Forever – Forever

© Forever

Geschrieben von Michi Winner

Band: Forever

Album: Forever

Genre: AOR

Plattenfirma: Evil Confrontation Records / Soulfood

Veröffentlichung: 19. April 2019

Forever bringen mit ihrem Album massiv die 80er zurück. Der Enforcer-Drummer Jonas Wikstrand hat sich mit seinem AOR Debüt so richtig ausgetobt.

Von den angekündigten Gitarren, großen Choruses, Orchester und Elektronik-Elementen höre ich schon beim ersten Song viel, außer von den Gitarren. Die sind da, aber vor lauter 80er-Musical-Pop-Rock bekommt man davon nicht viel mit. Insgesamt fühle ich mich gerade so, als würde ich hier nicht entspannt in der Sonne sitzen, sondern wäre in einem der Musikfilme der 80er gefangen, eine wilde Mischung zwischen Rocky Horror Picture Show, Grease und Footloose.

Der Gesang hat phasenweise wirklich was von alten Meat Loaf mit reichlich Schmalz und Theatralik. Schlimmer finde ich jedoch die für meinen Geschmack viel zu ausgeprägten 80er-Pop-Anteile. Die konnte ich als Kind in den 80ern nicht leiden. Das ist mir einfach zu viel von allem, genau wie die Schulterpolster dieser Zeit.

Abgesehen von dieser persönlichen Abneigung sind alle Songs extrem eingängig und haben alle gute Hooklines, empfehlenswert ist hier auf jeden Fall “Train”, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Dass das Album bis auf wenige Gastauftritte alles in Eigenleistung von Jonas Wikstrand entstanden ist, beeindruckt mich zwar, ändert aber leider nichts an meinem Musikgeschmack.

Ich denke der Song der mir noch am besten gefällt ist “Hell To Pay”, beginnt ruhiger als der Rest, hat aber einen tollen Drive. Warum mir bei dem Song ein alter DeLorean in den Sinn kommt? Keine Ahnung! Aber der Song hätte auch in Filme aus dieser Zeit wunderbar gepasst. Ich werde jetzt jedenfalls “Zurück in die Zukunft” entschwinden, mein 80er-Bedarf ist bis auf weiteres gedeckt.

Dieses Album kann ich allen 80er Fans wärmstens empfehlen, auch reine AOR Liebhaber könnten gefallen daran finden. Der große Rest? Da bin ich nicht sicher.

Von mir gibt es 6,5 von 10 Hellfire-Punkten!

Trackliste:

  1. Anywhere You’ve Gone
  2. Call Out My Name
  3. Got Me
  4. Train
  5. Rosebud
  6. Runaway Through Time
  7. Hell To Pay
  8. Mayday
  9. Blame Me For Trying
  10. Hope

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4 Kommentare

  1. Wenn der Rezensent die Musikrichtung nicht mag, dann sollte er vielleicht auch keine Kritik dazu schreiben. Ein Album nur deswegen nicht gut zu bewerten, weil es den eigenen Musikgeschmack nicht trifft, also bitte. Das geht einfach gar nicht.

    • Hallo,

      gerne hätte ich Dich mit Namen angesprochen, aber Du wolltest lieber anonym bleiben, was ich auch respektiere.

      Nicht jedem der Redakteure gefällt das, was er/sie rezensieren will/muss, dass ist völlig normal. In meinen Augen lebt aber genau davon eine Kritik und auch negative Kritik kann gut sein.

      Im übrigen finde ich das Gesamturteil als auch das geschriebene Wort gar nicht schlecht, da gab es schon schlimmere Rezensionen. Klar ist auch, dass ein eingefleischter Fan das Album sicherlich über alles lobt, aber damit verfälscht man unter anderem oft die Realität.

      Genau das hat Michi auch im letzten Absatz zum Ausdruck gebracht “… Fans werden das Album lieben, der Rest naja…”. Daher ist man dann auch als Fan angefressen, wenn seine Band mal nicht so gut weg kommt. Aber wie gesagt, ich finde die Rezension gut.

      Gruss

      Dirk
      (CEO of Hellfire-Magazin)

      • Also zunächst hatte ich nicht gesehen, dass man hier seinen Namen angeben kann, kann ruhig jeder wissen, dass ich Tobias Kuske heiße. Ich lese die Kritik halt so, dass Michi nur deswegen an der Scheibe etwas auszusetzen hat, weil er den Musikstil nicht mag. Dieses Prinzip könnte man bei jedem Album durchexerzieren. Nach dem Motto: Mich nervt dieser Death Metal der Band XY, aber ich mag generell auch kein DM. Es sollte meiner Meinung nach wenn schon kein Fan der Musikrichtung, zumindest jemand die Kritik schreiben, der das Genre nicht ablehnt. Darum gehts mir.
        Ich selbst bin kein Fan in dem eigentlichen Sinne von Forever, ich mag nur eben diese Musikrichtung – und dann kommt man nicht umhin zu attestieren, dass Wikstrand das super macht. Und dann ist Michis Note einfach viel zu niedrig. Aber klar, über die Bewertung von Musik kann man immer anderer Meinung sein. Nur sollten die Bewertungen von jemanden kommen, der etwas von der Musik versteht.

        • Michaela Winner

          Hallo Tobias, ich bin mir bewusst, dass meine Kritik nicht immer bei allen auf Zustimmung trifft. Ich bemühe mich daher den Stil so zu umschreiben, dass man einen Eindruck des Albums bekommt und dann für sich entscheiden kann, ob dies dem eigenen Geschmack entspricht oder nicht. Unabhängig von meiner Wertung, die immer recht “streng” ist. 6,5 Punkte sind meiner Meinung nach ein durchaus gutes Ergebnis. Tatsächlich bin ich auch ein Fan des AOR, nur bevorzuge ich dabei weniger stark ausgeprägte 80er Jahre Einflüsse. Aber das ist reine Geschmsckssache, wie ich ja auch deutlich geschrieben habe.

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