Grufflo – Anti Exorcist

© Grufflo

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Grufflo
Album: Anti Exorcist
Genre: Thrash- / Death Metal
Plattenfirma: Independent 
Veröffentlichung: 18.04.2026

 

Kleiner Rückblick. 02.05.2026, Ochtendung. Die Band, die den letzten Festival-Tag eröffneten waren die Bonner Band Grufflo. Live haben sie absolut überzeugt, nicht nur dass sie fast aus meiner Heimat kommen, sondern auch durch ihre Musik. Für eine Band, die erst seit 2022 existiert, liefern Grufflo mit „Anti Exorcist“ ein verdammt starkes Debüt ab.

 „King Of Darkness“ eröffnet die Reise. Schnelle Thrash-Riffs, aggressive Drums und eine Energie, die sofort nach vorne geht. Das Album verbindet klassischen Thrash Metal mit Death- und Black-Metal-Einflüssen, ohne dabei einfach nur stumpf auf Härte zu setzen.

Vor allem „Extreme Thrash“ ballert komplett rein. Der Song beschreibt den Sound der Band eigentlich perfekt. Schnell, chaotisch und trotzdem extrem präzise gespielt. Genau da merkt man, wie stark das Zusammenspiel zwischen Gitarren und Drums funktioniert.

Was „Anti Exorcist“ besonders macht, ist aber diese Mischung aus Aggression und technischem Anspruch. Songs wie „Phobia Of The Dystopia“ oder „Zoltan“ zeigen, dass die Band mehr kann als nur drauflos prügeln. Immer wieder tauchen kleine technische Spielereien und starke Rhythmuswechsel auf, die die Songs interessant halten. Auch der Bass geht angenehm wenig unter. Statt einfach nur mitzulaufen setzt er immer wieder melodische Akzente und gibt dem Sound mehr Tiefe. Dazu kommt die rohe Stimme von Roman Anti, die perfekt zu dieser dreckigen und aggressiven Atmosphäre passt.

Richtig überzeugt hat mich die Band aber vor allem live. Beim A Chance For Metal Festival in Ochtendung haben Grufflo direkt am zweiten Festivaltag komplett abgerissen. Vom ersten Song an war Bewegung auf der Bühne und die Energie hat sich sofort aufs Publikum übertragen. Genau nach diesem Auftritt musste ich mir das Album genauer geben. Ein kleiner Pluspunkt, der Grüffelo war ein fester Bestandteil meiner Kindheit. 

Tracks wie „My Thoughts“ oder „Making Art“ zeigen dazu noch, dass die Band auch eingängige Momente schreiben kann ohne weich zu werden. Der über sechs Minuten lange Titeltrack „The Anti-Exorcist“ bildet dann den perfekten Abschluss. Atmosphärisch, schwer und mit richtig starkem Spannungsaufbau.

Trotzdem muss man auch sagen: Live wirkt die Band nochmal deutlich heftiger als im Studio. Die rohe Energie und die komplette Eskalation kommen auf der Bühne einfach noch stärker rüber. Das Album ist stark, aber live entfalten Grufflo erst ihr volles Potenzial. Nichtsdestotrotz einer meiner Entdeckungen des Jahres! 9,5 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 King Of Darkness
02 My Thoughts
03 Extreme Thrash
04 Spread My Seed
05 Phobia Of The Dystopia
06 Bald Mountain
07 Sacrifice To Hell
08 Zoltan
09 Making Art
10 The Anti-Exorcist 

 

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