Bitch Queen – L.O.V.E.

© Bitch Queens

Geschrieben von Mel Staudt
Band: Bitch Queen
Album: L.O.V.E.
Plattenfirma: LuxNoise / Cargo Records
Veröffentlichung: 05.05.2017

Als ich den Namen “Bitch Queen” das erste mal las, musste ich schmunzeln. Was verbirgt sich hinter einem solch provokanten Namen? Vermutet man dahinter ja im ersten Moment eher das Pop Genre, bezeichnen sich „Bitch Queen“ doch als Punk Rocker. Also hab ich mir das neue Album der 4 Jungs aus Basel mal genauer angeschaut und berichte euch hier, was euch auf „L.O.V.E.“ erwartet.

Das Albumcover begrüßt den Hörer mit einem bärtigen Mann, der passend zum Opener „Anti-Social“ einem die Zunge entgegen streckt. Es geht direkt und ohne großes TamTam los. Die Stimme von Sänger Melchior Quitt erinnert mich etwas an die Emocore Band „Cinema Bizarre“. Zwar besingen die Jungs hier ein antisoziales Leben, jedoch empfinde ich die Musik eher wenig „ausbrechend“.

Naked Or Denim“ ist dann doch schon eine ganze Spur rockiger. Zusammen mit „B-Stock Babies“ und „Devine Receiver“ bildet dieses Trio die einzigen Songs des Album, die man zu Punk Rock zählen kann, da hier auf jegliches elektronisches Hilfsmittel der Popszene verzichtet wird.

Ein recht gutes Intro hat „R-Rated“. Hier durften sich Gitarrist Daniel Schönenberger und Schlagzeuger Harry Darling mal austoben. Dieser Song stellt zeitgleich auch die Bandhymne dar und ist mitunter einer der gelungeneren Songs auf „L.O.V.E.“.

Mit „Collateral Damage“ wurde anscheinend versucht, sich an Größen wie AC/DC oder Metallica zu orientieren. Man findet so ein Gitarrensolo vor, welches durch elektronische Hintergrundeinflüsse aber leider komplett daneben gegangen und kaum zu genießen ist.

Dafür, dass das Album mit „Techno Is Dead“ endet, enthält dieser Song doch sehr viele Elemente aus dem Techno. Gepaart mit Scream-Passagen, gibt es wieder ein wenig aufs Trommelfell. Doch leider schafft auch dieser Song es nicht, das Ruder wenigstens zum Schluss noch einmal rumzureißen.

Textlich versuchen „Bitch Queen“ beinahe penetrant zu provozieren. So fühlen sich einige Textpassagen schon beinahe aus der Nase gezogen an und man könnte meinen, das ganze Album sei innerhalb von 2 Tagen in Eile herausgebracht worden.

Hätte die Band sich noch etwas mehr Zeit genommen und wäre mit den Lyriks mehr in die Tiefe gegangen, wäre das Album mit Sicherheit besser geworden. Gerade bei „Anti Social“ und „Polymeric Lover“ besingen die Baseler Themen, bei denen irgendwie die persönliche Überzeugung fehlt. Klingt eher wie jemand, der mal nen Obdachlosen auf der Straße sitzen sah und nun darüber singt, wie schwer dieses Leben doch ist, aber es noch nie am eigenen Leibe ertragen musste.

Fazit: Wer eine Mischung aus versuchter Gitarrenarbeit von AC/DC, Beats von Justin Bieber und schlecht rüber gebrachten Themen von der Straße sucht, kann sich mit „L.O.V.E.“ zufrieden geben.

Außer dem provokanten Namen haben die Jungs leider nichts wirklich Aufsehen erregendes an Ihrer Musik.

Trackliste:

  1. Anti-Social
  2. Deadbeat Generation
  3. Naked Or Denim
  4. Polymeric Lover
  5. R.Rated
  6. B-Stock Babies
  7. Devine Receiver
  8. Boy Toys Of Glory
  9. Collateral Damage
  10. Girls Girls Boys…
  11. Techno Is Dead

Mehr Infos:
http://bitchqueens.com
https://www.facebook.com/B1tchQueens

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