
Geschrieben und Fotos von Tim Braff
Die französische Band Landmvrks hat sich in den letzten Jahren einen großen Namen im Metal gemacht. Neben einigen atemberaubenden Auftritten bei riesigen Festivals und einem neuen hochgelobten Album im Frühling 2025 sind die Modern Metalcore-Giganten am Ende letzten Jahres auf ihre größte Headline-Tour ihrer bisherigen Karriere gegangen. Dabei haben sie auch im Palladium Köln für ihre bislang größte Headline-Show halt gemacht. Mit den Bands Split Chain, Pain of Truth und Underoath haben die Musiker aus Marseille zudem ein ordentliches Vorprogramm organisiert.
Das Palladium Köln ist ja bekanntlich eine sehr gute Anlaufstelle für größere Metalbands und selten enttäuscht diese Venue. Bei Landmvrks hat sich dieses Selbstverständnis erneut bestätigt. Der Sound war optimal und das Personal sowieso kompetent.
Als Eröffner des Abends hat die Band Split Chain gespielt, die eine Mischung aus Nu-Metal, Grunge und Shoegaze dem Publikum geliefert hat. Auch wenn die Stimmung des Publikums echt zu wünschen übrigließ, empfand ich den Auftritt von Split Chain als sehr unterhaltsam. Das Publikum hat sich bis auf ein paar einzelne Ausnahmen nicht zu Pits, Bewegung oder allgemein einer guten Stimmung motivieren lassen, was ich sehr schade finde, da Split Chain mit einem fetten Sound und viel Energie eigentlich alles Notwendige geliefert hat, um für gute Stimmung zu sorgen. Mir hat es gut gefallen, dem Großteil anscheinend eher nicht.
Pain of Truth hat danach als 2. Vorband richtig abgerockt und mit ihrem East-Coast-Hardcore das davor unmotivierte Publikum geknackt, sodass die Stimmung überragend wurde. Mit heftigen Shouts, aggressiven Rapparts und einer Menge Punk-Attitüde haben sie spürbar nicht nur mich überrascht, sondern auch für die ersten ordentlichen Pits des Abends gesorgt.
Mit Underoath war der Special Guest kein unbekannter Name und dementsprechend war ihre Performance fast schon die des Headliners reif. Die Bewegung im Publikum war immens und die Texte wurden konsequent von einem Großteil der Besucher mitgesungen. Mir hat es persönlich nicht so gut gefallen, was aber dem geschuldet ist, dass ich nicht wirklich ein Fan der Band bin. Objektiv haben sie aber richtig abgeliefert; das kann und will ich nicht abstreiten.
Landmvrks hat ihren Ruf als überzeugende Live-Band bestätigt. Bei ihrer Show ist von meiner Seite aus, nichts auszusetzen und ich muss sagen, dass Florent Salfati für mich einer der besten Live-Sänger überhaupt ist. Ich habe selber noch nie ein Konzert erlebt, bei dem der Sänger solch eine atemberaubende Performance geboten hat. Einige ihrer Songs mit hymnischen Refrains wie „Creature“ oder „Lost in a Wave“ waren richtige Gänsehaut-Momente, die einfach für mich positiv unbeschreiblich waren.
Allgemein hat Landmvrks mit einer Vielfalt brillieren können, die kaum eine andere Band in der Qualität hätte darbieten können. Von französischem HipHop über elektrische Elemente bis hin zu aggressiven Core-typischen Screams und Growls war wirklich alles dabei – alles auf einem meiner Meinung nach überragenden Niveau.
Modern Metal bzw moderner Metalcore wird von Manchen als unkreativ und gleich klingend betitelt. Landmvrks beweist, vor allem live, dass sie nicht wie die anderen Bands des Subgenres klingen und sich auch nicht auf die gleiche Weise präsentieren. Die Band bzw Florent Salfati hat in einem Interlude bzw in einer kurzen Pause auf einer Leinwand, die kurz davor aufgebaut wurde, ein Grafitti gesprüht, was ich auch so noch nie erlebt habe. Ich finde alleine die Idee dahinter schon sehr kreativ, weil sie vermutlich die einzige Band sind, die das überhaupt mal gemacht hat. Ebenso ist die Wartezeit im Set dadurch auch nicht vom Gefühl her so in die Länge gezogen, da man ihm beim Sprayen zusehen kann.
Die Stimmung war ebenfalls auf dem selben Niveau wie die Performance. Die Band hat das Publikum erfolgreich angestachelt, worauf dann ordentlich Bewegung im Stehbereich war auch abseits der Mosh-Pit-Zone. Da gab es durchaus Momente, wo ich als regelmäßiger Konzertgänger echt fasziniert war, insbesondere von der Pit-Größe bzw von der Intensität, die ich ansonsten nur aus seltenen Videoclips auf YouTube kenne.
Landmvrks hat mich wirklich überwältigt mit ihrer Show. Ich bin mit einer hohen Erwartungshaltung zum Konzert hingegangen und trotzdem wurden alle meine Erwartungen übertroffen. Das war definitiv eines meiner Top-3-Konzertbesuche im Jahr 2025 und ich kann nur Jedem empfehlen, sich Landmvrks einmal live anzusehen und zu genießen, da es dazu keinen Vergleich gibt!
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