Lost Sanity – Oxygen

© Lost Sanity

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Lost Sanity
Single: Oxygen
Genre: Metalcore
Plattenfirma: Self-Release
Veröffentlichung: 20.5.2026

 

Die deutsche Band Lost Sanity gilt schon seit ein paar Jahren als eine Art Geheimtipp unter den modernen Core-Liebhabern. Jetzt veröffentlichen sie ihre neue Single „OXYGEN“ und verwöhnen wieder mit einer Mischung aus modernem Core, guter Produktion und emotionaler Tiefe.

Nach ihrem EP-Release im letzten Jahr ist diese Single ihre erste Veröffentlichung in 2026. Man merkt hier, dass die Band damit ihre noch junge Geschichte fortsetzen möchte, weil der Song gut nach vorne geht und trotzdem Melancholie verbreitet.

Das Intro ist einigermaßen ruhig und baut sich nach einem kurzen treibenden Gitarrenriff für die Hook auf. Erst begleitet von ruhigem Gesang und folgend von einem Rap artigen Abschnitt, der dann endgültig ein Crescendo einleitet. Das gefällt mir gut.

Die Hook erscheint sofort sehr emotional und melancholisch. Bewusst soll das nicht der Headbang-Moment des Songs werden, was man am mitreißenden Klang der Vocals erahnen kann. Der Song wirkt dadurch auf mich total verletzlich, ohne eine gewisse Menge an Härte zu verlieren. Der Refrain ist der perfekte emotionale Höhepunkt; das haben sie sehr authentisch dargestellt.

Die 2. Strophe hat etwas mehr Druck nach vorne als die 1. Strophe, was auch daran liegt, dass die ersten Scream-Passagen und eine Art Breakdown nach kurzen Clean-Passagen folgt. Für mich hätte dieser Abschnitt ruhig mehr Wucht erzeugen können. So hat mich das persönlich noch nicht umgehauen, da bei den Anfängen der Screams man mit einer Erwartungshaltung einer zumindest minimalen Eskalation weiter voranschreitet.

Nach der 2. Hook folgt ein Gitarrensolo, was ein wenig melancholisch wirkt und gut ins Gesamtbild passt. Es fungiert auch als Übergang in einen sich aufbauenden Breakdown, der die zuvor versprochene Eskalation mitbringt. Das ist auch der harte Höhepunkt dieses Songs und überliefert kompromisslos einen soliden Breakdown, der das Headbangen einleitet. Dadurch wird der Song sehr gut abgerundet.

Ein folgender Übergang und die letzte Hook wirken zudem etwas epischer als zuvor und vervollständigen den Song gut. Ebenso der zusätzliche Mini-Breakdown, der ein passendes Outro liefert.

Fazit: Insgesamt gefällt mir „OXYGEN“ sehr gut. Der Song verbindet ziemlich intensiv emotionale und tatsächliche Härte und verliert dabei nicht an Strahlkraft beider Elemente. Lost Sanity haut mit diesem Song eine gute (erste) Veröffentlichung in 2026 raus, dennoch denke ich, dass sie eine Schippe drauflegen können, denn die Grenze nach oben ist noch nicht erreicht. 
9 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Single:

01 Oxygen

 

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