We Blame The Empire – Macken als geheime Superpower

Photo by Raffael Bittermann

Mit dem Hellfire Quick5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von 5 Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.

Diesmal sprachen wir mit den Jungs von We Blame The Empire, die Mitte April 2020 ihr neues Album „Aero“ veröffentlichen werden.

HF: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Album. Bei unserem letzten Gespräch im November 2018 wart ihr gerade mitten im Songwriting Prozess zu „Aero“. Wie viele Ideen von damals wurden auf dem Weg zum Release komplett umgekrempelt, wie viel verworfen und was hat sich von Anfang an so richtig angefühlt, dass es quasi unverändert aufs Album gekommen ist?

WBTE: Ehrlich gesagt hatten wir 2018 nur einen Bruchteil von dem, was wir jetzt verwendet haben. “Updraft” war zwar zum größten Teil damals schon fertig und auch “Revelations” – die zweite Singleauskopplung – war schon zum Teil da, aber finalisiert wurden die beiden auch eigentlich erst im Sommer 2019. Das Songwriting für alle anderen Songs vom Album hat dann erst richtig im Frühling 2019 begonnen, dafür da dann intensiver.

HF: Damals hattet ihr gerade die Single „Silhouette“ veröffentlicht, 2019 folgte „Silent Throne“. Beide waren ja eigentlich als Stand Alone-Singles gedacht, aber „Silent Throne“ wird in einer Acoustic Version Teil von „Aero“ sein. Was war der Grund, den Song mit aufs Album zu nehmen und warum als Akustik Variante?
 
Moritz: Das “Silent Throne” als Akustik Version aufs Album drauf muss, hatte ich immer schon ein bisschen im Hinterkopf, weil es sich musikalisch einfach dafür anbot. Als im Februar 2019 ein sehr geschätzter Musikerkollege von uns verstarb, hörten wir zum ersten Mal seinen Lebensweg, wie er aufwuchs und was er in seinen jungen Jahren schon alles erreicht hatte, sowohl menschlich als auch musikalisch. Auch wenn ich ihn nicht allzu gut kannte, dachte ich lange Zeit über seinen Lebensweg nach und fand mich in einigen Punkten wieder. Vor allem in jenen, die in erster Instanz zu diesem Text geführt hatten. Das bestärkte mich in der Idee nochmal eine Akustik Version draus zu machen. Ich wollte ihm nochmal dieses Lied als akustische Version widmen, da er meine Sicht auf viele Dinge, auch nach seinem Tod, zum Positiven verändern konnte. 
 
HF: Wo wir gerade schon bei Gründen für die Songauswahl sind: Als erste Single habt ihr euch für „Updraft“ entschieden, ein Song der zwar deutlich WBTE atmet, aber doch einige eurer Trademarks, wie z.B. Clean Vocals, zugunsten eines erhöhten Härtefaktors vernachlässigt. Warum sollte ausgerechnet dieser Song die erste Visitenkarte für „Aero“ und WBTE 2020 werden?
 
WBTE: Es war der erste Song, der für das Album fix stand und wir hatten sofort bestimmte Bilder im Kopf, wie ein Musikvideo dazu ausschauen könnte. Das ist mitunter sicher ein Grund dafür gewesen. Da es nicht unser einziges Video werden sollte vor dem Release, haben wir nicht wirklich einen Nachteil gesehen, einen Track ohne Clean Vocals rauszubringen. Außerdem wollten wir einfach gleich Mal einen Track rausbringen der, wie man so schön sagt, ordentlich ballert.
 
HF: Standardmäßig ist in den meisten Bands der Sänger für die Lyrics verantwortlich, aber bei euch ist das deutlich breitgefächerter verteilt. Wie läuft das beim Songwriting? Schreibt der die Lyrics, dem zuerst etwas einfällt oder bringt jeder sein Herzensthema ein? Zumal ihr ja auch oft zu zweit für die Texte verantwortlich zeichnet.
 
WBTE: Grundsätzlich kann bei uns jeder frei von der Seele schreiben und wir sehen gemeinsam, ob der Text wo dazu passt, oder nicht. Wie auch schon beim vorigen Album, kommen die Lyrics nicht nur von den beiden, die die Texte singen, sondern z.B. auch von Lukas (Drummer), der sehr gern soziale oder auch politische Themen verarbeitet. Ja, es ist einfach immer so, dass man gemeinsam noch am Text arbeitet, weil Clean Passagen ja doch grundsätzlich etwas anders geschrieben sind als Screaming Vocals, zumindest machen wir das so. Daher basteln wir auch oft noch gern an den speziellen Passagen selbst, je nachdem ob daraus ein Screaming- oder Clean-Part wird.
 
HF: Schon 2018 war ich ja neugierig, was das Geheimnis eurer stabilen Bandgeschichte ist und die Antwort war: Freundschaft und auch Zeit außerhalb der Band miteinander zu verbringen. Plaudert doch mal aus dem Bandehe-Nähkästchen 😉 Wer ist derjenige mit den größten Macken und wer schafft es, in wirklich jeder Situation noch einen Witz zu machen? Wer ist der Ruhepol der Mannschaft, der alle zusammenhält und wer behält den Überblick und sorgt dafür, dass ihr pünktlich und vollzählig da seid, wo ihr hinsollt?
 
WBTE: Die größten Macken hat jeweils der mit dem niedrigsten Blutzuckerspiegel – wir sind alle ganz schlimm futtergrantig, wenn wir Hunger haben. Hahaha
Aber im Ernst: Macken haben wir alle, sonst würd’s wahrscheinlich gar nicht funktionieren. Es ist einfach wichtig, dass man diese Macken akzeptiert, bzw. so einsetzt, dass sie der Band helfen. So ist pedantische Genauigkeit bei gewissen Themen genauso wichtig wie kreatives Chaos bei anderen, aber im falschen Bereich kann es die Band behindern. Wir haben uns hier gut aufgeteilt, sodass jeder in seinem Bereich seine Macken als geheime Superpower einsetzen kann. 
Für vieles was in der Organisation richtig läuft – also wann muss wer wo sein usw. – ist sicher unsere Band Managerin Christine Cizek verantwortlich. Ohne sie hätten wir vermutlich schon den einen oder anderen Termin verschlafen, haha. Sie ist unser Marketing Genie, unterstützt uns einfach in allem was wir machen und hält uns den Rücken für Dinge frei, für die wir sonst keine Zeit hätten.
 
HF: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit eurem Album. 
 
WBTE: Danke Euch, vor allem auch Danke für den Support den wir immer wieder von Euch bekommen.
 
Interview: Katja Maeting
 
 

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