Kill The Lycan – Mehr Seele und Luft zum Atmen

Photo by Jörg Varga

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit Chris Breetzi, Sänger von Kill The Lycan aus Österreich.

HF: Wäre eure Bandgeschichte eine Beziehung, wäre der Status wahrscheinlich „es ist kompliziert“. Auflösung, Reunion, ewig lange Funkstille…fass doch bitte mal eure Geschichte zusammen und stell Kill The Lycan im Jahr 2018 vor.

Chris Breetzi: (lacht) Ja, diese Analogie kommt schon gut hin. Die Crux ist, dass wir nur mehr ein einziges Originalmitglied haben: Unseren Gitarristen Stevo. Aber ich versuche die Geschichte trotzdem kurz und bündig zu erzählen: Nachdem die erste EP „Avalanche“ released wurde, stieg der Sänger Patrice aus und ich kam als neuer Frontmann dazu. Aufgrund privater Probleme eines Mitglieds folgte kurz danach die einzig offizielle Auflösung. Nach ein paar Jahren wollte unser damaliger Bassist Michi das Projekt wiederbeleben – mit neuem Gitarristen. Da dies jedoch auch nicht funktionierte, folgte die zweite große Pause. Last but not least folgte der dritte Versuch – mit frischem Lineup und klarer werdender Vision. „Kill The Lycan“ im Jahre 2018 sind Stevo, Chris, Breetzi, Tom und Matthias. Wir haben momentan unheimlich viel Spaß in dieser Konstellation und freuen uns sehr auf die Zukunft.

HF: Wer von euch ist eigentlich der große Mythologie-Fan? Wenn ich mir so den Bandnamen anschaue und Songtitel wie „Cronus“ oder „Morpheus“, scheint es ja mindestens einen Kenner verschiedener Sagen zu geben. Oder steckt da etwas anderes hinter?

Chris Breetzi: Unser Gitarrist Stevo interessiert sich sehr für die griechische Mythologie und hat vorgeschlagen, ein Konzeptalbum auf dieser Basis zu machen. In jedem Song behandeln wir die Thematik, für die dieser Gott bzw. Archetyp steht. Zusätzlich dazu weben wir auch noch unsere persönlichen Erfahrungen in den Kontext ein. In „Cronus“ z.B. geht es um die Beziehung zum leiblichen Vater oder Gott – es ist nur eine Frage der Perspektive.

HF: Wo wir schon bei Songs sind, vergleicht man die beiden aktuellen Stücke „Cronus“ und „Morpheus“ z.B. mit dem 2013 erschienenen „Bloodtrails“, dann liegt da stilistisch schon einiges zwischen. Ist dies eine bewusste Veränderung oder ist das einfach Zufall und die nächsten Songs könnten durchaus wieder in Richtung „Bloodtrails“ gehen? Welche musikalischen Einflüsse/Ideen haben die neuen Mitglieder mit in die Band gebracht?

Chris Breetzi: Ich denke, es hat sowohl mit den neuen Mitgliedern als auch mit unserem bandinternen und individuellen Reifeprozess zu tun. “Bloodtrails” war von Anfang an als richtiger Knüppel-Deathcore Song konzipiert: Hauptsache ranzig und in die Fresse – ohne Kompromisse. Unser jetziger Stil ist bewusst freier – mit mehr Seele und Luft zum Atmen. Wir sind zufrieden in welche Richtung sich unser Stil geändert hat, dennoch sind wir keineswegs abgeneigt, in Zukunft Songs zu produzieren die so richtig knüppeln ?
Um deine zweite Frage zu beantworten: Unser Drummer Matthias und Gitarrist Stevo sind zwei grandiose Sänger, die wir unbedingt in unseren Songs einbinden wollen. Unser zweiter Gitarrist Tom liebt melodische Stellen, unser Basser Chris steht auf knüppelige Hardcore Parts. Wir sind sehr froh, dass der Spagat gelingt, alle Geschmäcker in der Band zu befriedigen.

HF: Angesichts eurer bewegten Bandgeschichte: Was war für euch bisher das absolute Highlight, das ihr als Band erlebt habt? Und welcher Moment war der schlimmste?

Chris Breetzi: Wenn ich von unserer jetzigen Formation ausgehe, war das Highlight sicher der erste gemeinsame Auftritt im Mai dieses Jahres. War ein sehr toller Abend, mit einem tollen Publikum und ganz viel Spaß. Der schlimmste Moment (für mich) war die erste Auflösung von Kill The Lycan – ich kann mich selbst jetzt noch an das schlimme Gefühl erinnern, das ich damals im Bauch hatte.

HF: Was bei euch ja ganz auffällig fehlt, ist ein Album. Nachdem ihr 2018 zwei Singles veröffentlicht habt, wäre das doch mal eine Option fürs neue Jahr, oder? Wie sehen eure Pläne für 2019 so aus?

Chris Breetzi: Haha, die klassische Frage. Ich kann dir darauf nur antworten: „It’s done when it’s done“. Uns ist wichtig, dass die Songs Qualität haben und uns das Ganze Spaß macht. Sobald zu viel Druck ins Spiel kommt, wird eine Band zur Bürde. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, eine gute Balance aus Disziplin und Vergnügen zu finden – momentan sind wir da meines Erachtens gut dabei. Die Pläne für 2019 sind kurz und knackig: Neue Releases und natürlich mehr Kill The Lycan als Liveband. Ihr dürft gespannt sein!

HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und sind gespannt, was wir als nächstes von euch hören werden.

Chris Breetzi: Vielen Dank für das Interview, hat uns sehr gefreut. Seas oida wos geht!

Interview: Katja Maeting

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