Awake The Mutes – “…wozu offiziell auflösen? Bringt ja auch nichts.”

Photo by Angst-Im-Wald

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit den Jungs von Awake The Mutes, die am 03. Juli 2020 ihr neues Album „Eyes“ veröffentlichen werden.

HF: Als ich auf eurer Facebook-Seite unter Steckbrief las “2006 gegründet, Auflösung stets verschoben”, musste ich im ersten Moment lachen. Aber mal ehrlich: wie oft stand Awake The Mutes schon auf der Kippe in all der Zeit?

ATM: Hey Katja, schön, dass wir es endlich zu euch geschafft haben. Gut siehst du aus! Der Gedanke „Awake The Mutes“ aufzulösen stand schon ein paarmal im Raum. Wir wohnen inzwischen alle etwas weiter auseinander, arbeiten in verschiedenen Bundesländern. Aber letztendlich haben wir uns gefragt – wozu offiziell auflösen? Bringt ja auch nichts.

HF: Apropos Zeit, wie sehr hat sich die Band in den 14 Jahren verändert? Und was ist seit Anbeginn so ziemlich gleich geblieben?
 
ATM: Abgesehen von ein paar Besetzungsänderungen in den ersten Jahren der Band, haben wir eigentlich immer gut auf der Stelle getreten. Wir hören fast alle nach wie vor lieber Hip-Hop als Metal, nehmen das ganze Band-Ding nicht so ernst und machen Musik zu unserer eigenen Unterhaltung.
 
HF: Erinnert ihr euch eigentlich noch an die erste Show, die ihr mit Awake The Mutes gespielt habt?  Wie hat sich das für euch angefühlt?
 
ATM: Ich erinnere mich noch sehr genau an die ersten zwei Shows. Die erste Show, die ich mit der Band gespielt habe, fand in einem riesigen Kellerschuppen irgendwo in der etwas ländlicheren Rotweinstadt Ingelheim statt. Außer uns spielte noch eine weitere Band, wir haben um 22:00 Uhr angefangen und es kamen zwei zahlende Gäste. In der letzten Probe vor dem Gig hatten wir spontan beschlossen, As I Lay Dying covern zu wollen. Ich kannte den Song nicht, aber keinem ist es aufgefallen.
Schauplatz der zweiten Show, die ich mit Awake The Mutes gespielt habe, war Offenbach, in der Nähe des Marktplatzes. Wir haben 50€ Spritgeld bekommen, die wir am gleichen Abend komplett in McDonald’s investiert haben und auf dem Parkplatz neben dem Club konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Waffenübergabe zwischen zwei schwarzen BMWs mit getönten Scheiben bestaunen.
 
HF: Ihr habt ja inzwischen reichlich Songs in eurem Portfolio. Gibt es sowas wie All Time Favourites? Absolute Lieblingssongs, derer ihr niemals überdrüssig werdet? Und umgekehrt, gibt es inzwischen auch Awake The Mutes-Songs, die euch ein bisschen auf den Keks gehen?
 
ATM: Es gibt einige Songs, die ich nicht mehr hören kann. Zum Glück spielen wir nie wieder live. Shows sind immer sehr anstrengend, man schleppt Equipment hin und her, wartet stundenlang (vor Proberäumen, in Autos und in Clubs) und wird mit dem eigenen Publikum konfrontiert. Aber es gibt zum Glück genug Songs, die wir immer gerne gespielt haben und heute noch gerne hören. „Threat“ von unserer vorletzten EP ist so ein Kandidat, nicht zuletzt dank Eric, dem Sänger von Ichor, der uns für den Song freundlicherweise sein Organ geliehen hat und für das Musikvideo extra aus Trier angereist ist.
 
HF: Seit 2006 seid ihr ohne Album ausgekommen, warum habt ihr euch diesmal für die Langstrecke entschieden anstatt für das bewährte EP-Format?
 
ATM: Ich war schon immer großer Fans von EPs. Für mich stellen solche kürzeren Releases immer eine schöne Momentaufnahme in der Entwicklung als Band dar und sie fühlen sich fokussierter an. Ich glaube, dass sich viele Menschen, durch die Dauerbeschallung über Computer, TV, Handy und Konsole und die ständige Erreichbarkeit über Social Media- und Messenger-Apps, eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne antrainiert haben. Da fällt es leichter, sich auf ein Release einzulassen und zu konzentrieren, das vielleicht nur 5-6 Songs lang ist. Ich glaube, das ist auch der Grund, weshalb “Eyes” auch nur knapp über eine halbe Stunde Spielzeit kommt. In der Vergangenheit haben wir fast jedes Jahr eine EP herausgebracht; direkt nach der Veröffentlichung habe ich wieder angefangen Songs zu schreiben. “Eyes” ist wahrscheinlich auch nur deshalb ein Album geworden, weil die Zeit zwischen den Aufnahmen länger geworden ist (da wir eben inzwischen alle berufstätig sind) und dadurch mehr brauchbare Lieder entstanden sind. Die ersten Songs sind bereits seit 2017 fertig.
 
HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit eurem neuen Album.
 
ATM: Danke Katja, war uns eine Freude!
 
Interview: Katja Maeting
 
 

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