Broken Fate – Horizon

© Broken Fate

 

Band: Broken Fate
Album: Horizon 
Genre: Melodic Death/Thrash Metal
Plattenfirma: LuckyBob/SPV
Veröffentlichung: 27.06.25

 

„Horizon“ ist das vierte Album der Schweizer von „Broken Fate“ – und man merkt sofort, dass hier eine Band am Werk ist, die weiß, was sie tut. Die Produktion ist fett, die Songs sind tight, und der Mix aus Thrash, Groove und melodischem Death Metal funktioniert erstaunlich gut. Was Horizon auszeichnet, ist nicht Innovation, sondern Konsequenz. Die Band hat ihren Stil gefunden – irgendwo zwischen Metallica, Trivium und einer Prise Five Finger Death Punch – und zieht ihn durch. Mal hymnisch, mal aggressiv, mal nachdenklich. Und das Ganze mit einer Energie, die man nicht faken kann, mit anderen Worten bzw. mit den Worten der vier Musiker „Bööös“.

Direkt der Opener „Stolen Art“ macht keine Gefangenen. Eine Wand aus Gitarren, ein Refrain, der sofort zündet, und ein Groove, der dich mitreißt. Kein Schnickschnack, sondern ein Statement: Wir sind da, und wir meinen es ernst.
Die erste Singleauskopplung „Another World“ verbindet moderne Metal-Grooves mit einem eingängigen Refrain und einem Text, der sich mit der Schieflage unserer Welt beschäftigt. Klingt ein bisschen nach Five Finger Death Punch, aber ohne deren Pathos-Overkill. Funktioniert.
Mit „All the Reasons“ wird es etwas melodischer. Der Song startet im Midtempo, entwickelt sich aber zu einer echten Hymne. Der Refrain bleibt hängen, und die Gitarrenarbeit ist stark. Vielleicht nicht der härteste Track, aber einer der zugänglichsten.
„Majority“ ist meiner Meinung nach ein klares Metallica-Tribute – und das im besten Sinne. Die Riffs sind old-school, das Tempo zieht an, und der Song hat diesen klassischen Thrash-Vibe, ohne altbacken zu wirken. Live dürfte das Ding richtig zünden.
Aggressiverer geht es bei dem Track „Taken Rights“ zu, denn der Song knallt ohne überproduziert zu wirken. Thematisch geht’s um Freiheit und Kontrolle – musikalisch gibt’s ordentlich auf die Zwölf. Kein Highlight, aber ein solider Nackenbrecher.
Die Ballade des Albums nennt sich „Blue Horizon“ und sogar eine, die richtig gut funktioniert. Episch, hymnisch, mit einem Refrain, der sich ins Hirn brennt. Kein Kitsch, sondern echte Emotion. Wer bei diesem Song nichts fühlt, hat vermutlich nie Fade to Black gehört.
Der Midtempo-Banger „No More Heroes“ mit Aussage, thematisiert das Ende der Heldenverehrung – musikalisch getragen von einem fetten Groove und einem Gesang, der zwischen Wut und Resignation pendelt. Stark.
Deutlich angezogen wir das Tempo bei „That’s a Hard Way“. Der Song ist schnell, direkt und erinnert an die frühen 2000er – irgendwo zwischen Machine Head und Trivium. Kein Überflieger, aber ein solider Track mit Drive.
Oldschooliger als der Rest präsentiert sich „Different“ mit einem Riff, das auch von Testament stammen könnte. Der Song ist simpel, aber effektiv. Kein Schnickschnack, nur Riff, Groove, Refrain aber mit Intensität und Power die dem Thrash alle Ehre machen.
Die Halbballade „Forgotten Faces“ hat einen melancholischen Touch. Der Song zeigt die nachdenklichere Seite der Band, ohne an Intensität zu verlieren. Besonders der Refrain bleibt hängen – emotional, aber nicht übertrieben.
Schon der Titelname „No Mercy“ ist Programm und zeigt direkt wo der Hammer hängt. Der Song ist hart, direkt, und verzichtet auf große Melodien. Hier geht’s um rohe Energie – und das klappt. Auf jeden Fall ein kräftiges Statement. 
„Light in My Shadow“ Der Abschlusstrack bringt nochmal alles zusammen: Melodie, Härte, Groove. Ein finaler runder Abschluss für ein Album, das sich nicht verstellt.

„Horizon“ ist kein revolutionäres Album – aber ein verdammt solides. „Broken Fate“ liefern hier ein Werk ab, das vor allem durch seine Konsequenz und Energie überzeugt. Die Songs sind gut geschrieben, die Produktion ist fett, und die Band weiß genau, was sie will. Vielleicht könnten ein paar Tracks mehr Überraschungen vertragen, und nicht jeder Refrain zündet sofort. Aber insgesamt ist das hier moderner Metal, wie er sein sollte: ehrlich, druckvoll, mit Herz und deshalb vergebe ich dem Album 8,0 von 10 Hellfire Punkten.

 

Tracklist:

01 Stolen Art
02 Another World
03 All The Reason
04 Majority
05 Taken Rights
06 Blue Horizon
07 No More Heroes
08 That’s A Hard Way
09 Different
10 Forgotten Faces
11 No Mercy
12 Light In My Shadow

 

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