LionSoul – Welcome Storm

© LionSoul

Geschrieben von Katja Rohloff
Band:
LionSoul
Album: Welcome Storm
Plattenfirma: Limb Music/Soulfood
Veröffentlichung: 23. Juni 2017

Das Info-Sheet der Plattenfirma zu LionSoul verkündete direkt eingangs, dass die Band aus Bergamo stammt. Mein erster Gedanke war dann etwas fies-ironisch und ging in die Richtung: darauf hat die Welt gewartet, noch eine italienische Power Metal Band. Interessant wurde das Ganze aber, als es hieß, LionSoul seien keine typischen Vertreter dieses Genres und würden auf die charakteristischen Elemente wie hohen Gesang und Keyboard-Bombast verzichten. Stattdessen würden ihre Einflüsse bei der europäischen Power Metal Elite liegen. Da sie sich u.a. mit Gamma Ray und Iron Savior die Bühne geteilt haben sollen, hatte ich also einen Funken Hoffnung.

Nach dem Intro „Beyond Dusk“ startet „The Principal Warrior“ dann auch sehr gitarrenlastig und ziemlich befreit von Keyboard-Klängen. Sobald Ivan Castelli jedoch die Vocals beisteuert, entsteht unweigerlich doch ein gewisser Italo-Eindruck, was hauptsächlich an den teilweise sehr hohen Tönen des ehemaligen Spellblast-Sängers liegt. Der Song klingt an sich nicht schlecht, auch wenn der Refrain mit definitiv zu wenig unterschiedlichen Wörtern ausgestattet ist. Er enttäuscht einfach die geweckte Erwartungshaltung.

„Next Genesis“ wird als „leicht angeproggt“ angepriesen. Für mich ist das eher Ansichtssache. Was man dem Song definitiv attestieren kann, ist ein toller, treibender Bass-Rhythmus, ausgedehnte Instrumentalpassagen und interessante Variationen der Vocals. Dazu noch einen Refrain, der dem Power Metal (nord- und mittel-) europäischer Prägung entspricht. Kurzes Nachdenken lässt leichte Vergleiche zu Edguy und Avantasia aufkommen, woran Castelli nicht unschuldig ist. Schließlich klingt er hier facettenreicher als beim ersten Track. Wer sich hierzu selber einen Eindruck verschaffen möchte, dem sei das Video zum Song empfohlen. Ich jedenfalls bin geneigt, Plattenfirma und Band doch Glauben zu schenken.

Endgültig überzeugt bin ich dann bei „Bright as light“. Hier weckt der Sound zwischenzeitlich Assoziationen zu Dragonforce, abzüglich der Speed-Gitarren. Aber ausgedehnte schnelle Gitarrenklänge gibt es hier nichtsdestotrotz. Und ein gewisses Maß an Bombast im Refrain kann man auch mit Saiteninstrumenten und Stimme erzeugen, ganz ohne Keyboard-Kitsch.

Nach mehrmaligem Hören des Albums komme ich zu dem Schluss, dass LionSoul zur Zeit noch kein Muss für die heimische Musiksammlung sind. Aber man sollte bedenken, dass „Welcome Storm“ erst das zweite Album der Italiener ist. Und gefallen hat es mir durchaus. Wenn sie zukünftig den „klingt wie“-Faktor zugunsten größerer Individualität noch etwas reduzieren und ein paar Schwächen, insbesondere bei den Refrains, ausbügeln, könnte das nächste Studiowerk schon zum Must-have der Power Metal Fans werden. Die Grundlagen haben sie mit ihrer aktuellen Veröffentlichung definitiv gelegt und bewiesen, dass sie handwerklich zu hohem Niveau fähig sind. Und mit Ivan Castelli verfügt die Band über eine tolle Stimme mit Potential.

Trackliste:

  1. Beyond Dusk
  2. The Principal Warrior
  3. Next Genesis
  4. Gatling Sight
  5. Bright As Light
  6. Iron Whispers
  7. The Thunder Master
  8. A Common Forever
  9. Welcome Storm (Eternal Quest)
  10. Lion’s Throne

Line up:
Luca Mazzucconi – Schlagzeug
Aurelio Parise – Gitarre
Ivan Castelli – Gesang & Keyboards
Francesco Pedrini – Gitarre
Roberto Poli – Bass

Mehr Infos:
http://www.lionsoul.it/
https://www.facebook.com/lionsoulband/

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