Æolian – Silent Witness

© Æolian

 

Geschrieben von Marco Gräff
Band: Æolian
Album: Silent witness
Genre: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Snow Wave Records
Veröffentlichung: 12.09.2018

 

Palma de Mallorca. Wer da an Metal denkt, war wohl zu oft im Bierkönig. Das war mein erster Gedanke, als ich laß, die Band ÆOLIAN kommen von eben jener spanischen Urlaubsinsel, die bekannt dafür ist, Party 24/7 zu bieten. Und dazu spielt die Band ziemlich geilen Melodic Death Metal mit Message. Als Ein-Mann-Projekt 2016 gegründet, schrieb Raúl Morán den Großteil der 12 Songs im Alleingang, bevor er sich 2017 kompetente Musiker um sich scharrte um das Debüt Album aufzunehmen. Und dieses starke Debüt wird nun am 12.09.2018 über das finnische Label Snow Wave Records der Welt zugänglich gemacht.

Dabei handelt es sich um eine Art Konzeptalbum, bei dem der Menschheit der Spiegel vorgesetzt wird im Bezug mit dem Umgang mit unserer Natur. Sei es mit der Verschmutzung der Meere (IMMENSITY), den letzten vom Menschen nicht belagerten Orten der Welt (CHIMERA) oder den Klimawandel (GOING TO EXTINCTION). Bei all den tiefsinnigen und wahrhaft traurigen Lyrics, kommt die Qualität keinesfalls zu kurz.

Und ich kann jetzt schon behaupten, SILENT WITNESS ist für mich das Debüt Album des Jahres! Ein wahnsinniges Stück Musik, das hier in knapp einer Stunde ein wahres Feuerwerk abfackelt. Da sitzt jeder Song, jede Note, jedes Riff, jeder Schrei, jeder Growl. Fast schon perfekt. Neu erfinden ÆOLIAN das Genre nicht, aber sie bringen es mit Leichtigkeit, Spielfreude und abwechslungsreichen Ideen perfekt an den Mann (bzw. die Frau 😉 )

Schon beim ersten Track IMMENSITY wird dem Hörer gleich bewusst, mit Schnelligkeit und Härte wird bei dem Album nicht gespart. Death Metal schwedischer Schule, äußerst melodisch, der Erinnerungen nicht selten an gute, alte ‘In Flames’ weckt. Und auch stimmlich erinnert mich der Gesang an Anders Fridén. (zu seinen guten Zeiten wohlgemerkt)

CHIMERA hätte gut von ‘Arch Enemy’ stammen können, der Track trägt stark die Handschrift von Michael Amott. Ich könnte schon jetzt behaupten, mit der beste Song des Albums, doch das würde dem Rest nicht gerecht. Zu stark ist jeder einzelne auf der CD. Bei RETURN OF THE WOLF KING gibt es mal kurz Raum um zu verschnaufen, die Vocals wechseln zwischen Growls und rauem Klargesang. Immer wieder wird Tempo raus genommen oder addiert, nie wird es langweilig.

Nehmen wir GOING TO EXTINCTION. Wir schnuppern ein wenig Black Metal Luft. Ein böser, schneller Song, mit Dani-Filth-Gedächtnis-Schrei zu Beginn und einem melodischen Riff, welches sich gleich festzusetzen versucht. Intensive Vocals und Schlagzeuger Alberto leistet einmal mehr Schwerstarbeit, während man versucht ist, quer durch den Raum zu hüpfen. Was ein Brett von einem Song.

Mit ELYSIUM wird es dann vorwiegend rockiger, dennoch bleiben sich ÆOLIAN ihrer Linie treu und zelebrieren 1a Melodic Death. ‘In Flames’ fällt mir dazu nur ein. Und mit WARDENS OF THE SEA treiben wir etwas in moderneren Metal Gefilden. Und nicht erst hier muss sich der Hörer über die vielseitigen Melodien und Riffs wundern.

Dann kommt BLACK STORM. Wenn ich eben schon vom “Besten Song der Platte” sprach, hiermit fangen wir bei Null an. Ein Rhythmus Gewitter, eindringliche Vocals in allen Facetten, immer wieder geile Riffs und ein flottes Tempo. Dazu ein Ohrwurm Refrain. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir hier über ein Debüt sprechen. Ein Debüt aus Mallorca! Einer der besten Songs des Jahres!

WITNESS knüppelt von Beginn an los, leicht thrashig, und entwickelt sich zu einem Headbanger erster Güte. Ich kann mich nur wiederholen. Eindringlicher Gesang, Melodien bis zum Abwinken und ein ungläubiger Rezensent… Und dann ist da ja noch ORYX. Der dunkle, tiefschwarze Schlussong. Überrascht mit True Metal Riffs (‘Grave Digger’). Wirkt nach BLACK STORM und WITNESS aber ein wenig schwächer.

SILENT WITNESS. Das Debüt Album von ÆOLIAN aus Mallorca. Ein Hammer Album, laut, schnell, energiegeladen und süchtig machend. DAS Debüt des Jahres und wohl auch die Melodic Death Scheibe des Jahres! Ganz großes Kino. Da hat sich die Band die Latte für kommende Platten selbst sehr, sehr hoch gelegt! Pflicht für alle Melodic Death Fans!

 

Tracks:

01 – Immensity
02 – The end of ice
03 – Chimera
04 – My stripes in sadness
05 – Return of the Wolf King
06 – Going to extinction
07 – Elysium
08 – Wardens of the sea
09 – The awakening
10 – Black storm
11 – Witness
12 – Oryx

 

Line-Up:

Daniel Perez – Vocals
Raúl Morán – Guitars
Gabi Escalas – Guitars
Toni Mainez – Bass
Alberto Barrientos – Drums

 

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