FRONTM3N – Up Close – Live 2020

© FRONTM3N

 

Geschrieben von: Jörg Schnebele
Band: FRONTM3N
Album: Up Close – Live 2020
Genre: Rock
Plattenlabel: Artists & Acts (Universal Music)
Veröffentlichungsdatum: 11. September 2020

 

Im Herbst letzten Jahres habe ich ein Konzert besucht, was nicht unbedingt typisch für mich ist, dennoch, auf Grund der beteiligten Musiker, eine reizvolle Geschichte war.

Peter Howarth (Hollies), Mick Wilson (10cc) und Pete Lincoln (Sweet) haben sich zusammengetan, um die alten Hits ihrer (ex) Stammcombos akustisch als FRONTM3N auf die Bühne zu bringen.

Das Publikum war für mich ein wenig verstörend: gesetztes bis sehr gesetztes Alter, bieder in Strickjacke und Freizeithemd gekleidet, (damals vor Corona) alle sitzend an Tischen vor der Bühne und rhythmisch klatschend, als ob ein RTL-Animateur das Ganze energetisch gesteuert hätte.
Gut, ein alter Sack bin ich inzwischen auch längst, was übrigens Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Event zu sein schien.
Die Songs, so wie es die Bezeichnung „Acoustic Set“ erahnen lässt, deutlich entspannter und energiemäßig gebremst, dennoch überzeugend.

Das Ganze ist nun auf einer DoCD veröffentlicht worden. Herhalten musste ein Set, den man in Berlin mitgeschnitten hatte. Vergleiche ich nun die Ansagen mit dem Bonner Set, den ich miterlebt habe, so scheint jede Kleinigkeit geplant und nichts dem Zufall überlassen worden zu sein.

Wenn nun der Anschein aufkommen mag, ich würde die Scheibchen verreißen… Mitnichten!
Obwohl Akustikset (der doch tatsächlich hier und da mal mit ner E-Gitarre/Bass aufgepimpt wurde), kommt sofort Stimmung auf und meine Gedanken kreisen um die Siebziger, als ich mich als Twen (so nannte man das damals) tagtäglich von diesen Songs berieseln ließ.
Klar, Sweet Songs wie „Fox On The Run“, „Ballroom Blitz“ oder „Co Co” scheinen mehr zu Punkten, als 10cc oder Hollies Hits.
Aber: „Long Cool Woman“ von den Hollies oder „Rubber Bullets“ von 10cc knallen auch gewaltig. Wenn dann noch eine Hammerballade wie „The Air That I Breath“ ein paar Gänge runterschaltet, ist man nicht böse, sondern genießt den Song. Allerdings fehlt mir persönlich speziell am Anfang und bei den Soli hier die elektrische Klampfe.

Als Special Guest stand übrigens noch Mr. Big Frontman Eric Martin bei einigen Songs mit auf der Bühne.

Fremd- und FRONTM3N Eigenkompositionen sind bei diesem Live Doppelalbum für meinen Geschmack eher Punkte drückend, ohne hier die eigentliche Qualität der Kompositionen werten zu wollen.
Emotional sind (bei mir) die Schwerpunkte eher bei Sweet, Hollies und 10cc zu suchen.
Alles in allem ist „Up Close – Live 2020“ eine interessante Geschichte geworden, und obwohl ich auf Akustiksets generell nicht stehe, hat mich das Ganze dennoch überzeugt, so dass ich FRONTM3N 7,5 von 10 Hellfire Punkten gebe.

 

Tracklist:

CD 1

01 I Can’t Let Go
02 Co Co / Poppa Joe
03 The Things We Do For Love
04 Open Up
05 Love Is Like Oxygen
06 Solid Ground
07 All At Sea
08 Amore Per Sempre
09 Sentimental Fool (Quando È Sentimento)
10 You Got It
11 Some People
12 Priceless
13 Rubber Bullets

CD 2

01 Bus Stop
02 Fox On The Run
03 Good Morning Judge
04 Carrie
05 Wild World
06 Long Way Down
07 To Be With You
08 Fall For You
09 I’m Not In Love
10 Ballroom Blitz
11 Long Cool Woman
12 The Air That I Breathe
13 Your Own Worst Enemy
14 Dreadlock Holiday

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/frontm3n

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