon
Genre: Doom
Label: self-released
Veröffentlichung: 4. Juni 2021

„Doom“ – für die allermeisten dürfte das ein Ballerspiel oder eine von Black Sabbath beeinflusste Stilrichtung metallischer Musik sein. Schaut man den Begriff „doom“ im Oxford Dictionary nach, so liest man: „jedwedes schreckliche Schicksal“. Den vielleicht glaubwürdigsten Soundtrack dazu, der mir je zu Ohren gekommen ist, liefert ein Mann aus Indiana – Multi-Instrumentalist, Studio-Ingenieur und Produzent Roy Waterford alias Watchman.

Man könnte jetzt meinen, Waterford hätte irgendeinen infernalen Lärm aufgenommen. Doch das ist nicht der Fall. „Doom of Babylon“ ist mitunter hochmelodisch. Aber es ist so abgrundtief böse, so apokalyptisch, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Die Songs ähneln sich, doch die Formel, mit der Waterford sie strickt, funktioniert immer: bodenlose, brutal verzerrte Bass-Motive, die sich mit Gitarren-Leads, die wie Alarm-Sirenen heulen, die Klinke in die Hand geben. Dazu zerbrechliche Drums, die den Rhythmus aber nur scheinbar verlieren, und stark effektbeladene Vocals. Bestes Beispiel: So wie die Glanznummer des Albums klingt, „Bowls of Wrath“, so stelle ich mir die Pforte ins Verderben vor.

Die dringende Empfehlung meinerseits gilt aber für das ganze Album. Denn so etwas Krasses habe ich schon seit langen nicht mehr gehört. Mir scheint, hier ist jemandem genau das gelungen, was er sich vorgenommen hat – einen Soundtrack zur Apokalypse, der tatsächlich hält, was er verspricht. 

9 von 10 HELLFIRE-Punkten.

Songs
1. Behold A Pale Horse
2. Bowls Of Wrath
3. Doom Of Babylon
4. The Second Death
5. Wormwood
6. Come And See
7. Blood, Fire And Pillars Of Smoke
8. Pestilence

Links
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