Bullseye – Until We Die

© Bullseye

Geschrieben von Katja Maeting
Band: Bullseye
Album: Until We Die
Genre: Oldschool Hardcore
Plattenfirma: Dedication Records
Veröffentlichung: 01. März 2019

Die Jungs von Bullseye scheinen einen ausgeprägten Familiensinn zu haben. Mit wem sie sich dauerhaft umgeben wollen, den suchen sie ganz gewissenhaft aus. So war es bei den seit dem letzten Album zur Band gekommenen Gitarristen Markus und Dennis und so war es auch, als sie sich, nach einer Reihe von Releases in Eigenregie, dazu entschieden, ihr neues Album “Until We Die” bei Dedication Records zu veröffentlichen. Wenn sie schon etwas aus den Händen geben, dann nur an jemandem, der mit ihnen auf einer Wellenlänge schwimmt.

Ansonsten haben die Fünf aus Niedersachsen eigentlich ihr Erfolgsrezept der letzten 10 Jahre beibehalten und auch beim dritten Mal vieles in bester DIY-Manier gemacht, Aufnahmeprozess zum Album inklusive, lediglich das Mastering wurde aus der Hand gegeben. Entsprechend erwarten den Hörer auf dem neuen Werk die gewohnten Bullseye-Trademarks, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Heißt in diesem Falle: hier wummert der Hardcore meist im druckvollen Mid Tempo über die Strecke und trägt dabei sozial- und gesellschaftskritische Texte mit sich, die sprachlich nichts davon halten, verklausulierte Bilder und Analogien zu zeichnen. Hier gibt’s instrumental und textlich volle Breitseite. Manche kapieren halt nur die Methode “Botschaft einhämmern”.

Der Opener “Keep Me Alive” zeichnet sich insbesondere durch sein Riffing aus, Stakkato-Ausschläge knüpfen hier nahtlos an etwas an, was fast schon an Melodiebögen heranreicht und umspielen dabei die harten Dampfwalzen-Shouts, die an einzelnen Stellen mit Gangshouts verziert werden. Der Titeltrack “Until We Die” ist dem Bullseye-Herzensprojekt Sea Shepherd gewidmet und zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche instrumentale Ausgestaltung aus. Breiter Klangteppich in den Strophen wechselt mit punk-inspirierter Melodie im Chorus ab und verleiht dem Track mit diversen Tempowechseln eine auffällige Dynamik, die allerdings durch die etwas sehr schlichten Lyrics an Strahlkraft verliert.

“No Remorse” zieht dann mal so kräftig das Tempo hoch, dass Drummer Arne nach den ersten Proben wahrscheinlich Muskelkater hatte, denn gerade in der ersten Hälfte gibt’s hier ein voran jagendes Rhythmus-Gerüst, das in seiner manchmal unrunden Art den Song bestimmt und zu dem die Gitarren dann eher schlichte, aber belastbare Figuren hinzufügen.  Bei “Colours” steht die Botschaft gegen Rassismus eindeutig im Vordergrund und wird auf solidem melodischen Boden dialogartig erzählt und da es leider ein universelles Problem ist, wird dieses auch in mehreren Sprachen angesprochen. Vielleicht bekommt so auf den Konzerten beim Mitbrüllen des eingängigen Refrains der ein oder andere die notwendige Nachhilfe eingebläut. 

Diese Scheibe ist nicht angetreten, um innovatives Gedöns in die Welt zu tragen. Wo Bullseye drauf steht, kommt Bullseye raus. Oldschooliger Hardcore mit der etwas gröberen Kelle serviert, der gepflegt aus den Boxen ballert und auf seine Art nett unterhält. Allerdings wäre der eine oder andere Schnörkel vielleicht doch mal ganz nett, um etwas mehr Abwechslung reinzubringen. Alternativ die 27 Minuten vielleicht mit ein paar Songs weniger füllen, denn die knappe halbe Stunde ist auf 12 Tracks verteilt dann manchmal doch etwas zu zerhackt. Dafür gibt’s dann aber äußerst solide Hardcore-Schnittchen, die man sich als rustikale Zwischenmahlzeit durchaus reinziehen kann. 

Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.

Trackliste:
01. Keep Me Alive
02. Police Brutality
03. Until We Die
04. Who Can Help
05. Everything For Nothing
06. Warzone
07. Shadows
08. No Remorse
09. Rest In Peace
10. Stop
11. Colours
12. Make War Not Love

Line-up:
B-Mann – Vocals
Markus – Guitar
Dennis – Guitar
Joe – Bass
Arne – Drums

Weitere Infos:
Bullseye bei Facebook
Website von Bullseye

 

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