
© YES
Geschrieben von:Bernd Kröninger
Band: YES
Album: Aurora
Genre: Prog Rock / Artrock
Plattenfirma: Inside Out Music
Veröffentlichung: 12.06.2026
Was ein Hammer habe ich da rausgepickt? Helden meiner Jugend! 1968 gegründet, traf diese Band total meinen Musikgeschmack. Und die Geschichte der Band ist abwechslungsreich,
interessant und vor allem informativ. Die eindringliche Voice von Jon Anderson (voc,g) war seinerzeit schon eine deutliche Abgrenzung zu anderen Frontmännern. Diverse Umbesetzungen,
stilistische Änderungen, Schaffenspausen (1968 – 1981, 1983 – 2004) konnten die Formation nicht „songtot“ machen. Ab 2017 – 2020 existierten sogar zwei Bands mit Namen „YES“. Auf der
einen Seite mit Steve Howe, Alan White, Geoff Downes, Billy Sherwood und Jon Davison besetzt. Die zweite Formation bestand aus den ehemaligen Mitgliedern „YES feat.“ Jon Anderson, Rick Wakeman und Trevor Rabin.
Was waren das für Hits, z.B. „Changes“, „Love will find a way“, „Owner of a lonely heart“ oder auch „Roundabout“. Man hat die Songs noch im Gehörgang, und misst danach ja alles Nachkommende. Ich bin jedenfalls gespannt auf die aktuellen Tracks. Also legen wir „Aurora“ (Morgenröte) auf den Plattenteller, und schenken „YES 2026“ unsere Aufmerksamkeit.
Mit dem mächtigen Opener „Aurora“ bekommen wir bereits nach den ersten Tönen Gänsehaut. Was allein dem magischen Spiel des Keyboards geschuldet ist. Orchestral, episch der weitere Einstieg in den Song, bis diese vertraute Voice wie eine Verkündung hörbar wird. „Turnaround Situation“ ist verträumt ohne „kitschig“ zu wirken. Mit cooler Slide Gitarre erleben wir nach einer Bridge ab Minute 2:09 ein wohlklingendes Solo. Dem schließt sich „Love lies Dreaming“ nahtlos an. Verträumt und in einer Atmosphäre, die psychedelisch für eine Trance sorgt.
„Countermovement“ (Gegenbewegung) macht es musikalisch deutlich. Beginnt der Song in bedachter hymnischer Sequenz, so wechselt er (2:00) in eine melancholische Phase, die mit akustischer Gitarre und einem weiteren Rhythmus Wechsel (3:36) unerwartete Überraschungen (4:40 Banjo Klänge?) mit sich bringt. Kein Wunder bei dieser Spiellänge von 13:44 Minuten ein rechtes „Ü-Ei“. Dieser „Longrun“ ist für sich ein „Masterpiece“! Mit einem Windhauch (10:11) wird ein hymnisches, episches Ende des Songs eingeläutet.
Einen Ausflug in die griechische Mythologie erfahren wir mit „Ariadne“. Jedoch mutet der Song eher opernhaft, als mythologisch an. Mit Streicher und Hornklängen eine gelungene Komposition, die dennoch den rockigeren Tönen nicht unterliegen.
Ihre progressiven Wurzeln zeigen sie in „All hands on Deck“. Verdammt riffig könnte es aber auch zu diversen Ansichten führen. Könnte man über die – für den ein oder anderen – fehlende Melodie diskutieren? Ich sehe es als ein cooles Intermezzo.
Experimentell und ein wenig verrückt – nicht nur wegen des „lalala“ Gesangs – stehen wir außerhalb der Box („Outside the Box“).
Wahnsinn oder Phänomen? Egal, mir gefällt der Bass total. „Emotional Intelligence“ klingt erfrischend und innovativ.
Geeignet für einen „Disney Movie“. Und wenn wir schon mal „über dem großen Teich“ sind (Disney), so erleben wir „Surf Vibes“ im Bonus Track („Jambustin`“). Der zweite Bonus Track „Watching the River roll“ reiht sich in die klassischen „YES – Songs“ ein.
Fazit: Das neue Album scheint eine zusammenhängende Story zu sein. Sehr fließend, den gewohnten „YES – Sound“ beibehaltend. Piano, Synthesizer, Orgel sind die wichtigen „Zutaten“ für die typische „YES“ Klangwelt. Für mich das beste Album, das „YES“ produziert hat. Zu diesem mehr als starken Comeback und der Meisterleistung ziehe ich den Hut. Ein „denkmalgeschütztes Ensemble“, gleichwohl frühere progressive Elemente zurückstehen. Das Album rockt!!
Volle 10 Hellfire Punkte.
Tracklist:
01- Aurora
02- Turnaround Situation
03- Love lies Dreaming
04- Countermovement
05- Ariadne
06- All Hands on Deck
07- Outside the Box
08- Emotional Intelligence
09- Jambustin (Bonus Track)
10- Watching the River roll (Bonus Track)
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