Neal Morse – Jesus Christ The Exorcisst

© Neal Morse

Geschrieben von Michi Winner
Künstler: Neal Morse
Album: Jesus Christ The Exorcist – A Progressive Rock Musical
Genre: Progressive Rock
Plattenfirma: Frontiers Records S.R.L. / Soulfood
Veröffentlichung: 14. Juni 2019

Schon das Intro erinnert mich daran, warum ich so lange keinen Prog mehr auf dem Tisch hatte und dann direkt ein Doppelalbum, das kann ja heiter werden.

Prinzipiell habe ich gar nichts gegen Progressive Rock, aber ich muss in der passenden Stimmung für diese, meist nicht ganz leichte, Kost sein. Bei den aktuellen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein ist mir eher nach easy listening und Sommer, Sonne, Strand und Bier. Und was bekomme ich? Einen Exorzisten. Entgegen böslautender Gerüchte, habe ich den eigentlich nicht nötig. Ich bin bei dem Titel wirklich gespannt was Neal Morse hier für eine Geschichte entfaltet. Nach den ersten 5 Tracks habe ich eher das Gefühl in einem Rock-Musical zu sein, als in einer Progressive Rock-Oper. Besonders “Jesus’ Baptism” hat viel von einem Musicalsong mit Chören, Bläsern und einem Rhythmus, der wie geschaffen dafür ist, eine Gruppe Tänzer über eine Bühne zu scheuchen. Der Wechsel zu “Jesus’ Temptation” mit seinen Jazzanteilen und kreischigen Gitarrenparts könnte kaum krasser sein und verursacht bei mir nur ein Stirnrunzeln. Da war es wieder, das Prog-Problem. Ok, zumindest mein Problem. Mir sind das oft zu extreme Wechsel und zu viele Einflüsse, was das Ganze so überladen wirken lässt, dass ich oft einfach nur noch teilweise hinhöre. Bei aller Kritik: Die Texte sind wirklich herausragend und erzählen tatsächlich eine zusammenhängende Geschichte, auch wenn ich mich sehr konzentrieren muss, um das wahrzunehmen. Die verschachtelten Songstrukturen lenken mich immer wieder ab, da gibt es so vieles auf das man hören kann.

Neal Morse ist hier das gelungen was er sich vorgenommen hat: eine Progressive Rock Oper mit allem was dazu gehört. Es gibt ruhigere und energiegelandenere Tracks, unterschiedlichste Emotionen, Leichtigkeit und Tiefgang. Das verdient auf jeden Fall meinen Respekt. Was die musikalische Umsetzung betrifft: meine Probleme mit einigen Aspekten des Progressive Rock sind ja nicht seine Schuld und ich weiß, dass Liebhaber des Genre vieles hier anders sehen. Jeder Fan von Progressive Rock muss diese Scheibe einfach in seinem Schrank haben und der Rest sollte zumindest mal rein hören. Dieses Werk ist in seiner Gesamtheit wirklich außergewöhlich.

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.

Trackliste:

CD1

  1. Introduction
  2. Overture
  3. Getaway
  4. Gather The People
  5. Jesus’ Baptism
  6. Jesus’ Temptation
  7. There’s A Highway
  8. The Woman Of Seven Devils
  9. Free At Last
  10. The Madman Of The Gadarenes
  11. Love Has Called My Name
  12. Better Weather
  13. The Keys To The Kingdom
  14. Get Behind Me Satan

CD2

  1. He Must Go To The Cross
  2. Jerusalem
  3. Hearts Full Of Holes
  4. The Last Supper
  5. Gethsemane
  6. Jesus Before The Council And Peter’s Denial
  7. Judas’ Death
  8. Jesus Before Pilate And The Crucifixion
  9. Mary At The Tomb
  10. The Greatest Love Of All
  11. Love Has Called My Name (Reprise)

 

Line-Up:

Ted Leonard – Jesus
Talon David – Mary Magdalene
Nick D’Virgilio – Judas Iscariot
Rick Florian – The Devil
Matt Smith – John the Baptist
Jake Livgren – Peter and Caiaphas
Neal Morse – Pilate, Demon 1, Disciple 1
Mark Pogue – Israelite 1, the Madman of the Gadarenes, Pharisee 2
Wil Morse – Israelite 2, Demon 3, Pharisee 1
Gabe Klein – Demon 2, Pharisee 4
Gideon Klein – Demon 4
Julie Harrison – Servant Girl

 

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