Dold Vorde Ens Navn – Mørkere

© Dold Vorde Ens Navn

Geschrieben von: Yannic Aust
Band: Dold Vorde Ens Navn
Album: Mørkere
Genre: Black Metal
Plattenfirma: Lupus Lounge
Veröffentlichung: 12. November 2021

Diese Rezension soll unter dem Stern der Freundschaft stehen! Ein Wort, dessen Bedeutung nicht mächtiger sein kann. Denn „Dold Vorde Ens Navn“ ist eben das Ergebnis, was aus einer tiefen Freundschaft und einer gemeinsamen Leidenschaft entstehen kann. Eins hat die norwegische Black-Metal-Kapelle, bestehend aus Mitgliedern von „Dødheimsgard“, „Ulver“, „Satyricon“, „Ved Buens Ende“ und „Strid“, gemeinsam – die unaufhaltsame und ehrliche Liebe zum Black Metal.

Mit diesen Wurzeln, weitreichender Erfahrung und kreativem Feuer hauen die Norweger nach ihrer EP „Gjengangere i hjertets mørke“ (2019) ihr Debüt „Mørkere“ heraus. Übersetzt bedeutet der Albumtitel „Dunkler“ und lässt die thematische Einordnung des Longplayers erahnen.

Ich muss zugeben, würde ich die neue „Dold Vorde Ens Navn“ in meinem Plattenladen des Vertrauens im Regal stehen sehen, wirkt sie nicht gerade ansprechend auf mich. So erinnert mich das schlichte Artwork einer kargen Landschaft samt Silhouetten der Bandmitglieder, dies in Kombination mit dem Bandlogo, eher an eine x-beliebige Metalcore-Band (#NOHATE). Sie würde visuell schlichtweg untergehen und sich im Einheitsbrei verlieren. Glücklicherweise hat die Promo via Prophecy Productions alles richtig gemacht und „Mørkere“ erwartungsvoll angepriesen.

Mit Black Metal der alten Schule hat „Mørkere“ nicht viel bis Garnichts zutun. Man erkennt zwar unweigerlich den musikalischen Einfluss zuvor genannter Koryphäen, jedoch erscheint „Mørkere“ wesentlich experimenteller und facettenreicher. Zwischen mitreißenden Blast-Beat-Salven und bösartigen Growls, reihen sich einige Mid-Tempo-Grooves, melodische Riffs und opernähnlicher Gesang ein ohne aufgesetzt oder gezwungen zu wirken. „Dold Vorde Ens Navn“ präsentieren sich als eine zeitgenössische Auskopplung des anmutenden skandinavischen Black Metals und verkümmern nicht in staubiger Nostalgie.

Der Track „Lognens abstinenser“ schneidet bei mir am meisten ein. Ein dramatischer Aufbau, eingängiges Riffing, harsche Vocals und ein unerwartetes Ende. Aus emotionaler Sicht ist diese Nummer nicht zu übertreffen!

Gewiss werden sich bei „Mørkere“ die Geister scheiden. Neue Wege in einer sonst eher elitären Umgebung zu gehen wird meist müde belächelt. Es umfasst auch das Verlassen einer Komfortzone und das Erweitern des Horizonts. Wenn man sich auf diese Dinge einlassen kann, wird die neue Scheibe von „Dold Vorde Ens Navn“ verzaubern und Lust auf mehr versprühen.

Ich vergebe für das Debüt des Quartetts aus Oslo 8,5 von 10 Hellfire-Punkten!        

Tracklist:

01 Jeg vil ha det morkere
02 Løgnenes Abstinenser
03 Det falt et lys i min mørke krok 
04 Determinismens paradoks
05 Ensomhetens rytter
06 Arvesynden 
07 Er det måneskinn
08 Syke hjerter

Line Up:

Cerberus – Bass 
Myrvoll – Drums 
Haavard – Guitars 
Vicotnik – Vocals

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/doldvorde

 

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