Green Frog Feet – Broken Bones, Burning Homes

©Green Frog Feet

Geschrieben von Katja Maeting
Band: Green Frog Feet
Album: Broken Bones, Burning Homes
Genre: Punkrock
Plattenfirma: unsigned
Veröffentlichung: 08. November 2019

“Wollt ihr mich verarschen, Jungs?”, so mein O-Ton beim Abtippen der Trackliste, aber nein, das meinen Green Frog Feet wirklich ernst und servieren auf ihrem neuen Album tatsächlich 17 Songs. Aber gut, da der letzte Output in Album-Form nun schon sechs Jahre her ist und die Jungs dieses Jahr ihr 20-jähriges Bandjubiläum feiern, kann man sich ja mal was gönnen. Wer jetzt leicht angestaubte Alt-Bestände aus dem Repertoire der Regensburger erwartet, liegt kräftig daneben. Das Songwriting begann 2017 und die auserwählten 17 Songs mussten sich gegen einiges an Konkurrenz durchsetzen.

Dass Green Frog Feet nach über 800 Shows wissen, wie Punkrock funktioniert, dürfte nicht überraschen. Gefühlt um die halbe Welt getourt und alle Unmöglichkeiten des Musikgeschäfts miterlebt, haben die vier immer noch richtig Bock und diese Liebe zum Punkrock der schwedischen und kalifornischen Machart hört man jeder einzelnen Note auf ihrem Jubiläumsalbum an. Die Drehorgel-Eröffnung bei “Freak Show” passt deshalb auch perfekt, denn bei aller Party hat der Punkrock auch immer noch die Aufgabe, uns im menschlichen Jahrmarkt der Eitelkeiten den Spiegel vorzuhalten und das tun Green Frog Feet hier in 2-3 Minuten Häppchen reichlich und so unwiderstehlich, dass sich der Soundtrack zum Lernen direkt im Ohr festsetzt.

Der Titeltrack ist eine wild galoppierende Vollgas-Nummer mit Ohrwurm-Refrain und punkigem Chor-Gesang, während “Ready Or Not” noch eine große Portion Rock’n’Roll unterrührt und sich mit seiner prominenten Basslinie als perfekt tanzbare Nummer erweist und “Bullets” mit reichlich Crew Vocals punktet. “Skyline” überrascht mit einer etwas abweichenden Struktur, etwas weniger Vollgas lässt noch etwas mehr Raum für Melodien und setzt mit auffälligen Riffs schöne Akzente. “Misery Is Knocking” agiert erneut mit herausgehobenen Bassläufen und hat eindeutig amerikanische Vorfahren im Gen-Pool, während “Happy Doomsday” wieder eine Nummer zum kräftigen Schwitzen ist und live interessante Massenbewegungen auslösen dürfte. “Johnny Went Down To Africa” bringt dann kräftig Dirty Rock’n’Roll inklusive Stadion-Orgel in die Sache, während “One Million Words” die klassische Punkrock-Schiene fährt und mal wieder nen Festsetz-Refrain im Gepäck hat.

“Falling Apart” steht dem in nichts nach und mit “Breathing” treten Green Frog Feet in die Tradition der Punkrock-Hymnen ein und servieren eine dynamische, melodiegeladene Nummer, die sich mit dem Herzmonitor-Sample und dem daran angelehnten Riff als höchst prägnant erweist und noch ein großes Finale hinterherschiebt. “Rape” ist dann wieder Futter für die Geschwindigkeits-Junkies, während “On The Line” eine kurze Grunge-Infusion integriert und im Refrain zum richtigen Rocker wird. Tempomäßig besteht hier auch ausnahmsweise mal keine Blitzergefahr, aber schon mit “All Around” hängt das Pedal wieder Oldschool und mit skandinavischem Akzent auf dem Boden. “Back To The Start” fällt eindeutig in die Kategorie “geniale Mitsing-Hymne” und “Wasteland” überrascht mit seiner balladigen Eröffnung, die dann in melodisches Up Tempo umschwenkt. Das bei “Yes We Can” ein paar Politiker-Sampler eingespielt werden, überrascht nicht wirklich. Hier schubsen Green Frog Feet den Hörer genauso energisch aus dem Album raus, wie sie ihn hineingezogen haben und setzen einem vorher noch das begleitende Riff dauerhaft ins Ohr.

Punkrock muss nicht perfekt klingen oder was neues erfinden. Scheiss auf Hochglanz-Politur, es muss sich einfach echt anfühlen. Punkrock muss nach schwitzigen Shows, geiler Stimmung, leicht angeranzten Venues und fetter Party klingen und dabei auch noch den ein oder anderen Merksatz im Drei-Akkorde-Schema in die Feierhirne hämmern und wenn man am nächsten Morgen nicht mindestens drei Aspirin braucht, dann hat man es nicht richtig gemacht 😉 Green Frog Feet machen definitiv alles richtig und liefern hier eine geniale Platte ab. Wer Punkrock mag, wird “Broken Bones, Burning Homes” lieben und wer Punkrock nicht mag, dem ist eh nicht zu helfen. 

Von mir gibt es 9,5 von 10 Hellfire-Punkten

Trackliste:
01. Freak Show
02. Broken Bones, Burning Homes
03. Ready Or Not
04. Bullets
05. Skyline
06. Misery Is Knocking
07. Happy Doomsday
08. Johnny Went Down To Africa
09. One Million Words
10. Falling Apart
11. Breathing
12. Rape
13. On The Line
14. All Around
15. Back To The Start
16. Wasteland
17. Yes We Can

Weitere Infos:
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