The Five Hundred – Goldene Momente und gequälte Sänger

© The Five Hundred

-English version below-

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen.
Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit Paul Doughty von The Five Hundred, die in Kürze ihr neues Album “Bleed Red” veröffentlichen werden. 

HF: Herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Album. Die größte Herausforderung beim Schreiben der Review war für mich, ein Genre zu finden, in das ihr passen könntet. Am Ende kam eine riesige Liste mit all den Stilen heraus, die sich für mich in eurer Musik widerspiegeln. Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Paul: Vielen Dank. Ehrlich gesagt haben wir da auch so unsere Probleme, “Bleed Red” in ein Genre einzusortieren und sind, was das angeht, auch fast zwei Jahre nach den Aufnahmen nicht wirklich schlauer. Ich denke, in dem Album mischen sich viele Stilrichtungen, aber Metalcore wird wohl des Öfteren genannt. Ich weiß nicht so recht, aber ich denke, es muss nicht unbedingt zu einem bestimmten Genre passen. Lassen wir einfach die Zuhörer entscheiden und schauen, was für ein verrücktes Sub-Genre dabei herauskommt. Vielleicht Progressive Death Popcore?

HF: Vergleicht man “Bleed Red” mit euren beiden früheren EPs, kann man gewissermaßen eure musikalische Entwicklung nachverfolgen. War das ein Prozess, der im Laufe der Zeit ganz natürlich passierte oder war es mehr eine bewusste Entscheidung, sich in diese Richtung zu entwickeln? Gibt es bestimmte musikalische Wurzeln, die immer Bestandteil eurer Musik sein werden?

Paul: Wir wollten unseren Sound nach den beiden EPs “Winters” und “The Veil”, die beide zur gleichen Zeit aufgenommen wurden, noch weiter verfeinern. Wir sind als Songwriter gereift und anstatt etwas zu schreiben, das durchweg “balls-out metal” war, wollten wir ein Album, das das Potenzial hatte, mehr Zuhörer anzusprechen und das einige “goldene Momente” hatte, ein Begriff, der von Justin Hill geprägt wurde, der “Bleed Red” produziert hat. Hoffentlich haben wir das geschafft.

HF: Lass uns mal über die Songwriting-“Pflichten” sprechen. Schreibt ihr eure Songs zusammen oder sind einzelne Mitglieder für den kreativen Prozess verantwortlich? Trefft ihr euch eigentlich noch auf die altmodische Weise im Proberaum um zu jammen oder so, auch außerhalb der Zeiten, wo ihr an einem Album arbeitet oder speziell für eine Tour probt oder so?

Paul: Andy (Bass) ist ein produktiver Songwriter, verglichen mit dem Rest von uns, und er hat oft Ideen oder Stücke von Songs auf seinem Mac, die darauf warten, mit einem oder zwei der anderen Mitglieder der Band in seinem Heimstudio vervollständigt zu werden. Andy war eigentlich der erste von uns, der sich eine 8-saitige Gitarre holte und in diesem ersten Monat schrieb er ungefähr acht Songs, von denen die meisten es auf “Bleed Red” schafften. Ich habe auch einige der Songs auf dem Album geschrieben, aber das sind die einzigen Songs, die ich geschrieben habe. Ich bin mehr so der Typ “fang an zu schreiben und feile so lange dran rum, bis es gut ist, egal wie scheiße es am Anfang geklungen hat”! Ich muss in einer ganz bestimmten Stimmung sein, um einen Song zu schreiben, aber das wird sich ändern, wenn mein Heimstudio bald fertig ist. Unsere zweite Single “Oblivion” begann mit ein paar Riffs von Mark, aber der Song kam erst im Studio richtig zusammen. Wir hatten ein paar Ideen für den Gesang, aber Justin quälte John so lange, bis er es schaffte, den epischen Gesang nach dem Breakdown herauszuholen. Das ist der Part, der den Song wirklich ausmacht. In ähnlicher Weise beginnt einer mit ein paar Gitarrenriffs, die zu einem Drum Beat passen, und dann kommt Kelsey dazu, um die Drums zu verbessern und zu tracken, oder John, um ein paar Vocals drüber zu legen, und so kommt der Song dann nach und nach zusammen. Wir sind nicht die Art von Band, die in einem Raum zusammenhockt und an Ort und Stelle was zusammen schreibt, sondern es sind eher ein paar von uns in einem Raum, die Ideen diskutieren. Die Texte stammen überwiegend von Mark und John.

HF: Natürlich habt ihr alle eure Songs gleich lieb, nehme ich an, aber jeder Elternteil hat ein Lieblingskind, also welches auf diesem Album ist deins? Welcher Song bedeutet dir am meisten und warum?

Paul: Das ist knifflig! Es gibt eine Reihe von Liedern, die ich sehr gerne höre, z.B. John’s kraftvolle Stimme nach dem Breakdown in “Oblivion”, die Orchesterparts in “Narcissist”, das Solo in “Circles”, aber ich denke, als ganzer Song ist es “Smoke and Mirrors”. Ich liebe Johns eingängigen Gesang, das technisch ausgefeilte Gitarrenriff und den Breakdown. Live ist es auch mein Lieblingsstück.

HF: Ihr scheint eine Schwäche für Festival zu haben 😉 . Was war für euch bisher die großartigste Festival-Erfahrung, auf und abseits der Bühne? Welche Band hat dich am meisten beeindruckt? Plant ihr eigentlich eine Europa-Tour nach dem Release von “Bleed Red”?

