
© Mourn The Light
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Mourn The Light
Album: Sorrow Feeds The Silence
Genre: Heavy- / Doom Metal
Plattenfirma: Argonauta Records
Veröffentlichung: 14.11.2025
Bringen wir’s direkt auf den Punkt. Sorrow Feeds The Silence ist ein Album, das keinerlei Angst vor großen Gesten hat, und genau das macht seinen Reiz aus. Mourn The Light hätten das Ding problemlos in eine überfrachtete Bombast-Orgie verwandeln können, wenn sie die Keyboards weiter aufgeblasen hätten. Haben sie aber nicht. Stattdessen setzen die Tasten fein dosierte Akzente und lassen den Grundsound atmen. Gut so.
Ganz frei von Grenzbereichen ist das Ganze dennoch nicht. Die Band fährt eine theatralische Schiene, die hier und da schon sehr nah am Musical vorbeischrammt. Man könnte fast meinen, Alex Staropoli hätte beim Songwriting einmal kurz den Raum verlassen und die restliche Crew hätte die Gelegenheit genutzt, um sämtliche Dramatik-Schrauben beherzt anzuziehen. Nicht alles davon zündet, manches wirkt ein wenig zu viel, zu stolz auf die eigene Inszenierung.
Und trotzdem. Wenn die Band trifft, dann richtig. „The Fading Light“ und der Titeltrack zeigen, wie stark Mourn The Light sein können, wenn sie ihre Hymnen nicht hinter Konzeptidee und Pathos verstecken. Große Refrains, richtiges Timing, genau die Mischung aus Melodie und Metall, die man sich öfter auf der Platte wünschen würde. Ja, der Pomp kommt häufiger durch die Hintertür, als einem lieb ist, und manche Passagen wirken unnötig verkopft. Aber im Gegensatz zu vielen symphonischen Genre-Kollegen schaffen es Mourn The Light, auch ohne Orchester-Overkill Spannung aufzubauen. Sie haben Ideen, sie haben Biss, und sie haben hörbar Lust darauf, sich über Genregrenzen hinweg auszutoben, selbst wenn das Ergebnis nicht immer ganz bündig ausfällt.
All In All ist „Sorrow Feeds The Silence“ ein unterhaltsames, ambitioniertes Werk, das sich trotz kleiner Stolperer zielsicher im oberen Mittelfeld festbeißt. Kein makelloses Album, aber eines mit Charakter, Wiedererkennungswert und Mut zur eigenen Vision. Und das ist definitiv mehr wert als der nächste glattgebügelte Bombast-Aufguss. Die Platte kann man sich gut anhören, von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Empty And Hollow
02 The Truth (Was A Lie)
03 The Fading Light
04 Doomed To Fall Forever
05 Sorrow Feeds The Silence
06 In The Shadows
07 Where Dreams Die
08 We Don’t Belong
09 Forever Hollow
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