Kill Strings – Chancen muss man sich erarbeiten


Photo by ThisIsJulia Photography

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit den Jungs von Kill Strings aus Hamburg, die zur Zeit an ihrer ersten EP arbeiten.

HF: Da ihr als Band ja noch einigermaßen jung und bisher hauptsächlich im nördlichen Deutschland unterwegs seid, erzählt doch bitte erst einmal, wer hinter Kill Strings steckt und wie es überhaupt zur Bandgründung kam.

KS: Wir sind Julian Lee (Gesang/Gitarre), David Schmidt (Schlagzeug), Finn Blug (Gitarre) sowie Dominik Gebczyk (Bass) und wir kommen alle aus dem Raum Bergedorf in Hamburg. Zudem haben wir dieselbe Schule besucht, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten, und kannten uns auch schon über die Big Band und Geschwister. Bei Dominiks Abiball haben wir uns alle wieder getroffen, nachdem wir uns zuvor schon mit unseren jeweils ehemaligen Bands bei einem gemeinsamen Gig gesehen hatten, und uns zum Jammen verabredet. Aus den ersten Sessions entstanden bereits die ersten Songs, unter anderem „Break Free“, und wir beschlossen, uns beim Emergenza Bandwettbewerb anzumelden. Dafür brauchten wir einen Bandnamen und hatten uns intern etwas darüber ausgelassen, dass bei uns ständig die Saiten reißen, sodass „Kill Strings“ als Scherz genannt wurde. Aus dem Scherz wurde aber Ernst und nun sind wir dabei geblieben.

HF: Wenn man sich eure Musik anhört, vom ersten veröffentlichten Song „Break Free“ bis zur aktuellen Single „What Are You Waiting For“, dann macht das schon den Eindruck, als hättet ihr von Anfang ziemlich genau gewusst, wie ihr klingen wollt. War das wirklich so, oder hattet ihr da eine Findungsphase, bevor ihr das erste Mal „öffentlich“ wurdet? Habt ihr eigentlich alle einen ähnlichen musikalischen Background oder müssen da auch mal Kompromisse gefunden werden?

KS: Die ersten Sachen haben sich dadurch gefunden, dass wir uns gemeinsam auf den ersten Ansätzen ausprobiert haben. Dadurch war auch ein weitaus breiteres Repertoire vorhanden, welches jedoch nicht gänzlich einem roten Faden folgte. Die grobe Richtung war aber schon irgendwie immer vorhanden, wobei sich diese in den letzten Monaten – vor allem durch das Werkeln an der EP und den neuen Ansätzen – konkretisiert hat. Somit befinden wir uns gerade mehr oder weniger in einer neuen Findungsphase und versuchen den Rahmen unserer konkretisierten Richtung (Post-Grunge) auszuloten. Das gestaltet sich nicht unbedingt immer als sehr einfacher Prozess, da wir keinen vollständig überlappenden Musikgeschmack haben und dieser natürlich auch nicht immer in Stein gemeißelt ist. Daher müssen auf jeden Fall Kompromisse gefunden werden, aber wir sind da auf einem guten Weg.

HF: Gelegentlich verlasst ihr ja doch die heimische Umgebung, aber dann direkt nur für die größeren Namen 😉 Inzwischen könnt ihr euch unter anderem Auftritte auf dem Open Flair und dem Hurricane Festival in euren Lebenslauf schreiben. Nicht schlecht für eine Band, die gerade mal zwei Jahre alt ist. War das euer Ehrgeiz oder eher Zufall, dass ihr das in dieser kurzen Zeit geschafft habt? Wie war es, als Künstler auf solchen Festivals unterwegs zu sein und wo wollt ihr mittelfristig gerne mal auftreten?

