Geschrieben von Oliver Heberling
Schlachthof Wiesbaden // 07.05.2026. Nahezu auf den Tag genau acht Jahre war es her, dass ich MACHINE HEAD zuletzt im Schlachthof Wiesbaden sah (10. Mai 2018). Und mit im Vorfeld gemischten Gefühlen besuchte ich diesmal den EVENING WITH MACHINE HEAD, da die verwaschene Soundqualität beim 2018er-Auftritt sehr zu wünschen übrig ließ. Umso glücklicher verließ ich rund 2 1/2 Stunden später die Halle.
Mit Queens „Bohemian Rhapsody“ und „In comes the flood“ vom 2014er-Album Bloodstone & Diamonds als Intro vom Band begann um kurz vor 20 Uhr ein Spektakel, das keine Fan-Wünsche offen ließ. Mit „Imperium“ als Opener hatte die Band nicht nur mich gleich von Beginn an fest im Griff.
Es folgte eine gekonnt durchchoreografierte Show aus Feuer, Licht und einer großen Videoleinwand, die neben Eindrücken wie visualierten Album-Artworks bei „Is there anybody out there?“ zum Beispiel auch genutzt wurde, um den Text des Refrains (hinterlegt mit einer Deutschland-Flagge) einzublenden. Das regte zum Mitsingen an und verlieh dem Song, in dem Mastermind Robb Flynn sein Unverständnis über das, was in der Welt abgeht, zum Ausdruck bringt, zugleich nochmal besonderen Nachdruck.
Nicht unüblich wurde ein Schwerpunkt der Pyro-Show auf die ersten drei „Foto-Songs“ gelegt, aber auch im späteren Verlauf des Abends wurden hier immer mal wieder aufmerksamkeitssteigernde Akzente gesetzt, um das Publikum am doch langen Konzert durchgängig bei Laune zu halten.
Der ausverkaufte Schlachthof kochte bei den meisten Songs, die Textsicherheit des Publikums war aber oft ausbaufähig und reichte bei eingeforderten Passagen nicht immer, um die Halle zu füllen. Auch die angestimmten „Dimebag“-Sprechchöre zu Ehren des 2004 getöteten Pantera-Genies Dimebag Darrell beim auf Publikumswunsch hin gespielten „Aesthetics of hate“ waren ausbaufähig.
Der gut aufgelegte Robb Flynn ließ sich davon nicht irritieren und forderte ohne Unterlass den von ihm ernannten „Moshpit Minister“ auf, die Menge weiter anzuheizen oder aber von der Bühne geworfene Biere zu fangen. Wie es auch einzelne der bedruckten Fan-Becher zum Ausdruck brachten, wurde an diesem Abend eine Menge „Blood, Sweat and Beers“ eingefordert.
Viele Fans empfinden das 2007er-Album „The Blackening“ als Höhepunkt des Bandschaffens. Für mich wiederum hat jedes MACHINE HEAD-Album ein paar Killer und ein paar Filler im Angebot. In der stimmig und abwechslungsreich zusammengestellten Setlist kamen von allen elf Alben je ein bis drei Songs zum Zug, wobei mein persönlicher Geschmack top getroffen wurde. Die Akustik-Verschnaufpause für alle Mosher mit „Darkness within“ hätte mir in gewohnter Fassung allerdings noch besser gefallen. Das viel gefeierte „Halo“ beendete einen gelungenen Konzertabend, der dank deutlich besserem Sound gegenüber 2018 meine Zweifel an einem EVENING WITH MACHINE HEAD ausgeräumt hat.
Setlist:
01 – Imperium
02 – Ten Ton Hammer
03 – CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE
04 – Now we die
05 – The Blood, the Sweat, the Tears
06 – Is there anybody out there?
07 – The rage to overcome
08 – Now I lay thee down
09 – BECØME THE FIRESTØRM
10 – MY HANDS ARE EMPTY
11 – Aesthetics of hate (Publikumswunsch statt „Blood for blood“)
12 – Game over
13 – Old
14 – Darkness within (acoustic)
15 – Catharsis
16 – ØUTSIDER
17 – Locust
18 – BØNESCRAPER
19 – Bulldozer
20 – From this day
21 – Davidian
22 – Halo
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