Jazz Sabbath – Vol. 2

© Jazz Sabbath

Geschrieben von: Marius Göddert
Band: Jazz Sabbath
Album: Vol. 2
Genre: Jazz
Plattenfirma: Blacklake
Veröffentlichung: 22.04.2021

Black Sabbath Fans müssen jetzt stark sein. Sehr stark. Die Band um den charismatischen Sänger Ozzy Osbourne ist nichts als eine Gruppe von Musikpiraten, die das verloren geglaubte Debütalbum eines aufsteigenden Jazztrios aus den 1960ern kopiert haben. Dieses Debütalbum mit Hits wie „Fairies Wear Boots“ oder „Children of the Grave“ ist erst 2020 wieder aufgetaucht und deckt seitdem den eklatanten Plagiarismus auf, durch den sich Ozzy, Butler und Co über Jahrzehnte hinweg die Taschen vollstopfen konnten. Das zumindest behauptet Jazz Sabbath Pianist Milton Keanes, der unter seinem Klarnamen Adam Wakeman bereits mit Black Sabbath, Ozzy und Snakecharmer die Bühne geteilt hat. Alles mit einem Augenzwinkern versteht sich.

Auf „Vol. 2“ gibt’s wieder ein buntes Potpourri aus abgejazzten Sabbath-Songs, die weit über reine Coverversionen hinausgehen. Stattdessen improvisieren Keanes und Konsorten um bekannte Melodien und Motive aus dem Sabbath-Universum. Im Vergleich zum ersten Album gehen sie dabei noch etwas freizügiger vor und es fällt selbst einem geschulten Sabbath- und Jazz-Aficionado nicht so leicht, das Original auszumachen, an das sich der Jam anlehnt.

Stilistisch bieten Jazz Sabbath diesmal auch etwas mehr Abwechslung. War das Debütwerk noch sehr im Bebop verhaftet, wartet „Vol. 2“ mit Einflüssen aus Gypsie Jazz, Country und Bossa Nova auf. Die Jazz-Interpretation lüftet mancherorts das Geheimnis, warum Black Sabbath so ein zeitloses und genreübergreifend faszinierendes Songwriting gelungen ist: Sie vermochten wie keine andere Band (nicht nur ihrer Zeit) harte Gitarrensounds mit groovigen Blue Notes zu vermischen.

Wer Bock auf Sabbath-Nummern im Jazzkleid hat und sich dabei wenig einlassen will auf Experimente, der wird mit der selbstbetitelten Debütscheibe von „Jazz Sabbath“ glücklicher sein. Wer aber die dem Jazz innenwohnende Freiheit schätzt, findet mit „Vol. 2“ nicht nur ein Album einer Coverband, sondern den Beweis, dass auch Coverbands sich musikalisch weiterentwickeln können.

Dafür gibt es von mir 8 on 10 Hellfire-Punkten!

Tracklist
1. Paranoid
2. Snowblind
3. Behind the Wall of Sleep
4. Sabbra Cadabra
5. Symptom of the Universe
6. N.I.B.
7. Black Sabbath

Bandcamp
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