Various Artists – A Tribute to Metallica‘s Kill ’Em All

© Silver Lining Music

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Various Artists
Album: A Tribute to Metallica‘s Kill ’Em All
Genre: Trash Metal
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 14.11.2025

 

Es gibt Tribute-Alben, die nett gemeint sind, und es gibt solche, die mit dem Selbstverständnis auftreten, ein Stück Metal-Geschichte neu zu entflammen. No Life ’Til Leather , ein Kollektiv aus anderen Bands wie Motörhead oder Testament, haben vor die erste Platte DER Metal Band zu covern. Vier Jahrzehnte nach dem Erscheinen von Kill ’Em All, jenem Album, das 1983 die Plattenteller wie eine Sprengladung neu verdrahtete, treten einige der prägendsten Bands der Szene an, um dem legendären Erstling ihren Stempel aufzudrücken. Und das Ergebnis ist überraschend vielschichtig. Mal rebellisch, mal respektvoll, und immer mit einer deutlichen Botschaft. „Metal Never Dies!“

Dass ausgerechnet die Jungspunde von Tailgunner den Auftakt übernehmen, ist ein fast schon symbolischer Fingerzeig. Die Band prescht durch „Hit the Lights“, als müssten sie beweisen, dass sie das Feuer ihrer Helden aus den Achtzigern in den Adern haben. Das ist wild, das ist schnell .Die rohe Energie stimmt, der Spirit der Vorlage geht stellenweise im Überschwang fast verloren.

Ganz anders die Herangehensweise von The Almighty: „The Four Horsemen“ wird hier mit britischer Lässigkeit zerlegt und wieder zusammengesetzt. Ricky Warwick singt nicht, er erzählt. Somit verleiht er dem Song damit eine Coolness, die man so nicht erwartet hätte. Ganz großes Lob!

Die Höhepunkte des Albums entstehen immer dann, wenn die Bands nicht einfach nur nachspielen, sondern umdeuten. Soen verwandeln „Motorbreath“ in eine elegante, moderne Prog-Metal-Version, die trotzdem den Geist des Originals transportiert.

Bei Tygers Of Pan Tang sorgt eine dezent eingesetzte Talk-Box für einen frischen Dreh, der „Jump in the Fire“ einen fast schon sleazigen Biss verleiht. Nicht mein Lieblingstrack, aber ist ganz okay.

Den emotionalen Kern des Albums bilden jedoch zwei Stücke, die man kaum anders als mit Ehrfurcht hören kann. Das legendäre Bassspiel von Cliff Burton „Pulling Teeth (Anesthesia)“ ist ziemlich schwer es würdig zu ehren. Doch David Ellefson , der Bassist der nicht ganz so Metallica freundlichen Band Megadeth, beweist das Gegenteil! Seine handwerkliche Präzision sitzt wie Faust aufs Auge. Motörhead dürfen „Whiplash“ spielen, weil niemand sonst „Whiplash“ spielen sollte. Es ist ein Huldigungsmoment, der aus der Zeit gefallen wirkt, und genau deshalb so kraftvoll ist.

Mit Saxon („Phantom Lord“) und Diamond Head („No Remorse“) betreten zwei Bands die Bühne, ohne die Metallica niemals existiert hätten. Und man hört das. Während Saxon eher konservativ interpretieren, zünden Diamond Head ein Feuerwerk, das den Song in einen rasenden Sturm verwandelt. Das ist einer der klaren Höhepunkte des Albums.

Testament liefern bei „Seek & Destroy“ eine Lehrstunde darin, wie man ein Heiligtum behandelt. Genau, mit Power, mit Respekt, mit einer Stimme, die alles trägt. Chuck Billy macht das Ding zu seinem Song, ohne das Erbe anzutasten.

Zum Schluss setzen Raven mit „Metal Militia“ ein Ausrufezeichen. Sie würzen das Stück mit überraschenden Einsprengseln, inklusive eines kleinen Grußes an Ride the Lightning. Ein starkes Finale, das den Kreis schließt.

No Life ’Til Leather ist keine austauschbare Cover-Compilation. Diese Interpreten liefern eine würdige Ehrung an die größte Metall Band aller Zeiten! Die Bands bringen Persönlichkeit mit, aber keinen Ego-Trip. Man spürt die Liebe, den Respekt und die Erkenntnis, dass „Kill ’Em All“auch 2025 noch schneidet wie damals.

Eine absolute Empfehlung für Metal-Fans, Historiker der Szene und alle, die hören wollen, wie lebendig echte Klassiker bleiben können. Das Tribut bekommt von mir 9 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist:

01 Hit The Lights
02 The Four Horsemen
03 Motorbreath
04 Jump In The Fire
05 Pulling Teeth (Anesthesia)
06 Whiplash
07 Phantom Lord
08 No Remorse
09 Seek & Destroy
10 Metal Militia

 

Mehr Infos:

Tailgunner
The Almighty
Soen
Tygers Of Pan Tang
Motorhead
Saxon
Testament
Raven

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.