Above Us The Waves – Counting Seasons

© Above Us The Waves

 

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Above Us The Waves
Album: Counting Seasons
Genre: Metalcore 
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 17.10.2025

 

Nur eine EP, das is wirklich der einzige Wermutstropfen an „Counting Seasons“ von Above Us The Waves. Dabei habe ich durch zufälliges stöbern das Cover entdeckt. Seitdem wusste ich, die muss ich rezensieren! Ganz ulkig, ich wusste gar nicht, dass das die Band mit „Rough On High Seas“ ist.

Seitdem tingeln die Jungs immer wieder durch den Underground, aber sieben Jahre ohne neuen Stoff… jo, dat fühlt sich lang an. Und jetzt kommt man mit vier Songs um die Ecke. Aber gut, die vier Dinger sitzen. Keine Riesensprünge, keine sperrigen Experimente, kein verzweifeltes „Wir müssen uns neu erfinden“. Above Us The Waves machen einfach das, was sie können, und das sitzt so sauber, dass man schon wieder denkt: „Ja komm, warum schafft das kaum eine andere Band in dem übervollen Genre?“

Die Jungs wirken ’n Tick abgeklärter als noch vor ein paar Jahren vielleicht auch einfach etwas müde vom ganzen Zirkus. Aber sie haben ihre Energie sehr ordentlich gebündelt.

„Cliffhanger“ eröffnet das Ganze (Ironie Pur) als drückender Rock-/Hardcore-Bolide. Schön wütend, schön direkt, schön effizient, so wie dat sein muss. Eine Prise Punk im Refrain, ein Taktwechsel, der ulkigerweise mehr Wirkung hat als manche Band mit drei Breakdowns, und ein klarer Anti-Kriegs-Text. Kurz, knackig, sitzt. „Goddamn y’al!“, kann man in diesen Zeiten auch mal rauslassen, ne?

Mit „Guard My Six“ geht’s emotionaler, aber ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Gitarren singen, Drums treiben, die Band rechnet hörbar mit den Schattenseiten des Showbusiness ab. Und ja, leichte In-Flames-Vibes sind drin, aber nicht so, dass man die Augen verdreht. Das knallt schon ordentlich.

„Ghost Issues“ hält die Balance aus Nachdenklichkeit und Druck. Moderner Hardcore, der weder verweichlicht noch stumpf ballert. Der Refrain sitzt, die Riffs sägen, und die Drums machen exakt das, was sie sollen, nicht mehr, nicht weniger. Keine Showeinlage, keine Angeberei, einfach solide Handarbeit.

Der Titeltrack ‚Counting Seasons“ am Schluss. Ein ruhiger Einstieg, später wieder Groove, ein Wechselspiel aus Melancholie und verhaltener Wut. Balladesk, ohne kitschig zu werden. Und das Zusammenspiel aus Shouts und Cleans? Sehr sauber, kein Kitsch, kein Schmalz, kein „Wir wollen ins Radio“. Schön erdig.

Unterm Strich: Vier Songs, aber vier richtig starke. Post-, Melodic-Hard- und Metalcore auf den Punkt gebracht, ohne Firlefanz, ohne übermäßige Attitüde. Klar: Ein volles Album wäre wat Feines gewesen. Aber wenn’s wieder sieben Jahre dauert, dann sollen sie wenigstens wieder so abliefern.

Und wenn die Griechen zwischendurch mal über deutsche Bühnen trampeln würden: Ja bitte. Das wäre uns allen doch eine Freude! Die Metalcore Band aus Kavala bekommen von mir 9 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist:

01 Cliffhanger
02 Guard My Six
03 Ghost Issues
04 Counting Seasons

 

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