Follow The Cipher – Follow The Cipher

© Follow The Cipher

Geschrieben von Katja Rohloff
Band: Follow The Cipher
Album: Follow The Cipher
Genre: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 11. Mai 2018

Pläne sind ja eigentlich nur dafür da, um geändert zu werden. Insbesondere wenn es um Musik geht. Follow The Cipher war ursprünglich eigentlich als kleines Solo-Projekt von Ken Kängström gedacht, aber nachdem dieser auf Sängerin Linda Toni Grahn traf, reifte der Entschluss zur dauerhaften Kooperation und die Bandgründung war nicht mehr fern.

Kängström ist im schwedischen Power Metal Bereich kein Unbekannter und war unter anderem an mehreren Songs von Sabaton beteiligt. “Carolus Rex” soll ihn dann endgültig bewogen haben, seine Idee eines eigenes Projektes in die Tat umzusetzen. Da ist es nur folgerichtig, dass Follow The Cipher auf ihrem Debütalbum gerade diesen Song covern.

Follow The Cipher spielen energiegeladenen, modernen Power Metal, wie man ihn von Kumpels der Faluner Vorzeige-Mitklatsch-Metaller erwartet. Allerdings zeigt sich die Truppe hinter Frontfrau Linda hier melodisch abwechslungs- und facettenreicher als die großen Brüder von Sabaton. Auch der Synthi- und Keyboard-Einsatz ist vielfältiger und noch dominanter und man bezieht auch aus anderen musikalischen Bereichen ein paar Inspirationen.

Zudem gibt die weibliche Stimme einen anderen Grundton vor, auch wenn Linda Grahl auch robustere Töne draufhat. Wobei ihre durchaus markante Stimme gelegentlich etwas angestrengt wirkt, insbesondere beim Opener “Enter The Cipher”, welches mit einer treibenden Keyboardmelodie das Album im gehobenen Tempo-Bereich eröffnet. Die an dieser Stelle noch eher dezent eingesetzten männlichen Vocals können da auch keinen entsprechenden Gegenpol setzen, wie es bei anderen Songs wirkungsvoll passiert. 

“Valkyria” ist einer der Tracks, die mich gerade durch den Kontrast zwischen Frontfrau Linda und männlichem cleanen und stellenweise sogar gutturalen Gesang überzeugen. Der wuchtige Gitarrensound wechselt sich dabei mit leichteren Synthi-Passagen ab und trägt so zur Eingängigkeit bei und gipfelt in einem Ohrwurm-Refrain erster Güte. An einzelnen Stellen lassen sich auch Anleihen an jüngere Metal-Variationen erkennen. 

Das ruhigere “My Soldier” gefällt insbesondere mit dem Power-Refrain, zu dem die rauen Vocals die ideale stimmliche Umsetzung bilden. “I Revive” erklingt dann endgültig als Reminiszenz an Sabaton, weist es doch typische Grundzüge in Rhythmus, schlichter Melodieführung und Zuspitzung auf den Power-Refrain auf, die den Songs der Männer um Joakim Broden ähneln. Dieser gibt sich auf “Starlight” dann auch höchstselbst die Ehre, zusammen mit Nils Patrik Johannson, Johnny Lindkvist und Ronny Hemlin.

Den Abschluss des selbstbetitelten Debütalbums bildet die Coverversion vom alles auslösenden “Carolus Rex”. Die Umsetzung erfolgt musikalisch nah am Original, allerdings lebt der Song für mich durch die Stimme von Joakim Broden und Sängerin Linda kann dem in Sachen Prägnanz nicht gerecht werden. Daher ein Cover der Kategorie “definitiv verzichtbar”. 

Insgesamt lässt sich “Follow The Cipher” durchaus anhören und ordnet sich ohne besondere Auffälligkeiten im oberen Mittelfeld gleichartiger Veröffentlichungen ein. Fans von Synthi- und Keyboard getriebenem Power Metal im Stil von Sabaton und Beast in Black können aber durchaus mal einen Test wagen. Anspieltipps meinerseits sind “Valkyria” und “I Revive”.

Trackliste:
01. Enter the Cipher
02. Valkyria
03. My Soldier
04. Winterfall
05. Titan’s Call
06. The Rising
07. A Mind’s Escape
08. Play With Fire
09. I Revive
10. Starlight
11. Carolus Rex

Line-up:
Linda Toni Grahn – Vocals
Ken Kängström – Guitars & Vocals
Karl Löfgren – Drums
Viktor Carlsson – Vocals & Guitars
Jonas Asplind – Bass & Vocals

Weitere Infos:
Follow The Cipher bei Facebook

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.