W:O:A – Wacken Open Air, Tag 4, Samstag 06.08.2022

(Bildergalerien der Konzerte über Link bei den Bandnamen erreichbar)

 

Der letzte Tag in Wacken…..
Mein Kalender war wieder proppenvoll, aber nicht so voll, als dass man nicht noch die eine oder andere Band hätte einschieben können. Meinte mal wieder Kollege Stefan Haarmann und nötigte mich quasi, vor dem geplanten Höhner Auftritt um 11:11 Uhr , vorher noch Vended zu machen.
Vended ist die Band von Griffin Taylor und Simon Crahan, Söhne der beiden Slipknot-Mitglieder Corey Taylor und Shawn „Clown“ Crahan. So mag man unken, dass die Band in der Masse vieler junger Bands untergehen würde, wenn nicht zwei prominente Väter dahinterstehen würden.

Ein Aufschrei des Entsetzens über der Holy Ground: ‚Die Höhner‚ spielen in Wacken. Ein Unding, Blasphemie, Selbstzerstörung des geliebten Festivals auf ganzer Ebene. Einige Kollegen prophezeiten schon, dass nach dieser Schande, das W:O:A niemals wieder ausverkauft werden würde. Kleine Fehleinschätzung, denn bekanntlich waren alle Karten bereits nach 5 Stunden weg; schneller als jemals zuvor.
Und was ist mit dem Vorwurf, dass die Höhner nicht nach Wacken gehören, weil es ja schließlich ein Metal Festival ist? Prinzipiell vollkommen richtig…… Nur, und jetzt kommt das große ABER: wenn man dann konsequent ist, gehören auch Bands wie Torfrock, Hämatom, In Extremo, Saltatio Mortis und wie sie alle heißen nicht nach Wacken.
Seinen wir doch mal tolerant und sagen: alles ok, man muss sich die Band ja nicht ansehen. Und was das betrifft: ich habe noch NIEMALS 20000 Leute vor der Wackinger Stage gesehen. und das in bester Stimmung. Also, was soll die Aufregung.
Die Höhner erschienen relativ gelassen; klar hatte man sich im Lager der Rheinländer bestimmt auch so seine Gedanken gemacht, wie man denn ankomme. Und verbogen haben sich die Kölner auch nicht. Erklärung von Henning Krautmacher: „Wir spielen wie immer, nur lauter!“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Nach den Höhnern musste ich erst einmal wieder in den „Wacken-Modus“. Endseeker aus Hamburg halfen mir dabei. Der Death Metal der Band neutralisierte schlagartig meine Gute-Laune-Partystimmung.

Hardbone spielen erdige AC DC Mucke (auch wenn es die Jungs selber nicht gerne hören); oder, wie es die Hamburger selber beschreiben:“110% Rock’n’Roll – Reduced to the maximum.“
Gute Stimmung auf und vor der Wackinger Stage; schließlich ist ein Konzert in Wacken quasi ein Heimspiel für die Band.

Voice Of Baceprot wurden mir im Vorfeld von einem Kollegen empfohlen: „Musst Du Dir unbedingt ansehen“… Also war um 14:00 Uhr die Headbanger Stage angesagt, wo drei zierliche Mädels aus Indonesien auf die Bühne kamen.
Optisch sehr exotisch mit Kopftuch, musikalisch ziemlich heavy. Dass aus drei so zierlichen Personen so viel Power kommen kann, war schon erstaunlich. Heavy Metal bereitet den Mädels die Grundlage zur Rebellion in ihrem Heimatland. Sehr schön, dass Bands wie Voice Of Baceprot in Wacken die Chance bekommen, sich der Welt zu präsentieren.

Life Of Agony war mal wieder eine Band, die ich nicht in der Planung hatte. Aber fast zwei Stunden Pause, da ließ ich mich dann doch (mal wieder) überreden. Die Mucke des gemischten Brooklyner Vierers ist nicht so mein Ding. Optisch und kameratechnisch hatte ich auch nicht viel erwartet, aber da sah es überraschend gut aus. Wer einen Basser wie Alan Robert im Gepäck hat, braucht sich keine Gedanken um eine gute Show zu machen.