Paul: Ja, wir lieben Festivals. Sie haben etwas Besonderes; wahrscheinlich wegen der Energie um ein Festivalgelände herum, besonders Heavy-Rock/Metal-Festivals, bei denen einfach jeder Einzelne diese Energie ausstrahlt. Das Tech Fest in diesem Jahr war fantastisch und wir alle waren begeistert, als wir von der Bühne kamen. Wir hatten “Smoke and Mirrors” im Vormonat veröffentlicht und es war ein besonderer Moment, als die Leute anfingen, uns den Chorus entgegen zu singen. Obwohl es an diesem Tag höllisch heiß war und wir in einer großen Blechdose spielten, ließ uns die Energie der Menge auf der Bühne noch wilder werden und wir kamen alle ein paar Pfund leichter von der Bühne. Auch das MacMillan Fest war schon immer ein gutes Festival. Es ist sehr gut organisiert und findet in unserer Heimatstadt statt, so dass wir eine ganz ordentliche Menge Publikum anziehen und immer gut ankommen. Am 01. September sind wir wieder beim MacMillan Fest in Nottingham und können es schon kaum erwarten!

HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit eurem Album. 

Paul: Wir haben zu danken.

Interview: Katja Maeting

Weitere Infos: 
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The Five Hundred bei Instagram

 

Hellfire Quick 5 interviews try to gather a lot of interesting information within the narrow frame of five questions and five answers. Sometimes a query may be divided into two or three partial questions. It’s up to the musicians to answer short, longer or excessively.

Today we talk to Paul Doughty from The Five Hundred who are about to release their new album „Bleed Red“.

HF: Congratulations on your new album. For me, the biggest challenge in writing a review about „Bleed Red“ was finding a genre you would fit in. I ended up with a huge list naming all the musical styles I think are reflecting in your music. How would you describe your music?

Paul: Thank you very much. To be honest, we struggle to put ‘Bleed Red’ into one genre too and we’re still no closer almost 2 years after recording it! I guess there are a lot of styles within the album, but Metalcore tends to get thrown around every now and then. I don’t know, I guess it doesn’t need to conform to a genre; let’s let the listeners decide and see what crazy sub-genre comes out. Maybe Progressive death popcore?

HF: Comparing „Bleed Red“ to your two earlier EPs, one can kind of retrace your musical developement. Was this a process that came naturally with time or was it more of a conscious decision to develop this way? Are there any musical roots that will always be part of your music?

Paul: We certainly wanted to refine our sound more after the two EPs ‘Winters’ and ‘The Veil’ which were both actually recorded at the same time. We’ve matured as songwriters and instead of writing something that was ‘balls-out metal’ all the way through, we wanted an album that had the potential to appeal to more listeners and which had some ‘golden moments’, a term coined by Justin Hill who produced ‘Bleed Red’. Hopefully we’ve achieved that.

HF: Let’s talk about songwriting „duties“. Do you write your songs together or are there single members responsible for the creative process? Apart from the times when you are working on a new album or are specially rehearsing for a tour etc., do you still meet regularly in your rehearsal room the old fashioned way just to jam or something like that?

Paul: Andy (bass) is a prolific songwriter compared to the rest of us and he’ll often have ideas or bits of songs spread across his Mac, waiting to complete them with one or two of the rest of the band in his home studio. Andy was actually the first of us to get an 8-string guitar and in that first month I think he wrote about 8 songs, most of which made it onto ‘Bleed Red’. I wrote some of the songs on the album too, but they’re the only songs I wrote. I’m more “write it and tweak it until it’s good no matter how crap it is to start with!” I have to be in a very particular mood to sit and write a song, but that will change when my home studio is complete very soon. Our second single ‘Oblivion’ started with a few riffs written by Mark, but the song didn’t really come together until we got into the studio. We had a few ideas for vocals, but Justin broke John’s balls until he managed to pull out the epic vocal after the breakdown which really makes the song. In a similar way though, someone will start with a few guitar riffs that fit together with a drum beat and then we’ll bring Kelsey in to improve and track drums or John to lay some vocals and then the song soon comes together. We’re not the sort of band to get in a room and write something together there and then, but more a few of us in a room discussing ideas. Lyrics are predominantly written by Mark and John.

HF: Of course you love all your songs equally, I suppose, but every parent has a favourite child, so which one on this album’s is yours? Which song means the most to you and why?

Paul: That’s tricky! There are a number of parts of songs I really enjoy listening to, e.g. John’s powerful vocal after the breakdown in ‘Oblivion’, the orchestral parts on ‘Narcissist’, the solo in ‘Circles’, but I think as a whole song it’s ‘Smoke and Mirrors’. I love John’s catchy vocals, the techy guitar riff and the breakdown. It’s my favourite track to play live too.

HF: You seem to have a soft spot for playing festivals 😉 What was your greatest festival experience so far, on and off stage? Which band you met impressed you the most? Are you planning on touring Europe after the release of „Bleed Red“?

Paul: Yes, we do love festivals. There’s something special about them; probably because of the energy around a festival site, particular heavy rock/metal festivals where it just radiates off every individual there. Tech Fest this year was amazing and we were all buzzing when we came off the stage. We had released ‘Smoke and Mirrors’ the previous month and it was a special moment when people started singing the chorus back at us. Although it was hotter than hell that day and we were playing in basically a large tin can, the energy of the crowd made us go even more wild on stage and we all came off stage a few pounds lighter.
MacMillan Fest has always been a good festival too. It’s very well organized and is in our home town so we pull a decent sized crowd and we always go down well. We’re back at MacMillan Fest Nottingham on 1st September and we can’t wait!

HF: Thank you very much for the interview. We wish you all the best for the future and lots of success with your album.

Paul: No thank you!

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