Blood Incantation – All Gates Open

© Blood Incantation

 

Geschrieben von: Bernd Kröninger   
Band: Blood Incantation 
Album: All Gates Open 
Genre: Progressiv Death Metal 
Plattenfirma: Century Media Records 
Veröffentlichung: 05.06.2026

 

2011 formierten sich „Blood Incantation“, deren Mitglieder aus verschiedenen Bands hervorgingen. Paul Riedl (g, voc), Jeff Barrett (b), Morris Kolontyrsky (g) und Isaac Faulk (dr) öffnen für uns alle Tore. „All Gates Open“ ist das vierte Album der Jungs aus Denver, Colorado. Mit eigenwilligen Songtiteln wie „Balance“ oder „Rain“ gibt es schon vorab ein „Aha“.

Ein weiteres „Aha“ lässt uns der Opener entweichen. „Balance“ verwundert mit enormer Spielzeit (20:47). Und sie halten sofort eine Überraschung bereit. Eine Überraschung in Form von besonnenen, sehr berauschenden, psychedelischen Klängen, die Dich im weiteren Verlauf des Songs in einen Trance ähnlichen Zustand versetzen. Du saugst die Klangwelt wie in Hypnose auf. Nach der Hälfte (10:58) gibt es keine „neuen Erfahrungen“ mehr, keine gesangliche Unterstützung. Musik, die sich als Untermalung für Unterwasser – Tiefsee- Aufnahmen eignen, und eine Schwerelosigkeit vermitteln.  

In annähernd gleicher Länge heben wir ab zu einem Flug. „Flight“ beginnt mit Tönen, die einem sonoren Propellermotor gleichen. Anders als beim Opener, ist nun eine Basslinie zu vernehmen, die eine strukturierte Lebendigkeit erkennen lässt. Sich wiederholende Harmonien sorgen maßgeblich dafür. Ab Minute 13:30 gibt es die „zweite Stufenzündung“. Im Sound dramatischer werdend, kommt so etwas wie eine Melodie zustande, was dem elektronisch klingenden Synthesizer zu verdanken ist.

„Dawn“ stellt ein kurzes Intermezzo dar. Hingegen „Rain“ noch einmal mit 13 Minuten eine galaktische Oper zelebriert. Synthesizer mit klaren Klängen, teils verzerrend, erlauben bei geschlossenen Augen einen einsamen Weltraumspaziergang. Freischwebend, außerhalb der Raumkapsel, vorbei an umherfliegenden Teilchen vorheriger Flüge. Der Fantasie bei diesen Tönen wird hier viel Raum gelassen.  

Fazit: Mit lediglich nur einem Wort ist dieses Album zu beschreiben: „Wahnsinn“. Weil mit nur vier Songs eine Spiellänge von über 60 Minuten gelingt, und die Songs zusätzlich zu einem „Original Movie Picture Soundtrack“ avancierten. Somit wird die Scheibe auch als „komplettes Album“ angesehen und nicht als „EP“. Klangwelten, die uns kosmisch auf einen „Magic Fly“ mitnehmen, der in einer Odyssee enden könnte.
Galaktische 8 von 10 Hellfire Punkten durchqueren das All.

 

Tracklist:

01- Balance
02- Flight
03- Dawn
04- Rain

 

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