THE GATES OF SLUMBER – LIVE AT TEMPE ARIZONA

© The Gates of Slumber

von Mathias Keiber
Band: The Gates of Slumber
Album: Live at Tempe Arizona
Genre: Doom
Plattenfirma: The Church Within Records
Veröffentlichung: 28. Februar 2020

Manche Interviews mit Metal-Bands sind schlimmer als Gespräche mit Spitzenpolitikern. Überspitzt ausgedrückt: „Das ist die falsche Frage, hier meine Antwort auf die richtige.“ So oder so ähnlich lese ich das nicht selten in den bekannten Magazinen. Das krasse Gegenteil dazu lieferte Karl Simon, Sänger und Gitarrist von THE GATES OF SLUMBER, letztes Jahr in einem Interview mit „Deaf Forever“. Da sprach kein Mensch, der vorgibt, dies oder das zu sein. Da sprach ein Mensch, der sinngemäß zu sagen bereit war: „So waren wir eben. So und nicht anders.“

Mir kamen die Tränen beim Lesen. Zwar war ich natürlich nicht dabei, als die Band etwa nachts in ihrer Karre durch die Wüste raste. Identifizieren konnte ich mich trotzdem damit – und zwar zu 100 Prozent. „I hear you, Karl“, dachte ich mir immer wieder.

LIVE AT TEMPE ARIZONA hört sich so an, wie sich dieses Interview las. Aufgenommen im Jahr 2011 während einer US-Tour im Vorprogramm von Orange Goblin, handelt es sich um einen Mitschnitt, der die Band so präsentiert, wie sie ist: ganz und gar unprätentiös, völlig nackt sozusagen. So wie eine Live-Aufnahme im Optimalfall eben klingt.

Na, und wenn man alle sechs gespielten Songs sehr mag, wenn man sich zudem in den Arsch beißen könnte, dass man 6. März 2020 nicht nach Berlin fuhr, wo THE GATES OF SLUMBER zusammen mit Lord Vicar spielten, nur weil man am 9. März umzog, dann kann es für diese Live-Aufnahme eben auch nur eine Bewertung geben. Nein, LIVE AT TEMPE ARIZONA ist nicht das beste Live-Album aller Zeiten. Aber es ist ein wunderschönes Geschenk einer maximal ehrlichen Band an ihre Fans.

10 von 10 HELLFIRE-Punkten.

Tracklist
1 Bastards Born
2 Ice Worm
3 Day of Farewell
4 Coven of Cain
5 The Wretch
6 The Jury

Line-up
Karl Simon – vocals and guitar
Jason McCash († 2014) – bass
Jerry Clyde Paradis († 2016) – drums

Weitere Infos
https://gatesofslumber.bandcamp.com/album/live-at-tempe-arizona
https://churchwithinrecords.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/thegatesofslumber

 

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