Striker habe ich das letzte Mal 2016 gesehen. Seitdem hat sich das Personal Karussell ziemlich gedreht, was aber am Auftreten der sympathischen Kanadier nichts negativ verändert hat. Im Gegenteil: in der aktuellen Besetzung scheint noch mehr Spielfreude eingekehrt zu sein, und die Fans vor der Headbanger Stage bekamen eine fette Packung geiler Musik und quirliges Stage Acting.

Tarja (Turunen) steht auch schon seit einigen Jahren (fotografisch) auf meiner Bucket List. Zu Ihren Tourneen hat es mich irgendwie nie gezogen oder konnte aus allen möglichen Umständen nicht stattfinden. So war ich denn auch sehr dankbar, die Finnin auf dem W:O:A sehen und fotografieren zu können. Ein toller Set, der optisch und akustisch Einiges zu bieten hatte.

Die Heimschläfer von Verheerer standen am späten Nachmittag auf der Wasteland Stage. Die Flensburger Black Metal Band hatte kräftig Publikum vor der Bühne versammelt, welches jede Menge Spaß am Auftritt hatte.

Hate aus Polen knüppelten um 18:00 Uhr die Headbanger Stage nieder. kaum zu glauben, dass die Band bereits 1991 gegründet wurde; vom Ur-Line-Up ist allerdings nur noch Sänger/Gitarrist Adam Buszko aka Adam The First Sinner an Bord. Musikalisch und thematisch haben sich die Polen im, Laufe der Jahre nach eigenen Angaben auch verändert. Von der ursprünglichen satanischen/antichristlichen Death Metal Band zur esoterischen Blackened Death Metal Band. Schnösel wie ich erkennen da aber nicht wirkliche Unterschiede.

The Other aus Leichlingen sind schon eine schräge Truppe, und gerade deshalb macht es jede Menge Spaß, den Jungs zuzuhören und -schauen. Auf der Wasteland Stage hinterließ der Fünfer einen astreinen Eindruck. Wer die Band noch nicht gesehen hat und auf den punkigen Sound steht, sollte sich The Other unbedingt reintun.

Hämatom habe ich offen gesagt wohl immer falsch eingeschätzt. Dass die Band auf einem Festival wie Wacken die Harder Stage rockt und das Infield voll ist, hätte ich nicht gedacht. Aber da haben mich dieses Jahr einige Bands überrascht.
Auf jeden Fall war mächtig Stimmung angesagt, und die Jungs auf der Bühne genossen das Konzert offensichtlich selber am meisten.

Für die Death Metaller The Spirit aus dem Saarland war um 20:00 Uhr die Wasteland Stage bereitet. Dass die Band die volle Dröhnung Abendsonne eines tiefstehenden Planeten frontal abbekam, ist mit Sicherheit nicht der Standard für The Spirit Konzerte. Machte den Jungs aber offenbar nicht viel aus, und sie donnerten ihre Mucke gen feierlauniger Fans.

Arch Enemy stand von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste für’s diesjährige Wacken. Habe die Band um Frontfrau Alissa White-Gluz ja schon einige Male fotografiert, aber immer mit Einschränkungen wegen spärlichen Lichtes und jeder Menge Nebel.
Nebel war in Wacken auch angesagt, aber der Wind vertrieb die für Fotografen ungeliebten Schwaden recht schnell, so dass einige nette Shots zu Stande kamen.
Musikalisch waren Arch Enemy der Oberhammer!!

Mit Brian Downey’s Live And Dangerous ging für mich das fantastische W:O:A dem Ende entgegen. Der alte Thin Lizzy Drummer hat eine Band um sich versammelt, die sehr viel vom alten Lizzy Spirit verbreitet. Für mich ein wehmütiger Sprung zurück in die Siebziger und Achtziger. Und auch wenn die beiden Gitarreros bei Emerald das Gitarrenduell versemmelt haben, ein toller Auftritt.

 

Das Resümee: nach der Corona bedingten Pause eine Wohltat, wieder in Wacken sein zu dürfen. Und obwohl die Pandemie ja längst nicht vorbei ist, hat das Wacken Team einen perfekten Job hingelegt.
Dass nun weiterhin der Mittwoch als offizieller Tag mit aufgenommen wird, ist zu begrüßen. Noch mehr Zeit, noch mehr Bands, noch mehr Spaß.
Also, wir sehen und 2023. Stay heavy!!

www.wacken.com

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.