
© Unzucht
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Unzucht
Album: Neon Dom
Genre: Neue deutsche Härte / Gothic Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 15.05.2026
Willkommen im Neon Dom! Nach Jahren der Stille sind die Unzucht endlich zurück. „Neon Dom“ heißt das Werk, zeigt ziemlich schnell, dass die Band trotz neuem Sänger nichts von ihrer Stärke verloren hat. Nach dem Ausstieg von Der Schulz und dem Wechsel zu OOMPH! war ich skeptisch, ob das funktionieren kann. Aber schon nach den ersten Songs merkt man, dass mit Timm Hindorff ein richtig starker Ersatz gefunden wurde.
Das Album startet mit „Katharsis“ direkt nach vorne. Die Gitarren drücken sofort und die Drums treiben den Song immer weiter an. Das Ding macht direkt Bock und hat diese Energie, die man einfach laut hören will. Danach kommt der Titeltrack „Neon Dom“. Deutlich düsterer. Mehr Melancholie. Mehr Atmosphäre. Genau diese Mischung macht den Song stark.
„Feuerregen“ geht wieder mehr nach vorne und fühlt sich wie ein Neuanfang an. Man merkt richtig, dass die Band wieder Hunger hat. „Ich stehe im Feuerregen und brüte meine Arme aus. Und meine Gedanken zerfallen zu Asche und Staub“ zeigt ganz deutlich diesem Gedanken. „Krieger“ holt dann Daniel De Clercqans Mikrofon. Seine Vocals mit dem Bass und elektronischen Einflüssen im Vordergrund, fühlt sich für mich wie eine Neuauflage von „Kleine Geile Nonne“ an. Im positiven Sinne! Das erweckt Nostalgie in mir.
„Chaos“ macht seinem Namen komplett Ehre. Schnell, laut und aggressiv. Der abwechselnde Gesang von Daniel und Timm wurde meisterhaft umgesetzt. Der könnte live scheppern! „Chaos“ wirkt wie ein Song der „Neuntöter“- Ära. Danach zieht „Nie mehr zurück“ plötzlich die Bremse. Ruhiger Song. Sehr emotional. Hat mich ehrlich überrascht, weil der Song unter die Haut geht ohne kitschig zu wirken.
Mit „1000 Scherben“ und „Gegen die Zeit“ nimmt die Platte wieder Fahrt auf. Beim letzten Song liebe ich die Gitarre. Beide Songs haben diesen typischen Unzucht-Vibe. Düster, eingängig und perfekt für die Bühne.
Und dann kommt „Koloss“. Was für ein Brett.
Der Song ist so unglaublich Heavy. Ganz klar mein Highlight der Platte. Diese marschierenden Rhythmen drücken brutal. Die Gitarren klingen riesig und der Growl-Part von Timm in der Bridge knallt komplett rein. Genau so muss moderner Dark Rock mit Metal-Einflüssen klingen. Ich sehe den Song jetzt schon live vor mir mit Circle Pits und komplett eskalierenden Fans. Bei Wacken wird das eskalieren, merke meine Worte! (Falls es gespielt wird, ich bitte drum…)
„Apokalypsis“ hält die Energie weiter oben mit seinem thrashigen Riffs, welche direkt zum Nackenschütteln anregen. „Apokalypsis“ ist nochmal ein kompletter Adrenalinschub kurz vor dem Ende der Platte. Schnelle Drums, treibende Riffs und diese düstere Stimmung machen den Song zu einem der intensivsten Momente auf „Neon Dom“ . Der Track fühlt sich an wie der letzte große Sturm bevor das Album mit „Nachtschatten“ langsam ausklingt. Sehr atmosphärisch. Ruhiger. Fast schon bedrückend. Besonders „Nachtschatten 2“ hinterlässt dieses leere Gefühl nach einem Albumende, wo man erstmal kurz sitzen bleibt.
Am Ende bleibt eigentlich nur eins zu sagen. „Neon Dom“ ist für mich das perfekte Album. Die Platte verbindet alles, was die Band immer stark gemacht hat. Dunkle Atmosphäre, große Refrains, harte Momente und emotionale Songs. Gleichzeitig klingt das Album frischer und energiegeladener als vieles davor. Jeder Song hat seinen eigenen Charakter und trotzdem wirkt die Platte wie ein komplettes Gesamtwerk. Vor allem Tracks wie „Koloss“ und „Apokalypsis“ zeigen, wie brutal stark diese neue Ära von Unzucht werden kann. Genau so muss moderner Dark Rock heute klingen.
Die Unzucht sind zurück. Und stärker als viele wahrscheinlich erwartet haben.
Der „Neon Dom“ bekommt von mir die volle Punktzahl an Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Katharsis
02 Neon Dom
03 Feuerregen
04 Krieger
05 Chaos
06 Nie Mehr Zurück
07 1000 Scherben
08 Gegen die Zeit
09 Koloss
10 Apokalypsis
11 Nachtschatten 1
12 Nachtschatten 2
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