KS: Die Möglichkeiten, die sich ergeben haben, gründen sich wohl auf mehreren Faktoren: Ein Großteil haben der clubkinder e.V., der Artistpool e.V. und der Emergenza Bandwettbewerb dazu beigetragen, die uns viele Chancen geboten haben, uns (über)regional zu beweisen. Sie haben uns in vielen Bereichen unterstützt sowie das nötige Vertrauen in unser Projekt investiert. Ein weiterer großer Faktor ist aber vor allem die Arbeit abseits der Musik, d.h. Vernetzung, social media, etc. Da steckt einiges an Fleiß dahinter, denn Chancen muss man sich auch erst einmal erarbeiten. Auf anderer Ebene erhoffen wir uns natürlich, dass unsere Art von Musik einen ebenso großen Beitrag geleistet hat, denn letztendlich kommt es auch auf die Qualität der Musik selbst an. Ob sich dies auch in größerem Rahmen durchsetzen kann, wird sich spätestens beim Release unserer EP zeigen. Wir zumindest hoffen, dass die Rockmusik – als Oberbegriff für unseren Ableger – noch nicht tot ist.
Das Erlebnis, selbst auf großen Festivals wie dem Open Flair zu spielen und dort Bands wie Madsen kennenzulernen, ist ein absolut geiles Gefühl! Dann noch mit einem Artistausweis auf dem Campinggelände zu zelten macht es auch nicht gerade unangenehm … Aber auch auf etwas kleineren Festivals, wie etwas dem Oakfield, die Bühne mit We Are Scientists zu teilen, fühlt sich momentan noch etwas wie ein Traum an. Das Hurricane zu bespielen war eh einer unserer Kindheitsträume, der sich auch erfüllte. Zukünftig würden wir das natürlich gerne wiederholen und dort auch gerne auf den größeren Bühnen spielen. Für nächstes Jahr planen wir auch eine kleine Tour, um noch mehr aus Hamburg rauszukommen.

HF: Nachdem ich mich im Vorfeld ja ein bisschen über euch informiert habe, kommen wir nun zur wahrscheinlich schwierigsten Frage: Was war die bekloppteste Idee, die ihr jemals umgesetzt habt? Und wer von euch denkt sich so Sachen wie „hecken“ eigentlich aus?

KS: Also das „Hecken“ ist eine „Sportart“, die unser Frontmann Lee schon in der Kindheit gerne ausübte und die sich nun auch im Artistpool e.V. zu einer Größe entwickelt hat. Bekloppter war aber wahrscheinlich die Idee, am Tag vor unserem Gig auf dem Oakfield, auf dem dortigen Zeltplatz alle Besucher zum Beer Pong / Flunkyball herauszufordern. Bei 35°C in der Sonne mit gewaltigem Kater und Nacht im Zelt, war es dann doch etwas anstrengender zu spielen … Es gab schon beim Linecheck Stimmen aus dem Publikum, die verwundert meinten: „Was? Die können schon wieder stehen?“. Insgesamt lief es dann aber doch sehr gut. Trotzdem haben wir uns geschworen, uns das nicht mehr anzutun …

HF: Natürlich darf zum Abschluss die Frage nach eurer ersten EP nicht fehlen. Im April habt ihr mit der Studioarbeit angefangen, es wird wohl mindestens einen Gast-Auftritt geben, soviel wissen eure Fans schon. Was könnt ihr uns noch verraten? Ungefähres Release Datum? Wie viele Songs werden es und gibt es darunter auch komplett neue oder ist zumindest euer treues Live-Publikum schon textsicher?

KS: Die erste Single unserer EP wird Ende Oktober digital auf allen gängigen Plattformen erscheinen und bis Februar werden dann die übrigen Songs veröffentlicht sowie dann auch als CD erhältlich sein. Man munkelt, dass es auch das ein oder andere Musikvideo dazu geben soll … Wer in letzter Zeit auf unseren Konzerten war, wird die Songs schon kennen, aber hier und da gibt es einige Änderungen, die sich während der Produktion ergeben haben. Voraussichtlich im Februar soll es zudem eine Releaseparty geben. Über alles Weitere informieren euch gerne auf Instagram (@killstrings) und auf Facebook (www.facebook.com/killstrings)!

HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und sind gespannt, was wir als nächstes von euch hören werden.

Interview: Katja Maeting

Weitere Infos:
Kill Strings bei Facebook
Kill Strings bei Instagram

 

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