Pyogenesis – A Kingdom To Disappear

 

Geschrieben von Helgvar Mánfreðson
Band: Pyogenesis
Album: A Kingdom To Disappear
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 24. Februar 2017

 

Wer sein anfängliches Seelenheil im ruppigen Death-Metal schwedischer Prägung sucht (1991), schon kurz darauf den Gothic-Metal miterfindet (1992), sich dann durch ungehörte Harmonien der Rock-Musik öffnet (1995), um dann zur Jahrtausendwende all das erneut aus einem radikal anderen Blickwinkel zu beleuchten, der macht Musik nicht aus Kalkül, nicht für volle Taschen. Der macht Musik, um all den Reißbrettkünstlern, um den herzlosen Mechanismen dieser Industrie zu beweisen, das es auch anders geht. „Wir machen Musik, um uns selbst zu verwirklichen“ betont Bandkopf Flo V. Schwarz. „Wenn man dabei große Erfolge feiern kann, ist das cool, aber nur ein nettes Beiwerk“.

Nach 13 Jahren Pause kehrte die Band 2015 mit „A Century in the Curse of Time“ zurück und eröffnete den Beginn einer musikalischen Trilogie. Der nun erschienene Nachfolger „A Kingdom to Disappear“ (wieder mit einem tollen Steampunkcover) glänzt mit wunderbarem Alternative-Metal (wenn man es dort einordnen möchte – ich zumindest tue es einmal), untermalt mit growligen Tupfern, mit knüppelnden Death-Metal-Passagen (z.B. bei „Every Man For Himself And God Against All“ und der Track „Blaze, My Northern Flame“ lässt die „alte Death-Metal-Zeit in Schwedenmanier“ wieder aufleben – topp!), emotionalen Melodien und  einer Abwechslung, die sich über das gesamte Album zieht, was mich schon mit der Zunge schnalzen lässt. Hier wurden Titel in einer einzigartigen und wunderbaren Weise umgesetzt. Meine Ohren, die diese Musik aufsaugen, würden vor Freude wackeln, wenn sie es könnten. Leider ist mir das nicht möglich.

PYOGENESIS präsentieren sich auf ihrem achten Studioalbum schwimmend auf einer ca. 46 minütigen Kreativitätswelle, die sich von vorne bis hinten wie ein roter Faden – wie ein Draht ohne Knick – aus einem Guß durchzieht. Das Album ist aus meiner Sicht noch einen Tick besser als der Vorgänger und gefällt mir richtig gut. Nun schaue ich in die Zukunft und bin gespannt auf den Abschluss der Trilogie. Aber bis es soweit ist, genieße ich das Jetzt, das Heute, das Hier, den Moment und lausche dem Rauschmeißer „Everlasting Pain“ mit einer Spielzeit von 13:14 Minuten. Einfach wunderschön. Hört in das Album der Schwaben rein und lasst euch verzaubern von der melancholischen Epik, den sinfonischen Kompositionen ohne Länge und dem solidem Metal-Handwerk.

 

Tracklist:

1. Sleep Is Good (Intro)
2. Every Man For Himself And God Against All
3. I Have Seen My Soul
4. It’s Too Late (A Kingdom To Disappear)
5. New Helvetia
6. That’s When Everybody Gets Hurt
7. We (1848)
8. Blaze, My Northern Flame
9. Everlasting Pain

 

Besetzung:

Flo V. Schwarz – Guitar & Vocals
Gizz Butt – Guitar & Backing Vocals
Malte Brauer – Bass & Backing Vocals
Jan Räthje – Drums

 

weitere Infos:

http://pyogenesis.com/

https://www.facebook.com/pyogenesis

 

 

 

 

 

 

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