U.D.O. – Es ist immer wie nach Hause kommen

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir dem Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen.
Wir vom Hellfire bemühen uns, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); dem Musiker obliegt es, nach seinem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

 

Dieses Mal sprechen wir mit Sven Dirkschneider, seines Zeichens Drummer in der Band seines Vaters Udo, der die letzten Jahre erfolgreich weltweit der Accept Ära gehuldigt hat und sich nun am 31. August mit dem neuen U.D.O. Machwerk „Steelfactory“ zurückmeldet.

 

 

HF: Sven, erst einmal Glückwunsch zum neuen U.D.O. Album; das erste Durchhören hat mit bestätigt, dass sich niemand um die Zukunft der Band Sorgen machen muss.

Dennoch muss doch nach der exzessiven und überaus erfolgreichen „Dirkschneider“ Tour etwas Nervosität in der Band-Luft liegen; schließlich ist Udos Statement gewesen: Dirkschneider im Zeichen der Accept Songs, danach nie wieder ein Accept Song auf einem U.D.O. Konzert.

Teilt die gesamte Band diese Marschrichtung, oder ist das die Entscheidung des „Bosses“?

 

SD: Ich kann natürlich in erster Linie nur für mich selbst sprechen, aber ich denke, dass wir alle geschlossen hinter dieser Entscheidung stehen und diese auch begrüßen. Ich mein, es macht mega Spaß die Accept Songs zu spielen, wir haben aber auch alle super viel Bock auf die U.D.O. Songs, neu und alt, die natürlich auch teilweise einen anderen spielerischen Anspruch fordern. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Rückkehr zu U.D.O. und vor allem freue ich mich darauf Songs vom neuen Album „Steelfactory“ spielen zu können.

  

HF: Die Aufnahmen zu „Steelfactory“ fanden während der „Dirkschneider“ Tour statt; war das Songwriting zu diesem Zeitpunkt bereits beendet und nur noch ein Aufnahmeprozess oder habt Ihr unter dem Einfluss der erfolgreichen Dirkschneider Tour komponiert? Habt Ihr Euch da zwingen müssen, bestimmte Ideen nicht umzusetzen?

 

SD: Es gab für „Steelfactory“ tatsächlich eine Songwriting Session die mit allen, bei mir im Studio, stattgefunden hat. Es war auch teilweise eine Art Jamsession.
Wir haben das alle sehr genossen. Den Tag über komponieren und jammen, abends dann zusammen was essen gehen und noch das ein oder andere Bierchen trinken. Meiner Ansicht nach, die perfekten Umstände um Musik zu kreieren.
Wir mussten uns bei diesem Album eigentlich zu gar nichts zwingen. Wir haben einfach das umgesetzt was wir alle lieben und gemeinsam haben – nämlich den Heavy Metal. Ich denke, dass man das auch auf dem Album ganz klar hört. Es ist lebendig, frisch und energiegeladen.

 

HF: Nachdem Kasperi Heikkinen die Band während der Tour verlassen hat, sprang Bill Hudson als „fester“ zweiter Gitarrist ein; das war aber auch nur eine Sache von ein paar Monaten. Ich habe auf Bildern von Wacken gesehen, dass Stefan Kaufmann ausgeholfen hat. Wie sieht denn nun die weitere Planung bezüglich des zweiten Gitarristen aus?

 

SD: Ja, die letzten Jahre waren nicht gerade einfach was die zweite Gitarristenposition angeht. Zuerst ist uns Kasperi weggebrochen, ein unglaublicher Gitarrist, wie ich persönlich finde. Es hat jedoch leider, irgendwie, menschlich auch nicht ganz gepasst.
Bei Bill war es im Prinzip dasselbe, jedoch muss ich ganz ehrlich sagen, dass hier auch das musikalische nicht wirklich gepasst hat. Er konnte, zumindest die Accept Songs, nicht richtig nach außen transportieren.

Wir haben jetzt über die letzten Wochen einige Gitarristen getestet und sind der Meinung den richtigen gefunden zu haben. Namen kann ich leider noch nicht nennen, aber das werdet ihr ja sicherlich rechtzeitig erfahren. Er wird auf jeden Fall sein Debüt auf der Russland Tour, die im Oktober diesen Jahres startet, geben.

  

HF: Ihr (Udo, Fitty, Andrey und Du) vermittelt nach außen den Eindruck einer eingeschworen Familie; hat es ein neuer Gitarrist schwer, in diesen Kreis einzudringen? Wie kommt Andrey mit den stetigen Vacancen an der zweiten Gitarre klar?

 

SD: Klar, wir kennen uns alle schon sehr lange. Bzw. im Fall von Fitty kennt er mich schon ziemlich lange… haha. Der kennt mich schon seit meiner Geburt.
Aber allgemein haben wir bei U.D.O. einen sehr familiären Umgang miteinander. Auch mit der Crew. Viele aus der Crew arbeiten schon seit 10 oder mehr Jahren für die Band.
Es ist immer wie nach Hause kommen, sobald der Tourbus losfährt. Ich würde eigentlich nicht unbedingt sagen, dass es schwer ist in diesen Kreis einzudringen. Es hat einfach viel mit dem Menschlichen zu tun und das muss einfach von selbst funktionieren. Das kann man nicht erzwingen, es ist aber von absoluter Notwendigkeit, dass sich alle gut verstehen, wenn man mehrere Monate zusammen auf Tour ist.
 

 

HF: Udo hat mit 66 Jahren ein Alter erreicht, in dem es laut seines Namensvetters Udo Jürgens erst richtig los geht. Allerdings halte ich Eure Tourneen und Shows doch für recht kräftezehrend. Plant Ihr das Tour Pensum weiterhin wie gehabt oder lasst Ihr es etwas ruhiger angehen?

 

Das geht, auf jeden Fall, erst mal fröhlich weiter wie gehabt.
19 Shows in Russland ab Ende Oktober. 2019 geht’s dann auf Europatournee, die mit Sicherheit auch groß ausfallen wird. Sprich, viele Shows, viele Städte, lange unterwegs.
Das ist das wofür wir leben und wo wir Bock drauf haben. Solange es meinem Vater gesundheitlich gut geht, wird das auch so weiter gehen und das ist auch gut so!

 

Interview: Jörg Schnebele

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/udoonline/

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