
© Beyond The Black
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Beyond The Black
Album: Break The Silence
Genre: Melodic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 09.01.2026
Egal, wie man zu der Band steht, BEYOND THE BLACK haben sich seit ihrer Gründung und ihrem Debüt im Jahr 2015 zu einer konstanten Größe im Melodic Metal Bereich entwickelt. Ihr nunmehr sechstes Studio-Album dürfte diesen Status wohl eher untermauern als untergraben, zumal größere Veränderungen wohl eher nichts zu erwarten waren. Ein wenig überraschend dürfte vielleicht die Tatsache sein, dass es sich bei „Break The Silence“ um ein Konzeptalbum handelt, das melodischen Metal mit Ethno-Einflüssen verbindet und Themen wie Kommunikation, innere Stärke, Resilienz und die dringende Notwendigkeit, in einer gespaltenen Welt wieder zueinanderzufinden, erkundet.
Eine weitere Überraschung bietet der Opener „Rising High“, der sowohl zu Beginn als auch im weiteren Verlauf mit einer Art Sprechgesang aufwartet, den ich dem afrikanischen Raum zuschreiben würde. Ansonsten ist dies ein Midtempo Rocker bekannter Machart, bei dem die Melodielinie des Refrains wie gewohnt alles überstrahlt, auch wenn die Nummer sicher kein Überflieger ist. BEYOND THE BLACK werden ja gerne als Symphonic Metal Act angepriesen, obwohl diese Elemente meist eher rar gehalten werden. Beim Titeltrack sind diese dann doch mal etwas präsenter, der Song verändert immer wieder geschickt Tempo und Stimmung, was ihn zusammen mit der packenden Hookline deutlich vom Einstieg abhebt.
„The Art Of Being Alone“ bringt dann die erste Kollaboration mit sich, denn Lord Of The Lost Frontmann Chris Harms gibt sich die Ehre, die Nummer mit seinem Gesang zu veredeln. Der Track fällt dem Gastbeitrag entsprechend düsterer aus, überzeugt aber vielleicht auch gerade deshalb auf der ganzen Linie, zumal auf die oftmals üblichen Beauty-and-the-Grunz-Duelle verzichtet wird. Auf „Let There Be Rain“ gesellt sich dann der mir bis dato unbekannte Frauenchor The Mystery Of Bulgarian Voices hinzu. Dieser bereichert dann zwar den Chorus, hat allerdings auch eher Backing Charakter, so dass ich den Mehrwert dieser Zusammenarbeit nicht allzu hoch hängen würde, davon abgesehen ist dies ein weitere melodischer Midtempo Track mit leichtem Hang zum Pop.
Apropos Pop, die Ballade „Ravens“ liefert genau das, und wenn man ehrlich ist, dann ist das Ergebnis nicht sonderlich originell, denn der Song hat im Grund nichts, was wirklich nachhaltig in Erinnerung bleibt. Dies lässt sich über „The Flood“ sicherlich nicht sagen, wenn auch nicht im positiven, denn die seltsam verzerrt/autotuned klingenden Stimm-Samples wirken, als wollte man das Stück unbedingt auf modern trimmen, und selbst die Hookline kann man allenfalls nur als „nett“ bezeichnen.
Mit „Can You Hear Me“ kommt wieder ein wenig mehr Schwung in den Laden und ist an sich eine gute Nummer, wenngleich ich diesen gehetzt wirkenden Beitrag von Asami (Lovebites) im Refrain nicht wirklich bereichernd finde. „(La vie est un) Cinéma“ ist entgegen seines Titels nicht komplett auf Französisch gehalten, sondern greift nur im Chorus auf dieses Stilmittel zurück. Der Song selbst ist ein höchst melodisches Stück in überschaubarem Tempo, das gerade durch die sprachliche Dualität gut funktioniert.
„Hologram“ ist dann für BEYOND THE BLACK Verhältnisse der metallischste Track des Albums, dem es dank seiner Dynamik gelingt, den Hörer mitzureißen, auch wenn musikalisch „nur“ bewährte Kost serviert wird. Eine ansonsten auf Englisch agierende Metal Band präsentiert eine Ballade mit teils deutschem Text – warum zur Doro ist da noch niemand drauf gekommen? Ungeachtet dieser „Innovation“ klingt das Ganze leider wie eine leicht missglückte Kreuzung aus Enya und eben Doro, so dass sich meine Begeisterung hierfür in Grenzen hält.
Auch wenn das Album von den Fans der Truppe um Frontfrau Jennifer Haben mit Sicherheit abgefeiert werden dürfte, geht „Break The Silence“ für mich nicht gerade als Höhepunkt in die bandeigene Discographie ein, denn neben einigen hörenswerten Songs findet sich leider auch die eine oder andere wenig überzeugende Nummer auf der Scheibe wieder. Der zu erwartende Erfolg dürfte ihnen aber dennoch recht geben.
Von mir gibt es 6 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Rising High
- Break The Silence
- The Art Of Being Alone (feat. LORD OF THE LOST)
- Let There Be Rain (feat. THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES)
- Ravens
- The Flood
- Can You Hear Me (feat. Asami from LOVEBITES)
- (La vie est un) Cinéma
- Hologram
- Weltschmerz
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