The Pretty Reckless – Dear God

© The Pretty Reckless

Geschrieben von: Klaus S.
Band: The Pretty Reckless
Album: Dear God
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Fearless Records
Veröffentlichung: 26.06.2026

Hinter THE PRETTY RECKLESS liegen mehr als fünfzehn turbulente Jahre. Taylor Momsen, einstiger Kinderstar in der Filmbranche, gründete die Band im Jahr 2009. Geholfen haben ihr dabei erfahrene Musiker, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützten, die Musik zu erschaffen, mit der sie aufgewachsen war und die sie liebte: rohen, echten Rock ’n‘ Roll. Als vorläufiger Höhepunkt trat die Band als Vorgruppe für AC/DC auf deren PwR Up Tour auf.

Album Nummer fünf hört auf den Namen „Dear God“ und wird von „Life Evermore Pt. 2“ eingeleitet, dem ersten Teil einer jeweils gut vierzig sekündigen Akustik-Trilogie, die allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge dargeboten wird. Dem schließt sich „For I Am Death“ nahtlos an, die Vorab-Single gibt sich in vor allem in den Strophen recht düster und relativ zurückhaltend, entfesselt aber im Refrain seinen kraftvollen Hard Rock mit bockstarken Hooks und drängt sich unweigerlich für Dauer-Rotation auf.

„When I Wake Up“ verfügt über einen mitreißenden, punkigen Groove und bringt den morgendlichen Hangover nach einer außer Kontrolle geratenen Party-Nacht überzeugend rüber. Das von Depressionen handelnde „Love Me“ beginnt zunächst melancholisch zurückhaltend mit Akustik-Gitarre, entwickelt sich dann aber zu einem balladesken Alternative Rocker von brutaler Ehrlichkeit. „Dragonfire“ verfügt über einen ähnlichen Aufbau wie sein Vorgänger, allerdings legen THE PRETTY RECKLESS hier letztlich doch wesentlich mehr Dynamik an den Tag – gekrönt von einem psychedelisch anmutenden Solo-Part.

Der Titeltrack ist ein schwerfälliges und tuckerndes Ungetüm, dessen Gesangslinien in den Strophen mich von der Melodik her an Black Sabbath erinnern und letztlich in einem hymnenartigen Chorus münden. Nach dem nächsten „Life Evermore…“ Intermezzo bringt „About You“ – garniert mit einer leichten Pop Note – wieder Schwung in den Laden, zudem wirkt der Song, der mich an Avril Lavgine denken lässt, wie gemacht für die Bühnen dieser Welt. Bei „Spell On You“ handelt es sich nicht um ein Cover des Blues Klassikers, sondern vielmehr um einen äußerst lässigen Rocker mit Sixties-Groove, bei der Taylor Momsen ihrer innere Hexe Ausdruck verleihen kann.

Mit dem an die Red Hot Chili Peppers erinnernden „Rollercoaster Of Life“ geht es etwas gediegener weiter. Getragen von einem groovigen Schlagzeug-Rhythmus und sowie einer melancholischen Grundstimmung entwickelt sich der Song dank seines packenden Refrains zu einem (weiteren) Highlight der Scheibe. „Eye Of The Storm“ geht in eine ähnliche Richtung, auch wenn der Chorus vielleicht ein klein wenig mehr Emotionen verbreitet.

Das Momsens im vergangenen Jahr verstorbener Freundin, Schauspielerin Michelle Trachtenberg gewidmete „Devil In Disguise (Michelle’s Song)“ setzt auf leise Akustikgitarren und fast schon zerbrechlich wirkendem Gesang, der die Sängerin von ihrer gefühlvollsten Seite zeigt. „Dark Day“ ist zwar nicht dazu angetan, wild abzugehen, bringt aber den Rock auf leiseren Sohlen mit, zudem hat das Solo einen leicht spacigen Touch. Mit „Life Evermore Pt. 1“ schließt sich der Kreis zum Beginn des Albums und beendet den Songreigen auf versöhnliche Art.

Ehrlich gesagt hatten mich THE PRETTY RECKLESS im Vorprogramm von AC/DC nicht so wirklich abgeholt, aber das tut „Dear God“ nun umso mehr. Auch wenn vor allem im letzten Drittel eher ruhigere Töne einkehren, besticht die Scheibe durch eine ausgewogene Balance aus ungezügelter Energie, packenden Grooves und einer melancholisch-verletzlichen Seite und dürfte den Siegeszug der Band weiter anheizen.

Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. Life Evermore Pt. 2
  2. For I Am Death
  3. When I Wake Up
  4. Love Me
  5. Dragonfire
  6. Dear God
  7. Life Evermore Pt. 3
  8. About You
  9. Spell On You
  10. Rollercoaster Of Life
  11. Eye Of The Storm
  12. Devil In Disguise (Michelle’s Song)
  13. Dark Days
  14. Life Evermore Pt. 1

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