Ravenword – Transcendence

(C) Ravenword

Geschrieben von: Klaus Saalfeld
Band: Ravenword
Album: Transcendence
Genre: Symphonic Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 31.01.2020

RAVENWORD nennt sich eine Symphonic Power Metal Formation aus Mailand, deren Bandname von Edgar Allan Poes Roman “The Raven” inspiriert und im Jahr 2007 von Keyboarder und Songwriter Davide Scuteri gegründet wurde. Nach mehreren Jahren der Bandaktivität, welche 2011 ein selbstbetiteltes Demo beinhaltete, lösten sich die Italiener 2014 erstmal auf, um sich zwei Jahre später neu zu gruppieren mit dem Ziel, ein einmaliges (!) Album aufzunehmen, welches die gesamte Geschichte der Band verkörpern sollte. Oder mit ihren eigenen Worten:  “Mit “Transcendence” fängt Ravenword die romantischen und dekadenten poetischen Themen ein, die für die Zeit von Edgar Allan Poe typisch waren, kombiniert mit einem ebenso dekadenten symphonischen Metal-Sound.” Man mag von diesen hochtrabenden Worten halten was man will, zumindest die – erst Recht für ein Debüt – beachtliche Albumlänge von rund siebzig Minuten zeigt, dass die Band bemüht war (das Album wurde bereits vor einem halben Jahr veröffentlicht), etwas Einzigartiges zu kreieren.

“Blue Roses” eröffnet den Songreigen kraftvoll mit einer guten Mischung aus symphonischen Elementen und kernigen Riffs, der Gesang von Frontfrau Chiara Tricarico wandert zielsicher zwischen den verschiedenen Tonleitern und mündet letztlich in einem Ohrwurm Chorus. Das nachfolgende “Life Is In Your Hands” erhöht das Tempo ein wenig und tendiert in seiner Machart an eine Mischung aus Stratovarius und Sonata Arctica – nur halt mit weiblichen Vocals. In Sachen Hitfaktor reicht die Nummer nicht ganz an den Opener heran, ganz im Gegensatz zu “No More”, bei dem die symphonischen Elemente und der teils opernhafte Gesang zudem an alte Nightwish Scheiben erinnern. “Lullaby Of The Last Petal” macht seinem Titel alle Ehre, wird hier der Hörer doch mit Piano/Synthie Klängen, elfenhaftem Gesang sowie klassischen Chören vergleichsweise ruhig in den Schlaf gesungen.

“Purity” überrascht mit anfänglichen italienischen Vocals, ist trotz ansprechender Qualität aber eine Spur zu lang ausgefallen, während “Rain Of Stars”, “The Queen of Darkness” und “What I Need” abermals in Richtung Finnland schielen, auch wenn man nur zum Teil an die großen Vorbilder heranzureichen kann. Insbesondere bei “The Queen of Darkness” driftet die gute Chiara hier und da in Höhen ab, die mich an schmerzhafte Besuche beim  Zahnarzt erinnern, dafür erhält sie bei “What I Need” zur Abwechslung mal Unterstützung in Form von männlichen Growls. Mit “The Swansong” folgt eine gelungene Power Ballade, auf die das selbe zutrifft wie bereits “Lullaby…”, eigentlich eine gute Nummer, die man aber nicht zwingend auf sechs Minuten hätte ausdehnen müssen.

“Dylan” entpuppt sich als der vielseitigste Song des Albums, wird hier in Sachen Dynamik doch reichlich variiert, sogar ein kurzer Prog-Part lässt sich ebenfalls vernehmen und in der zweiten Hälfte des Tracks hauen die Italiener schließlich noch eine erstklassige Hookline raus, was das Stück trotz seiner knapp sieben Minuten dennoch kurzweilig geraten lässt. “Crimson Lake” wirkt trotz guter Ansätze und abermaliger Growls ein wenig wie ein Lückenfüller, “The Distance” kann sich nur knapp behaupten und die finale Ballade “Bleeding Moon” hätte trotz seines tollen Refrains auch gerne etwas kürzer ausfallen dürfen.

So bleibt unterm Strich ein Album, dass man einerseits als gelungen bezeichnen darf und bei dem Genre Anhänger definitiv nichts falsch machen, andererseits sich aber gefühlt ein wenig selbst im Wege steht, denn es entsteht der Eindruck, als habe die Band teilweise etwas zu viel gewollt. Zwei/drei Songs weniger und dafür etwas mehr Kompaktheit hätte vermutlich für einen noch positiveren Gesamteindruck gesorgt. Ansonsten bleibt abzuwarten, ob “Transcendence” wirklich keinen Nachfolger bekommt…

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten

Trackliste:

  1. Blue Roses (4:31)
  2. Life In Your Hands (5:02)
  3. No More (3:53)
  4. Lullaby Of The Last Petal (4:00)
  5. Purity (5:50)
  6. Rain Of Stars (5:08)
  7. The Queen Of Darkness (4:16)
  8. What I Need (5:18)
  9. The Swansong (6:05)
  10. Dylan (6:48)
  11. Crimson Lake (6:43)
  12. The Distance (4:20)
  13. Bleeding Moon (7:54)

Line Up:

Chiara Tricarico: Gesang
Davide Scuteri: Keyboards
Cesare Ferrari: Gitarre, Bass
Michele Olmi: Drums

 

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Video zu “Purity”

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