
Geschrieben und Fotos von Tim Braff
Magnolia Park ist wieder nach Deutschland gekommen und hat dabei einen Besuch im kölschen Gebäude 9 abgestattet. Im Schlepptau dabei hatten sie die junge amerikanische Nu-Metal-Band Silly Goose.
Diese haben die durch das sommerliche Wetter aufgewärmte Venue umso mehr eingeheizt. Schwitzig – nicht nur durch die Temperaturen – war der Auftritt von Silly Goose. Die Band gilt für mich sowieso zu den besten Live-Acts, auch wenn sie noch in Deutschland unterm Radar sind, und genau das haben sie erneut bestätigt. Mal davon abgesehen, dass sie brutalen Nu-Metal mit mitreißendem Rap machen, der live gut ankommt, ist insbesondere ihr Sänger Jackson Foster einer der aktivsten Frontmänner auf der Bühne überhaupt. Er springt, läuft und headbangt hin und her, interagiert sehr gerne mit dem Publikum und war am Ende sogar selbst Teil von Mosh-Pits. Kurios war auch die Aufforderung zum Crowdsurfen in diesem doch eher kleineren Club, bei dem Jackson selber die Crowdsurfer entgegengenommen hat. Insgesamt war das Publikum schon richtig am Kochen, wodurch sie ihre Rolle als Vorband mehr als nur gemeistert haben.
Dann kam auch schon Magnolia Park auf die Bühne. Die Vorfreude auf das Konzert war im Publikum enorm, weswegen es kaum verwunderlich war, dass die Crowd so abgegangen ist. Die Texte wurden lautstark mitgesungen und permanent war Bewegung zu spüren. Diese Energie wurde ebenfalls von der Band zurückgegeben.
Jedem einzelnen Mitglied hat man angesehen, dass sie mit Spaß und Leidenschaft performt haben. Permanentes Lächeln, viel Bewegung auf der Bühne und (erfolgreiche) Publikumsanstachlungen haben dieses Konzert ausgezeichnet. Ihr Set, was von ihrem aktuellen Album “Vamp” aus 2025 dominiert worden ist, wurde optimal im Publikum angenommen und hat zur guten Stimmung immens beigetragen. Vor allem “Omen” und ihr Hit “Shallow” waren absolute Höhepunkte des Abends; zumindest songtechnisch. Ansonsten war das Highlight, dass ihr Gitarrist, nachdem er mit dem Sänger im Pit war, als Crowdsurfer wieder zur Bühne getragen wurde. Diese lockere Art ist nunmal sehr unterhaltsam.
Soundtechnisch war ihr Konzert irgendwo zwischen Post-Hardcore und Metalcore und dementsprechend emotional mit Power, was ihr Sänger mit einer guten Performance auch mitbewirkt hat. Ihren Abschluss mit der Zugabe haben sie aber leichter gehalten. Sie haben nämlich ihre beiden Songs – zum Einen “I2I”, den sie für ein Disney-Pop-Punk-Album gecovert haben, und zum Anderen “Misfits” – gespielt, die weniger Core, sondern mehr Pop-Punk sind. Dadurch war der Abschluss vielleicht kein Abriss im klassischen Sinne, aber definitiv einer mit positiven Vibes. Das hat dem ganzen Konzert eine weitere Facette gegeben.
Insgesamt ist das ein toller Abend für jeden Anwesenden gewesen, weil man sowohl viel Energie und Abriss als auch Sing-along und positive Vibes erleben hat können. Magnolia Park hat mich überzeugt und Silly Goose ihren Status als extrem unterschätzt weiterhin bestätigt.
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