Music Forge Festival 2021 „Biergarten Edition“

Ehe das Festival überhaupt geplant werden konnte, musste das Music Forge – Team in den vergangenen Monaten, wie so einige andere Festivals, eine nervenzerreißende Zitterpartei überstehen. Kann das Festival nun stattfinden oder nicht? Welche Auflagen gelten? Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? Doch die Behörden gaben grünes Licht für die „Biergarten Edition“ des Music Forge Festivals 2021. Die Erfahrungen des vergangenen Jahres halfen ungemein für einen souveränen organisatorischen Ablauf.

Spannend blieb es jedoch bis kurz vor dem Startschuss, denn noch am Freitagmorgen musste die Band Einsneunzig ihren Auftritt krankheitsbedingt absagen. Glücklicherweise konnte das Booking-Team noch am selben Tag spontan die Frankfurter Thrash-Metal Band Firestorm auftreiben, die bei ihrem ersten Auftritt im Jahr 2021 richtig reinklotzten. Das Programm war die reinste Thrash-Metal Achterbahnfahrt und besonders der Drummer spielte mit außergewöhnlicher Virtuosität alle um den Verstand.

Hingucker des Abends war die Gruppe Rockzone, bestehend aus sehr talentierten Musikern – allesamt nicht älter als 14 Jahre! Die drei Jungs demonstrierten sowohl mit Cover- als auch eigenen Nummern eine ausgesprochene Vorliebe für Hardcore-Punk. Trotz kleinerer technischer Schwierigkeiten wurde überzeugend geliefert. Ganz außergewöhnlich war, dass Rockzone nicht nur ein altes Ernst Busch-Lied neu interpretiert hat, sondern auch einen Song von Primus. Ich kenne keine Teenager-Band, die sowas macht!

Ein denkwürdiges Ende gab es mit Certain Skies, die bislang auf jedem Music Forge Festival vertreten waren und jedes Mal habe ich den Eindruck, dass die Metalcore-Band aus dem Taunus qualitativ nochmal eine Schippe draufgelegt hat. Die Jungs haben offensichtlich die vergangenen Monate optimal genutzt!

Ein ebenso abwechslungsreiches Programm mit vielversprechenden Newcomern bot auch der zweite Tag. Das Gießener Hip Hop Duo Zmnstr Mast gibt es erst seit diesem Jahr, aber performten als hätten sie bereits jahrelange Erfahrung auf dem Buckel. Sehr geschmeidiger Groove!

Mit Rotlaut & On every page gaben sich wieder zwei energiegeladene Bands die Ehre – ebenfalls Lokalmatadoren aus Gießen. Beide Acts gaben richtig Gas: Während Erstere rotzigen Punk ablieferten mit frechen deutschsprachigen Lyrics, feierte On every page ein sehr überzeugendes Live-Debüt. Den krönenden Abschluss gab es mit der Metal-Combo Killing your idols aus Frankenthal. Eine Soundwand nach der nächsten flog den Zuschauern um die Ohren. Am beeindruckendsten war das vielseitige technische Repertoire des Sängers, das entfernt an Corey Taylor erinnerte. Kratzig, bissig bis warm – alles war dabei. Chapeau!

Das Music Forge – Team hat dieses Jahr die ganz dicken Fische eher außen vorgelassen und sich stattdessen auf lokale Newcomer fokussiert. Angesichts der derzeit begrenzten Auftrittsmöglichkeiten, was es für weniger professionelle Bands besonders schwer macht, sei an der Stelle ein dickes Lob auszusprechen. Die Fans und Zuschauer haben die Shows nicht minder genossen und die Bands dankten es ihnen mit leidenschaftlichen Auftritten.

 

Paul Hilger

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/watch/musicforgefestival/

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