Imminence – This is Goodbye

© Imminence

Geschrieben von Katja Rohloff
Band:
Imminence
Album: This is Goodbye
Plattenfirma: Arising Empire
Veröffentlichung: 31. März 2017

Ende März 2017 erschien mit „This is Goodbye“ das zweite Album von Imminence aus Schweden. Laut beigelegter Info handelt es sich hierbei um eine 2010 gegründete Band, die aktuell aus den Mitgliedern Eddie Berg (Gesang), Harald Barrett (Gitarre), Peter Hanström (Schlagzeug) und Max Holmberg (Bass) besteht. Die Plattenfirma Arising Empire hat die Band 2015 unter Vertrag genommen und bescheinigt ihr, einen „einzigartigen und unverwechselbaren Sound entwickeln zu können, der alles von Metalcore bis hin zu akustischen Klängen beinhaltet“. Angesichts der Quelle denkt man natürlich als erstes: was sollen sie denn auch anderes sagen?

Der deutsche Wikipedia-Eintrag zu Imminence beginnt mit „Imminence ist eine schwedische Metalcore-Gruppe…Die Band bezeichnet ihre Musik selbst als Post-Metalcore.“

Während Hirn und Gehörgang noch Fragezeichen flaggen, was sie sich denn nun darunter vorstellen sollen, drückt die angeborene Neugier auf den Play-Button und danach ist erst einmal Ruhe im Hirn, weil der Titeltrack „This is Goodbye“ dermaßen stark startet, mit harten Gitarren und shoutartigem Gesang von Eddie Berg, dass der Puls nach oben schnellt und man einen unmittelbaren Bewegungszwang fühlt. Dem Opening folgt eine schon fast sanfte, klar gesungene Strophe, welche schon nach der ersten Minute des Album einen Eindruck vom Facettenreichtum des Sängers vermittelt.

Dieser Wechsel aus eher ruhigen Passagen und treibenden Refrains zieht sich durch alle elf Songs des Albums, ohne das es wie eine Schablone wirkt. Man merkt jedem Song an, dass die Band fast zwei Jahre und viel Herzblut in dieses Album gesteckt hat. Hier gibt es wirklich kein Füllmaterial und jeder Track hat seine eigene, oft überraschende Persönlichkeit. So erwartet man nach den ersten Klängen von „Broken Love“ einen ähnlich bombastischen Start wie beim Titeltrack und wird von einem eher langsamem Tempoaufbau überrascht. Der Song „Up“ beginnt etwas minimalistisch mit einem starken Bass und dem dezenten Einsatz der anderen Instrumente, wodurch der klare Gesang von Berg noch mehr zur Geltung kommt. Dies wiederholt sich zwischen den treibenden Refrains. Besonders hervorheben muss man auch „Cold as stone“. Der Song unterscheidet sich dermaßen von den anderen zehn Tracks, dass ich im ersten Moment dachte, mein Player wäre zu einem anderen Album gesprungen. Dieses Lied verkörpert praktisch die Metamorphose, die Imminence zwischen ihrem ersten und dem aktuellen Album durchgemacht haben.

Im Vergleich zum Longplayer „I“ von 2014 haben sich Imminence definitiv entwickelt. Ob es sich um eine Weiterentwicklung handelt, liegt wahrscheinlich im Auge des Betrachters, für mich ist es eine. Während bei „I“ und der EP „Return to Helios“ Growling und Shouting wichtige Elemente der Songs darstellten und der Sound insgesamt viel härter und unmelodischer war, erfindet sich die Band auf „This is Goodbye“ neu, was umso erstaunlicher ist, als das die Bandmitglieder, bis auf einen Wechsel am Bass, die gleichen sind.

In ihren Songs widmen sich Imminence den immer aktuellen Problemen des Liebens, Verlassens und dem Verrat an sich selbst und anderen, und welchen Preis man letztlich zahlen muss, um einen Schritt voran zu machen.

„This is Goodbye“ ist definitiv kein Album, welches man zur Tiefenentspannung auf dem Sofa hören kann. Jeder Song treibt einen zur Bewegung an und spätestens beim Refrain möchte man aus voller Seele und Kehle mitsingen. Das Album verdient es, auf voller Lautstärke aus den Boxen zu schallen, oder zumindest die Kopfhörer bis zum Anschlag zu belasten. Die vom Plattenlabel versprochenen akustischen Klänge finden sich übrigens auf der Bonustrack-Edition des Albums wieder, welche aus Akustik-Versionen der Songs Diamonds, Keep me und This is goodbye bestehen.

Stilistisch würde ich die aktuellen Imminence, jenseits aller Genre-Schubladen, irgendwo in einem Dreieck aus Asking Alexandria, Bring Me The Horizon und 30 Seconds to Mars verorten, ohne ihnen ihren ganz eigenen Sound abzusprechen. Wenn sie das Level halten können, welches sie sich selbst mit „This is Goodbye“ gesetzt haben, dann schaffen sie es definitiv auf die (ganz) großen Bühnen.

Mehr Infos:
http://www.imminenceswe.com/
https://www.facebook.com/imminenceswe/

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