Slayer – Hell Awaits (40th Anniversary Edition)

© Slayer

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Slayer
Album: Hell Awaits
Genre: Thrash Metal
Plattenfirma: Metal Blade Records
Veröffentlichung: 15.05.2026

 

Es gab eine Zeit da wirkten Slayer wie etwas Verbotenes. Wie eine Band über die man nur flüsterte. Geschichten über Chaos. Gewalt. Satanische Texte und völlige Eskalation machten früh die Runde. Für viele Jugendliche war genau das der Einstieg. Auch für mich.

„Hell Awaits“  war mein erstes Slayer Album. . Und gleichzeitig der Beginn einer musikalischen Grenzüberschreitung. Mitte der Achtziger galt diese Band als das Extremste was Metal zu bieten hatte. Heute, aus der Sicht eines Teenies, wirkt vieles daran vielleicht weniger schockierend. Damals war das wohl eine andere Welt.

Natürlich gehörte auch die gezielte Provokation zum Gesamtbild. Okkulte Symbolik. Der berüchtigte „Slaytanic Wehrmacht“-Fanclub. Das stilisierte S im Logo. Rückblickend vieles fragwürdig und unnötig. Trotzdem waren Slayer niemals eine Nazi-Band. Eher eine Gruppe die um jeden Preis extremer sein wollte als der Rest der Szene. Grenzen austesten. Reaktionen provozieren. Genau daraus entstand ihr Mythos.

Musikalisch zerlegt „Hell Awaits“ noch immer alles. Schon das unheilvolle Intro zieht einen direkt hinein. Rückwärts-Effekte. Düsteres Flüstern. Dann explodiert die Platte. Die Gitarren schneiden wie Rasiermesser durch den Mix. Dave Lombardos Drums prügeln ohne Pause nach vorne. Tom Araya klingt aggressiv. Fast wahnsinnig. Zwischen Sprechgesang und hysterischem Schreien entsteht genau diese beklemmende Atmosphäre die Slayer damals so einzigartig machte.

Der Titelsong gehört bis heute zu den stärksten Openers im Thrash Metal. Bedrohlich. Schnell. Chaos pur. “Kill Again” treibt die Gewaltfantasie kompromisslos weiter. “At Dawn They Sleep” zeigt dagegen die dunklere und fast schon epische Seite der Band. Genau diese Mischung macht das Album so stark.

Auch das Cover bleibt ikonisch. Dämonen. Höllenlandschaften. Verdammte Seelen. Wie ein metallisches Gemälde aus Dantes Inferno. Es passt perfekt zu dieser Platte und transportiert genau das Gefühl das die Musik erzeugt.

„Hell Awaits“ war der entscheidende Schritt zwischen dem rohen Debüt „Show No Mercy“ und dem späteren Thrash-Meisterwerk „Reign In Blood“ . Härter. Düsterer. Gefährlicher. Genau deshalb bleibt dieses Album ein Meilenstein.

Kaum eine andere Band hat extremen Metal so geprägt wie Slayer. Und wenn dich Slayer einmal erwischen dann lassen sie dich nie wieder los. Doch leider hat des Remastern auch Nachteile. Die beigelegte Live in Bochum ist zwar nett, doch meines Erachtens nach, überflüssig. Das passt irgendwie gar nicht hinein.
Trotzdem : SLAYER ! 9 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist: 

LP 1: Hell Awaits album
01 Hell Awaits
02 Kill Again
03 At Dawn They Sleep 
04 Praise of Death
05 Necrophiliac
06 Crypts of Eternity
07 Hardening of the Arteries

 

LP 2: Live from Bochum 1985
01 Hell Awaits 
02 Aggressive Perfector 
03 Captor of Sin 
04 The Final Command 
05 Kill Again 
06 Crypts of Eternity 
07 Fight Till Death 
08 Necrophiliac 
09 Haunting the Chapel 
10 Hardening of the Arteries

 

LP 3: Live from Bochum 1985
01 Black Magic 
02 Die by the Sword 
03 The Antichrist 
04 At Dawn They Sleep 
05 Show No Mercy 
06 Evil Has No Boundaries 
07 Chemical Warfare 
08 Praise of Death 

 

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