The Piggyback Riders – Midnight at the Tenth of Always

© The Piggyback Riders

Geschrieben von Katja Rohloff
Band:
The Piggyback Riders
Album: Midnight at the Tenth of Always
Plattenfirma: Wild Kingdom Records/ Rough Trade
Veröffentlichung: 12.05.2017

Nach schwedischen Bands und Musikstilen befragt, werden die Antworten der meisten Leute wahrscheinlich auf ABBA, Swedish House Mafia, Sabaton oder Amon Amarth, Pop, Dance und verschiedene Metal-Richtungen hinauslaufen, je nach persönlicher Neigungsgruppe.

Country-Musik „made in Sweden“ dürften die wenigsten auf dem Plan haben. Aber genau dieser Musikrichtung haben sich The Piggyback Riders verschrieben und veröffentlichen am 12. Mai 2017 ihr Debütalbum „Midnight at the Tenth of Always“.

Sänger Sulo Karlsson ist den musikalisch sehr umfangreich Interessierten vielleicht als Frontmann der Bands Diamond Dogs und The Crunch ein Begriff. Idde Schultz ist in Schweden als Popsängerin erfolgreich und singt dabei überwiegend in ihrer Muttersprache. Chris Spedding ist schon seit den 60er-Jahren ein gern gebuchter Studio-Gitarrist.

The Piggyback Riders widmen sich auf ihrem Album eher dem traditionellen Country. Für alle, die sich, wie ich, mit den verschiedensten Stilrichtungen des Country nicht gut auskennen, sei dies kurz so beschrieben: es klingt mehr nach Loretta Lynn und Willie Nelson als nach Tim McGraw und Carrie Underwood. Der Schwerpunkt der Musik liegt auf den Sängern, die Instrumente bilden meistens nur den Hintergrund.

Die Betonung von Plattenfirma und Band auf den Americana-Aspekt des Albums kann ich nicht nachvollziehen, da es zwar Rock- und Folk-Einflüsse aufweist, aber als besonders sozialkritisch, ein wichtiges Merkmal des Americana, sind mir die Texte nicht aufgefallen.

Zwei Eindrücke haben sich bei mir schon beim ersten Hören des Albums verfestigt.

Zum einen fehlt Sänger Karlsson dieser typische Country-Klang in der Stimme. Ich bezweifele, dass es einen technischen Begriff dafür gibt, aber Hörer von amerikanischer Country-Musik werden hoffentlich verstehen, was ich meine.

Zum anderen fehlt bei manchen Songs einfach das Gefühl. Als Beispiel seien hier „Rock upon the waves“ und „There’s nothing left in me (thats’s good for you)“ genannt. Bei ersterem geht es um das Verschwinden und den Verlust einer geliebten Person, bei letzterem um die Trennung nach einer langjährigen Beziehung. Beides schmerzhafte Themen, die hier stimmlich ziemlich neutral vorgetragen werden.

Das es auch mit Gefühl geht, zeigt „Cuts both ways“. Der Sound geht Richtung Honky Tonk und erzählt davon, dass Liebe und Erfolg zweischneidige Schwerter sind. Und den angekratzten Stimmen von Karlsson und Schultz glaubt man sofort, dass sie beide Seiten kennengelernt haben.

Richtig gut klingen The Piggyback Riders immer dann, wenn sie sich vom Traditionellen lösen. Anspieltipp ist hier „Keep your heart alive“.Zum rockigen Sound und dem Klang elektrischer Gitarren passt Karlssons Stimme perfekt und beim Refrain kann man problemlos einstimmen.

Ich mag „Midnight at the Tenth of Always“, aber man muss ehrlich sagen, angesichts der Fülle an Country-Musikern verschiedenster Stilrichtungen, füllen The Piggyback Riders keine Lücke, sondern reihen sich mit ihrem Debütalbum ordentlich und nett in der Mitte ein.

Trackliste:

  1. Brighter light
  2. Sturdy Heart
  3. Rock upon the waves
  4. There’s Nothing left in me (that’s good for you)
  5. Cuts both ways
  6. Windfall
  7. Angels & Devils
  8. Hardly satisfied
  9. Morning Kiss
  10. Keep your heart alive
  11. Whispering shadows
  12. Grain of gold

Line-Up:
Sulo Karlsson – Lead and Backing Vocals
Idde Schultz – Lead and Backing Vocals
Chris Spedding – Electric and Acoustic Guitars
Stefan Bellnäs – Bass
Johan Håkansson – Drums and Percussion

Mehr Infos:
https://www.facebook.com/piggybackriders/

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