Judas Priest – Battle Cry

Geschrieben von Dirk Draewe

Band: Judas Priest

Album: Battle Cry

Plattenfirma: Smi Col (Sony Music)

Veröffentlichung: 25. März 2016

 

Judas Priest, eine meiner Wegbegleiter seit frühester Jugend, melden sich nach langer Zeit mal wieder mit einer Live-Scheibe zu Wort… Battle Cry heißt das gute Stück und wurde während des Auftritts in Wacken 2015 mitgeschnitten. Im übrigen gibt es eigentlich kaum eine bessere Location als das größte Metal-Festival der Welt. Als ich davon Wind bekam, war ich mächtig gespannt, zumal die ganze Show auch noch mitgefilmt und auf DVD/Blu-Ray gepresst wurde. Die DVD muss ich mir auch mal so langsam zulegen, um meine bisherige Sammlung zu komplettieren… aber zurück zur Audio-CD!

Ich haue mir die CD in den Player und lausche gespannt… schließlich war auch ich 2015 in Wacken. Los geht’s mit dem Intro von Battle Cry und vor meinem geistigen Auge sehe ich auch schon wieder den schwarzen Vorhang mit dem großen Priest-Logo drauf. Mit ohrenbetäubenden Donnerschlag fällt dieser und fast spüre ich die tausenden Fans vor der True Metal Stage, die mit hochgereckten Fäusten ihren Idolen zujubeln… doch halt, wir reden hier von einer Audio-CD. Es folgt „Dragonaut“ von der letzten Scheibe „Redeemer Of Souls“ und dann geht der Sprung mit „Metal Gods“ weit zurück in die 80er… stampfender Metal und ein behäbig marschierender Metalgod Rob Halford.

Ja… Priest sind in die Jahre gekommen und sicherlich gibt es den ein oder andren Kritiker, der sagt das Priest ihren Zenit überschritten haben. Das mag schon stimmen und auch wenn Rob schon länger nicht mehr seine berühmten 4 Oktaven schafft (bzw. jetzt nur noch mit elektronischer Hilfe), so ist Priest dennoch eine starke Live-Band. Das merkt man auch auf der CD und unabhängig von der Meinung mancher und auch wenn Rob’s Stimme an der ein oder anderen Stelle deutlich kippt, halte ich noch immer den Auftritt in Wacken zu einem ihrer besten der letzten Jahre.

Es folgen die Klassiker „Devils Child“ und „Victim Of Changes“ welcher mit einem ohrenbetäubenden Scream zum Abschluss fast an alte Zeiten erinnert. Mit „Halls Of Valhalla“ und „Redeemer Of Souls“ von der letzten Scheibe befinden sich dann auch schon die letzten Songs der aktuellen Scheibe im Set, bevor es danach weit in die Priest-Ära zurück geht… „Beyond The Realms Of Death“, „Breaking The Law“, eigentlich ist es schon ein Best-Of-Album der britischen Heavy-Metal-Legende. Wenn ich eine Songsauswahl treffen müsste, ich wüsste nicht welche Songs ich nehmen würde.

Mit zunehmender Spielzeit, drehe ich meine Volume-Schalter immer mehr nach oben und bin Priest wie in alten Zeiten wieder völlig verfallen. Spätestens als die donnernde Harley (seit Jahren leider nur noch mit Motorgeräuschen vom Band) einrollt, rechne ich jeden Moment mit aufgebrachten Nachbarn. Der beste Song des Silberlings ist jedoch für mich „You’ve Got Another Thing Coming“ und der Brecher „Painkiller“. Ersterer wegen dem genialen aber viel zu kurzem Gitarren-Solo von Richie Faulkner, letzterer wegen dem wahnsinnigen Double-Bass-Einsatz und den schon nahezu genialen Screams und Crowls von Rob.

Vielleicht noch kurz ein paar Worte zu Richie… ich bin wie sicherlich viele andere der Meinung, dass er für Priest ein echter Gewinn war und ist, auch wenn viele K.K. Downing nachtrauern. Aber Richie versprüht auf der Bühne eine solch wahnsinnige Energie, dass mir Glen Tipton, der auch in die Jahre gekommen ist, schon fast leid tut.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass diese CD bei keinem Fan im Regal fehlen sollte. Die jüngeren Fans mögen vielleicht aktuellere Stücke vermissen, für die alten Metal-Heads wie mich ist es abermals ein Hörgenuss. Aber bei all der Euphorie darf man nicht vergessen, dass Priest alt geworden sind und ich wage gar nicht daran zu denken, wenn es irgendwann nichts Neues mehr gibt. Aber die letzten Pressemitteilungen stimmen mich froh… denn man will sich wohl in Kürze treffen um neue Songs zu schreiben. In diesem Sinne „Keep The Faith“… ich tue es auf alle Fälle.

Tracklist:

  1. Battle Cry (Intro)
  2. Dragonaut
  3. Metal Gods
  4. Devil’s Child
  5. Victim Of Changes
  6. Halls Of Valhalla
  7. Turbo Lover
  8. Redeemer Of Souls
  9. Beyond The Realms of Death
  10. Jawbreaker
  11. Breaking the Law
  12. Hell Bent For Leather
  13. The Hellion
  14. Electric Eye
  15. You’ve Got Another Thing Coming
  16. Painkiller

 

Homepages:

Judas Priest im Internet

Judas Priest auf Facebook

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.