
© Argul
Geschrieben von: Bernd Kröninger
Band: Argul
Album: Soledad & Orgullo
Genre: Doom Metal / Stoner Rock
Plattenfirma: Personal Records
Veröffentlichung: 21.08.2026
Sieh mal an, da kommt ein Debut aus Peru. Keine Flöten, die sich folkloristisch geben, sondern knallharter Sound, der für entsprechendes Horror – Filmgenre geeignet ist. Man darf „Soledad & Orgullo“ nach dem Demo 2023 getrost als Debut ansehen. Mauricio Guerrero (voc,g), Jose María Venturi (voc,g), Jian Holmes (b) und Alonso Guerrero (dr) führen uns zu „Einsamkeit & Stolz“ („Soledad & Orgullo“). Wie sich diese Einsamkeit und gleichzeitig „Stolz“ anfühlt, anhört, werden wir nun erleben.
Die Nadel in die Rille gelegt und schon nach wenigen Tönen wird klar, was uns erwartet. Mit schweren Gitarrenklängen und gleichmäßigen anpeitschenden Drums geht der Opener „Ritual“ an den Start. Dieses Zusammenspiel drängt den Song zu einem weiteren Ergebnis. Dies gipfelt in dem mehrstimmigen Gesang. Minute 3:46 verkörpert stimmlich die Einsamkeit, was ich als Ruf nach Geselligkeit einordne. Die schleppende, träge Rhythmik findet ab Minute 7:00 bis 7:47 eine Bridge, die sich danach in schnelle Dynamik wandelt.
Die folgenden zwei Tracks könnten unterschiedlicher nicht sein. „Engendro“ (5:03) kopiert meisterhaft „Black Sabbath“, besticht durch seine tief dunkle instrumentelle Seite. Hervorzuheben der galoppierende Sound (1:36), der dem Gesang Vorschub leistet. Daraus resultiert übergangslos (3:00) ein mitreißendes Solo. Nur kurz ebbt es ab (3:4), bevor es (4:01) mit erneuerter Energie zum Schlussspurt ansetzt. Gegensätzlich dazu beginnt „Hor Hodin“ rezitativ in Begleitung von dunklem Gitarrenklang. Melodisch forciert der Song dennoch eine leicht bedrohliche Situation. Es sei mir erlaubt hier die Band „Hawkwind“ zu erwähnen.
Dunkel, dämonisch, polternd, aber auch irgendwie episch gibt sich „Animal Dog“. Ein weiterer „Longrun“, der sich klanglich in die angesprochene Einsamkeit zurückzieht. 6:30 bietet einen „howling Sound“, der den schweren Rhythmus verstärkt. „Kamog“ als Bonus Track (14:20) ist der krönende Abschluss. Beginnend mit „windigen Elementen eines nahenden Sturms“, rezitativ angekündigt, geht es langsam in psychedelische Töne über. Wandelt sich in beinahe meditative Klänge (ab 5:00).
Fazit: Ein ergreifendes, spannendes Debut was uns die Südamerikaner hier anbieten. Ergreifend insofern, als das dem langjährigen Metal – Fan, diese Klänge nicht unbekannt sind. Sie versetzen Dich in die Anfänge des düsteren Sounds der Bands, die den Stoner Rock geprägt haben (Black Sabbath, Hawkwind), und somit als Vorbereiter zum Doom Metal galten. 5 Tracks, die mit drei „Longruns“ eine düstere, magische Laufzeit von gut 45 Minuten garantieren. 9 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
01- Ritual
02- Engendro
03- Hor Hodin
04- Animal Dog
05- Kamog (Bonus Track)









