Betontod – Vamos

Geschrieben von Kirstin Albrecht
Band: Betontod
Album:  Vamos
Stil: Punk
Plattenfirma: Arising Empire
Veröffentlichung:  31.8.2018

 

Wenn ich die neue Beton Platte in meinen Händen halte, fühle ich mich schlagartig in meine Jugend zurückversetzt und freue mich auf allerfeinsten Punkrock aus Rheinberg.
Damals pogten und feierten wir mit den ewigen Punkern das Force-Attack und feierten unendliche Nächte in Wacken.

Heute platzieren sich die erfahrenen Rebellen der Neuzeit gekonnt in den ersten Reihen der Charts. Aus den alten Schweißgetränkten  Viva la Punk Nächten werden nun tiefe Diskussionen um Kategorisierung jeglicher Neuerfindung. Ist das jetzt Mainstream? Ist das weichgespült? Oder es halt immer noch Punkrock?

Niemals zuvor gab es so viel Gesprächsstoff über die Entwicklungszyklen von Bands. So reihen sich die Themen auch in der Punkrockszene um Betontod und ihren Werdegang.

Eine Band die sich entwickelt, die wächst und Erfahrungen in ihre Musik verpackt, sich dabei im Kerngebiet immer treu geblieben ist und diese Erfahrung als ewige Deutsch Punkrock Ikonen mit einer großen Kreativität immer neu, raffiniert kombiniert.
Ein Jahr nach Veröffentlichung des letzten Albums, gibt es nun wieder neuen Punkrock Krawall auf die Ohren.

Schon die ersten Klänge des Intros lassen Großes erwarten, und in alter Betontod Manier hört man ein gemeinschaftliches ohoho und ich spüre die Nähe zu alten Zeiten mit Dosenbier in verqualmten Konzerten.
Momente, in denen eben ein gemeinsames lautstarkes ohoho mehr sagte als tausend Worte und eine unvergleichbare Nähe zwischen Band und Fans schaffte.
Ohne, dass ein ohoho lyrisch gewertet werden musste. Ein lebenslängliches Gefühl, das in den unzähligen Punkrockalben der Band einen sehr hohen wiedererkennungswert hat.
Nostalgisch denke auch ich über „Diese Zeit“ nach und merke, dass kein Alter etwas daran ändert, diesen glühenden Rebellismus zu spüren.

Jedoch geht auch Erfahrung nicht an mir und nicht an der Band vorbei, was deutlich spürbar wird an der Entwicklung der letzten und auch diesen Albums.
Die Themen werden deutlich erwachsener und auch die Elemente des Stil Equipments erweitern sich merkbar.

Wobei Tracks wie „Vamos“, „Stück für Stück“ wie Szenengetreu aufrufen, die Faust zum Wiederstand zu erheben, lautstark der Norm zu wiedersprechen, gehen sie doch auch musikalisch neue Pfade und finden mit raffinierten Riffs, Nuancen aus Trash und Drive. Was durchaus  zum Text sehr stimmig und energetisch klingt.

Überraschend kommen dann die Reggea Einflüsse im Motivationssong „Boxer“ und die Ballermann Hymne „Nie wieder Alkohol“, der bei dem einen oder anderen eingefleischte Betontod Fan stark auf Widerstand stößt.

Vamos ist eben nicht in die typische Punkrock Ecke zu stecken, sondern eher ein Album der Kategorie man mag es oder man mag es nicht.
Vamos eskaliert anders als gewohnt und will doch das alte Chaos. Jedoch erweckt es mit dem alten Charme den Eindruck, dass die 5 Jungs einfach immer noch richtig gut zu Bengalo-Licht feiern können und das in jeder Trinkhalle und natürlich auch allgegenwärtig gern gesehen auf den großen Festivals.

Was bleibt ist die Frage: Ist das noch Punkrock?

 

Tracklist:

 

  1. Para Toda La Vida
  2. Zusammen
  3. Vamos
  4. Boxer
  5. La Familia
  6. Es ist vorbei
  7. Niemals untergehen
  8. Nie mehr Alkohol
  9. Bengalo
  10. Stück für Stück
  11. Diese Zeit

 

Alle weiteren Infos:
http://www.betontod.de

 

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